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Der Betriebsleiter 1-2/2019

Der Betriebsleiter 1-2/2019

FERTIGUNGSTECHNIK I

FERTIGUNGSTECHNIK I INTERVIEW Eine unterschätzte Gefahr Warum Hautschutz wichtig ist und welche Aspekte die Anwendung fördern und erleichtern Dr. Wolfgang Röcher, Scientific Communication Manager bei der SC Johnson Professional GmbH Produktberatungs-Apps. Hautschutzprodukte sind so vielfältig wie Berufe in Deutschland, deswegen fällt es vielen Anwender schwer, die für sie geeigneten Produkte auszuwählen. Mit intelligenten Produktberatungs-Apps ist die korrekte Auswahl mit ein paar Klicks geschehen. Ähnliche Entwicklungen sind bei Hautschutzplänen zu beobachten. Wir haben seit zwei Jahren einen digitalen Hautschutzplankonfigurator, mit dem man mit wenigen Klicks den jeweils passenden Hautschutzplan erstellen kann. Für Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist das eine deutliche Prozesserleichterung im Vergleich zu den bisherigen Möglichkeiten. Sie haben zudem von Produktinnovationen gesprochen. Was hat sich hier getan? Mit 40 Prozent machen Hauterkrankungen den größten Teil der Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten aus. Damit zählen sie eindeutig zu den unterschätzten Gefahren im Betrieb. Hautschutz ist daher ein wichtiges Thema. Dr. Wolfgang Röcher, Scientific Communication Manager bei der SC Johnson Professional GmbH, berichtet über aktuelle Erkenntnisse, neue Produktentwicklungen und Trends. Herr Dr. Röcher, man könnte meinen, Hautschutz ist ein konservativer Bereich, in dem die Entwicklungen langsam voranschreiten. Ist das so, oder gibt es hier echte Innovationen? Produktseitig gibt es bei uns fortlaufend Innovationen. Wir sehen das Thema des beruflichen Hautschutzes aber nicht nur produktbezogen. Unser Ziel ist es, die beruflich bedingten Hauterkrankungen in Deutschland einzudämmen. Um nachhaltige und funktionierende Prävention zu betreiben, ist der Anwender entscheidend. Deswegen arbeiten wir daran, Hautschutz für Anwender so einfach und angenehm wie möglich zu gestalten. Und hier sind wir sehr stark beim Thema Digitalisierung. Digitalisierung im Hautschutz? Wie sieht das aus? Der eigentliche Vorgang des Hautschutzes, das Eincremen, Reinigen oder Desinfizieren der Hände, ist natürlich ein rein physischer Prozess. Aber all die Vorgänge um die eigentliche Anwendung herum profitieren zunehmend von der Digitalisierung. Zu nennen sind da beispielsweise Es gibt zwei große Bereiche, in denen wir in den letzten Jahren grundlegende Innovationen vorgestellt haben. Der eine Bereich betrifft die Inhaltsstoffe. Neben der Leistungsfähigkeit erfüllen die Produkte zunehmend weitere Anforderungen: Viele unserer Produkte sind beispielsweise ECARF-zertifiziert. Damit werden Produkte von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ausgezeichnet, die für Allergiker empfohlen werden. Bei unserem neuesten Produkt OxyBAC, einem antimikrobiellen Handreiniger, ist es unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung zudem gelungen, die häufig eingesetzten und kritischen QAVs (quartäre Ammoniumverbindungen) zu ersetzen. QAVs belasten nicht nur die Anwenderhaut, sondern auch die Umwelt. In OxyBAC wird stattdessen der Wirkstoff AHP (Accelerated Hydrogen Peroxide), der bisher z.B. in der Medizin und in der Oberflächenreinigung verwendet wird, zum Einsatz. Die Besonderheit: Die Im Fokus Sicherheit Nachhaltigkeit Effizienz 14 Der Betriebsleiter 1-2/2019

Nächste Messen: LogiMAT 19.02.-21.02.2019 FachPack 24.09.-26.09.2019 01 Der neue antimikrobielle Handreiniger OxyBAC nutzt einen Wirkstoff, der sowohl für Lebensmittel als auch für Umwelt und Anwender gänzlich unkritisch ist 02 Mit Solopol GFX ist es gelungen, einen Grobhandreiniger mit natürlichen Reibemitteln in Schaumform zu realisieren Das nach da? Läuft. gewünschte antimikrobielle Wirkung wird durch eine chemische Reaktion erzielt. Nach der Anwendung zerfällt der Wirkstoff in Wasser und Sauerstoff und ist damit sowohl für Lebensmittel als auch für Umwelt und Anwender gänzlich unkritisch. Bedenkt man die Menge an antimikrobiellem Handreiniger, die täglich in Deutschland benutzt wird, ist diese Weiterentwicklung ein echter Meilenstein. Und was ist der von Ihnen genannte zweite Bereich, in dem es neue Entwicklungen gibt? Der zweite Bereich ist die bereits erwähnte Anwenderakzeptanz. Hauterkrankungen stehen noch immer an erster Stelle der Verdachtsmeldungen von Berufskrankheiten. Eigentlich ein Skandal, wenn man bedenkt, wie viel Bemühungen und Energie in den Bereich Hautschutz eingebracht werden. Der Schlüssel zur Senkung der beruflich bedingten Hauterkrankungen liegt unserer Meinung nach in der Anwenderakzeptanz. Die allermeisten größeren Unternehmen in Deutschland stellen für ihre Mitarbeiter geeignete Hautschutzprodukte bereit. Aber es gibt viele Werker, die diese aus unterschiedlichen Gründen nicht konsequent anwenden. Dies zu ändern, ist eine echte Herausforderung, der wir uns mit unterschiedlichen Maßnahmen stellen: Zunächst entwickeln wir Produkte, die für den Anwender sehr angenehm sind. Das hört sich trivialer an, als es ist. Aber: Wird ein Produkt gerne genutzt, muss der Anwender nicht mehr explizit zur Anwendung motiviert werden. Produkte, die der Anwender gerne benutzt – wenn wir an Männer und Hautschutz denken, können wir uns das schwer vorstellen. Haben Sie dafür ein konkretes Beispiel? Ein gutes Beispiel ist Solopol GFX, ein Grobhandreiniger in Schaumform. Früher haben Arbeiter bei hartnäckigen Verschmutzungen aggressive Reiniger oder Handbürsten benutzt. Aber die Zeiten ändern sich. Natürlich benötigt man für Verschmutzungen mit Öl, Ruß oder Schmierstoffen noch immer einen starken Reiniger. Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass ein starker Hautreiniger heute besonders geschätzt wird, wenn er angenehm in der Anwendung ist und zudem ein gepflegtes Gefühl auf der Haut hinterlässt. Unsere Produktentwicklung hat die Herausforderung gemeistert, einen Grobhandreiniger mit natürlichen Reibemitteln in Schaumform zu realisieren. Und die Anstrengung hat sich offensichtlich gelohnt: 87% der Arbeitnehmer bevorzugen Solopol GFX gegenüber anderen Grobhandreinigern. Das haben Labortests, Branchenerhebungen und Endverbrauchertests im Vergleich mit zwei handelsüblichen Hochleistungshandreinigern ergeben. www.debgroup.com/de Wir beraten Sie gerne. www.haro-gruppe.de

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