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Der Betriebsleiter 1-2/2019

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ERGONOMIE I SPECIAL

ERGONOMIE I SPECIAL Böcke auf Rollen Leichtläufige Transportmittel verbessern die Ergonomie bei einem Lederverarbeiter Ein Mitarbeiter zieht eine Lederhaut aus einer Stollmaschine und hängt sie über einen Lederbock. Es folgen so viele, bis der Bock ein Gesamtgewicht von fast 500 Kilogramm trägt. Anschließend schiebt der Mitarbeiter den Bock zur nächsten Maschine und spannt dort Haut für Haut ein. Acht Stunden am Tag. Erträglich ist dieser Job nur, wenn ergonomische Transportwagen eingesetzt werden. station zur nächsten gefahren werden sie von Menschenhand. Die Belastung für die rund 180 Mitarbeiter in der Verarbeitung möchte Seton so gering wie möglich halten und stellt die Arbeitsergonomie deswegen in den Mittelpunkt. Von zentraler Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass sich die Lederböcke ohne großen Kraftaufwand einwandfrei in alle Richtungen bewegen lassen. Ganzheitliche Förderlösungen Seit Mitte 2018 produziert die Torwegge GmbH & Co. KG die Transportwagen für Seton. Das Bielefelder Traditionsunternehmen entwickelt und fertigt seit 1956 Räder und Rollen und hat sich im Laufe der Zeit vom Komponentenhersteller zum Lösungsanbieter für die Intralogistik entwickelt. Mittlerweile liefert Torwegge seinen Kunden auch komplette Fördersysteme. Das können hochtechnologische Lösungen sein, aber auch händisch zu bewegende Rollwagen. Dieser Ansatz war Ausgangspunkt der aktuellen Zusammenarbeit zwischen Torwegge und Seton: Der Lederveredeler hatte zu- 01+02 Verfahrbare Lederböcke mit leichtgängigen Rollen erleichtern den Alltag in der Lederverarbeitung bei Seton Die Seton AutoLeather GmbH beliefert die Automobilindustrie mit beschichtetem und gestanztem Leder, das zu Sitzbezügen und Amaturverkleidungen weiterverarbeitet wird. Die Veredelungsschritte finden an den Standorten in Mülheim an der Ruhr und Jánosháza in Ungarn statt. Maschinen beschichten und stanzen die Lederhäute. Alles andere, was in den Produktionshallen passiert, ist Handarbeit. Dabei sind Transportwagen die wichtigsten Arbeitsgeräte. Auf ihnen befinden sich die Textilien zwecks Knitterschutz permanent, wenn sie nicht gerade durch Maschinen laufen. Aufund abgeladen sowie von einer Arbeitsvor bereits über einen Großhändler und später über den Hersteller direkt Torwegge- Rollen als Ersatzteile für Lederböcke bezogen. Öner Tok, Continuous Improvement Manager bei Seton erzählt, dass die Ausweitung der Zusammenarbeit für ihn unerwartet kam: „Uns war gar nicht klar, dass Torwegge auch komplette Transportfahrzeuge bauen kann. Das stellte sich im Gespräch mit dem Gebietsverkaufsleiter heraus.“ Das passierte zu einer Zeit, als Seton gerade Rollen verschiedener Hersteller testete. „Unsere Mitarbeiter, die tagtäglich mit den Lederböcken arbeiten müssen, hatten einen klaren Favoriten: die Rollen vom Typ IM- PUZA-250-B60 von Torwegge“, sagt Tok. Sie überzeugten durch Leichtläufigkeit, Geräuscharmut und Wendigkeit. Die Einkaufsverantwortlichen fügten weitere Argumente für den Lieferanten an: das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, die durch die Fertigung innerhalb Europas garantierten kurzen Lieferzeiten sowie den zuverlässigen Kundenservice. „Bei diesem Ergebnis war für uns klar, dass wir die Zusammenarbeit mit Torwegge ausbauen wollten“, sagt Tok. Überzeugender Prototyp Das Bielefelder Unternehmen fertigte daraufhin zunächst einen Prototyp des verfahrbaren Lederbocks. Uwe Eschment, Geschäftsführer von Torwegge, betont: „Wenn wir Lösungen entwickeln, die von unseren Standardprodukten abweichen, arbeiten wir ganz eng mit unseren Kunden zusammen.“ Zentrale Vorgaben seitens Seton waren, dass der Lederbock eine Traglast von mindestens 500 Kilogramm stemmen kann, die Metallteile voll verzinkt sind und oben ein Holzbalken aufgelegt ist. Das Ergebnis überzeugte den Lederveredeler vollends. Tok: „Nach nur drei Wochen lieferte Torwegge uns einen Transportwagen, der exakt unseren Vorstellungen entsprach.“ Inzwischen bewegen die Mitarbeiter in Mülheim und Jánosháza 50 Stück davon durch die Produktionsstätten. Und die nächste Bestellung ist bereits in Planung. www.torwegge.de Im Fokus Nachhaltigkeit Effizienz Sicherheit 40 Der Betriebsleiter 1-2/2019

SPECIAL I ERGONOMIE Arbeitsmaterialien immer in der richtigen Position Werkzeug, Behälter oder Tablets – mit dem item Schwenkarm 8 ist jegliches Material am Arbeitsplatz immer direkt griffbereit und perfekt positioniert. Mitarbeiter richten sich damit ihre Arbeitsumgebung optimal ein. Friktionsgelenke sorgen für maximale Beweglichkeit und präzise Ausrichtung der Schwenkarme. So lassen sich beispielsweise Greifschalen ohne großen Kraftaufwand direkt über der Arbeitsfläche platzieren. Beidseitig bestückbare Ausleger sorgen für eine sichere Fixierung unterschiedlicher Werkzeuge oder Behälter in der Nut 8 der Aluminiumprofile. Das Ergebnis: perfekte Ergonomie und maximale Effizienz am Arbeitsplatz. Fußschutz ganz im Zeichen von Ergonomie und Tragekomfort Ganz im Zeichen von Ergonomie und Tragekomfort stehen die neuen Fußschutzmodelle von Elten. Stundenlanges Stehen sowie kniende oder laufintensive Tätigkeiten – für viele Beschäftigte in der Industrie gehört dies zum Alltag. Bei einer solchen Dauerbelastung der Füße wird der gesamte Bewegungsapparat stark beansprucht, daher kommt der Dämpfung im Fußschutz eine besondere Bedeutung zu. Elten begegnet dieser Herausforderung mit seiner Serie „Wellmaxx Trainers“. Die sportlich-modischen Sicherheitsschuhe sorgen mit einer neuartigen Sohlentechnologie für optimale Dämpfung, die die Füße entlastet und den Tragekomfort erhöht. Die neue Laufsohle wurde um einen Sohlenkern aus dem expandierten thermoplastischen Polyurethan „Infinergy“ ergänzt, der einen Großteil der beim Laufen aufgewendeten Energie aufnimmt und diese an den Träger zurückgibt. Das Ergebnis: Die Ermüdung der Füße verlangsamt sich deutlich, Sehnen und Gelenke werden zusätzlich geschont. www.elten.com www.item24.de Mit einem Exoskelett der Belegschaft den Rücken stärken Um langes Stehen zu vermeiden, wurde mit dem Chairless Chair von noonee in Zusammenarbeit mit der Industrie eine effektive Lösung zur Serienreife entwickelt. Das passive Exoskelett ermöglicht abwechselndes Stehen, Sitzen und Gehen. Der Mitarbeiter trägt das mechanische Assistenzsystem während der Arbeit wie ein zweites Paar Beine. Gesäß und Oberschenkel werden durch komfortable Flächen gestützt. Zwei aus leichtem, Glasfaser verstärktem Kunststoff (GFK) gefertigte Streben passen sich der Kontur der Beine an. Sie verfügen über Gelenke in Kniehöhe und lassen sich hydraulisch an die Körpergröße des Mitarbeiters und die gewünschte Sitzposition anpassen. Bei vielen Tätigkeiten in Montage, Kommissionierung und Fertigung ermöglicht das Exoskelett, in einer ergonomisch günstigen Position zu sitzen, statt zu stehen. Durch das geringe Gewicht und die durchdachte Konstruktion stört das CE-zertifizierte Assistenzsystem auch beim Gehen und Stehen nicht. Neue Podesttreppe mit Zentralfeststellung www.noonee.com Arbeitssicherheit und Komfort vereint – die überarbeitete mobile Podesttreppe 515/516 von Euroline lässt sich noch leichter bewegen. Die überarbeitete Hebetechnik macht das Modell ergonomischer und montagefreundlicher als seinen Vorgänger: Hinter dem neuen System mit Zentralfeststellung steht ein ausgeklügeltes Gestänge, das das Fahrgestell durch Drücken anstatt durch Ziehen hebt. Nach dem Loslassen senkt sich das Fahrgestell in den sicheren Stand. So ist die Podesttreppe mit wenig Kraftaufwand bewegbar. Das Fahrgestell gleicht kleinere Unebenheiten automatisch aus, sodass in der Ausgangsstellung alle vier Holme stets festen Bodenkontakt haben. Eine Stufentiefe von 180 mm und die großen Standplattform (620 × 720 mm) mit serienmäßigem Podestgeländer sorgen für ein sicheres und zugleich komfortables Arbeiten. www.euroline-leitern.de Ergonomie am Arbeitsplatz verbessert Produktivität und Wohlbefinden Unternehmen, die ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf Arbeitsplatz-Design setzen, können die Produktivität nachweislich deutlich verbessern. Haben Sie bei der Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes alles bedacht? Die Platzierung und Erreichbarkeit von Werkzeugen, die Möglichkeit zur Arbeit im Sitzen oder im Stehen bei richtiger Arbeitsplatzbeleuchtung sind Teil des ergonomischen Arbeitsplatzdesigns. Mitarbeiter, die sich in ihrer Arbeitsumgebung wohl fühlen, verfügen über mehr Energie und sind produktiver. QR Code scannen und mehr über Ergonomie von Betriebs- und Arbeitsplatzssystemen erfahren. Besuchen Sie uns: LogiMAT 2019 Stuttgart, 19.-21.2.2019 Halle 5 Stand F41 www.treston.de TRESTON.indd 1 22.01.2019 09:25:50 Der Betriebsleiter 1-2/2019 41

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