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Der Betriebsleiter 9/2018

Der Betriebsleiter 9/2018

Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge und Dienste zeigt deutlich: Daten sind immer und überall vorhanden und gefordert. Viele Branchen sehen sich somit im Zuge der digitalen Transformation großen Veränderungen gegenüber. Die enorme Datenverfügbarkeit führt auch in der Reinigungstechnik zu einer nie dagewesenen Mobilität und Vernetzung. Wo die Datenreise hinführen kann, zeigt der Reinigungsgerätehersteller Nilfisk auf. Sauber vernetzt Betriebsreinigung auf dem Weg ins digitale Zeitalter E rst kürzlich präsentierte Nilfisk die autonome Scheuersaugmaschine Nilfisk Liberty A50 (Kasten), die mithilfe intelligenter Datenverwendung standardisierte Arbeiten selbstständig ausführen kann. Unterschiedlichste Sensoren, Laser, optische Erkennungssysteme sowie innovative Software arbeiten dabei Hand in Hand und sind in der Lage, „mitzudenken“ oder vom Bediener zu lernen. Als hätte die Maschine ein eigenes künstliches Bewusstsein, reagiert sie flexibel auf veränderte Reinigungsge gebenheiten und ist auf diese Weise ein wertvoller, belastbarer und anpassungsfähiger Team-Kollege. Autor: Jan Martijn, Leitung Produktmanagement GAS, Nilfisk GmbH, Bellenberg Vom Maschinenführer zum Dirigenten Die unaufhaltsam steigende Datendichte führt zu einer Automatisierung in der industriellen Betriebsreinigung, die aber noch viel mehr kann, als den Menschen durch intelligente Maschinen zu entlasten. Man stelle sich vor: Ein Mitarbeiter sitzt an seinem Schreibtisch und arbeitet konzentriert an einem Dokument. Ab und an wirft er einen Blick auf sein Smartphone, mit dem er fünf autonom arbeitende Scheuersaugmaschinen auf fünf verschiedenen Produktions- und Logistikflächen in fünf verschiedenen Gebäuden gleichzeitig steuert – wie ein Dirigent. Dieses Szenario zeigt auf, dass die digitale Transformation auch Prozesseffizienz generiert. Mitarbeiter steigern ihre Produktivität um ein Vielfaches, während der Arbeitsablauf gleichzeitig an Sicherheit, Geschwindigkeit und Stabilität gewinnt. Trotz unterschiedlicher Standorte werden die autonomen Helfer dank Webtechnologie in der Lage sein, sich miteinander abzustimmen, Leistungsdaten zur Online-Prozesssteuerung in Echtzeit auszutauschen und Wartungs- bzw. Servicebedürfnisse proaktiv zu melden. Und wie geht es dann weiter? Intelligente Datenverwendung unterstützt zudem auch eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Moderne Methoden der kontinuierlichen Prozessverbesserung basieren heute maßgeblich auf der konsequenten Soll-/Ist-Analyse entlang der Wertschöpfung – und damit auch im Bereich Betriebsreinigung. Wurde das Objekt gemäß Arbeitsplan gereinigt? Welche Bereiche wurden in welcher Zeit (tatsächlich) bear- 34 Der Betriebsleiter 9/2018

SPECIAL I REINIGUNGSTECHNIK Neue Ära der autonomen und vernetzten Reinigung Die intelligente, autonome Reinigungsmaschine Nilfisk Liberty A50 ist Teil des Horizon-Programms von Nilfisk. Damit startet das Unternehmen eine neue Ära der autonomen und vernetzten Reinigung, die das Verständnis von Produktivität und Gesamtbetriebskosten vollkommen neu definieren soll. Als erster Vertreter der neuen Generation ist die Nilfisk Liberty A50 eine intel ligente und äußerst zuverlässige autonome Maschine, mit der die Effizienz bisheriger Reinigungslösungen vervielfacht wird. Sie kann sich ständig wiederholende Aufgaben mit gleichbleibender Leistung ausführen. beitet? Welche Maschinen kamen dabei wo zum Einsatz? Gab es Störungen oder Besonderheiten im Arbeitsablauf? Antworten auf diese Fragen dienen nicht nur der Dokumentation. Sie geben vor allem Aufschluss über das Ressourcen- und Zeitmanagement sowie die Prozesseffizienz des Unternehmens, das richtige Setting des Maschinenparks und die Fähigkeiten der Mannschaft. Was vormals in manuellen Dokumentationen zeitaufwändig und durchaus fehleranfällig erarbeitet wurde, kann künftig automatisiert durch den Einsatz entsprechender Soft- und Hardwaretechnologien vonstattengehen. Dafür ist jedoch nicht nur Technik allein entscheidend. Für ein aussagekräftiges Reporting bedarf es einer umfassenden Beratung, welche Maschinendaten erfasst werden sollten, welche Auswertungsziele dadurch verfolgt werden und auf welche Weise sich die aggregierten Kennzahlen lesen lassen. Nur so kann im Sinne des KVP eine wirksame Datennutzung sichergestellt werden. Fleet-Management-System als zentrale Datendrehscheibe Nilfisk liefert ein Beispiel für ein integriertes digitales Konzept. Im Zentrum steht die komplette Datenkommunikation inklusive Berichten, Auswertungen und Schlussfolgerungen. Grundlage dafür ist das Fleet- Management-System TrackClean – eine zentrale Drehscheibe zur automatischen Sammlung und gezielten Auswertung bzw. Interpretation der Maschinendaten, wie z.B. Betriebszustände, Positionsdaten sowie Service-Codes. Als fester Bestandteil der Nilfisk Liberty A50 ist TrackClean für die Überwachung, Steuerung und Einsatzanalyse des Maschinenparks verantwortlich – 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag. Auf Basis eines verschlüsselten GPS-Netzwerks empfängt TrackClean alle maschinenbezogenen Daten in Echtzeit und stellt diese in einem intuitiv zu bedienenden Web-Portal grafisch dar. Das Ergebnis: Das Fleet-Management-System analysiert automatisch den Einsatz der Maschinenflotte mit dem Ziel, den gesamten Reinigungsprozess intelligent zu optimieren und nachhaltige Verbesserungen anzustoßen. Proaktive Maschinenintelligenz nimmt zu Die autonome Scheuersaugmaschine Nilfisk Liberty A50 kann mithilfe intelligenter Daten verwendung standardisierte Arbeiten selbstständig ausführen Für Unternehmen, die über erste Schritte in Richtung Digitalisierung und Datennutzung nachdenken, gilt die Faustregel: Man braucht nicht gleich autonome Reinigungstechnik, um den Weg Richtung Zukunft zu gehen. Ein Großteil aller Bodenreinigungsmaschinen von Nilfisk besitzt schon heute die Fähigkeit, unterschiedlichste Prozessparameter zu sammeln und diese mit TrackClean auszutauschen. Bereits damit werden enorme betriebswirtschaftliche Potenziale zur Prozessoptimierung frei. In puncto proaktiver Maschinenintelligenz dämmert jedoch eine neue Ära herauf. Ein denkbares Szenario: Die Lösungen der Zukunft bestimmen ihre Arbeit selbst, bewerten die Ergebnisse mittels umfassender Diagnosesysteme automatisiert und korrigieren ihren Prozess auf Basis einer integrierten Wissensdatenbank eigenständig. Selbstverständlich interagieren dabei alle Prozessteilnehmer vollkommen vernetzt – sei es der Mensch, die eingesetzte Reinigungstechnik oder die gesamte Gebäudeinfrastruktur. Fazit Eines ist sicher: Fertigungsorganisationen der Zukunft sind ohne Datenintelligenz schon lange nicht mehr nicht denkbar. Im Kontext von Reinigungstechnik profitieren alle Beteiligten von der Echtzeit-Analyse – sei es bei der Feinjustierung des bestehenden Maschinenparks, der Überwachung und Steuerung der Reinigungseinsätze oder der frühzeitigen Wartung und Maschinenpflege. Darüber hinaus wird die Automatisierung der Arbeitsabläufe mithilfe autonomer Konzepte ganz neue Perspektiven hinsichtlich Arbeitsproduktivität, -flexibilisierung und attraktiver Gesamtbetriebskosten eröffnen. www.nilfisk.de Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Kareima.indd 1 23.08.2018 08:47:47 Der Betriebsleiter 9/2018 35

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