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Der Betriebsleiter 9/2018

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BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Energieeffizienz nachweisen Was die ISO 50003 für Unternehmen bedeutet Die ISO 50003 richtet sich zwar an Zertifizierer und Auditoren, trotzdem hat sie entscheidende Auswirkungen für Unternehmen: Für eine ISO 50001 (Re-)Zertifizierung müssen sie die Steigerung der Energieeffizienz jetzt faktisch nachweisen. Das ist selbst für Unternehmen, die bereits ein professionelles Energiemanagement-System betreiben, nicht immer ohne weiteres machbar. Energiemanager und Betriebsleiter, die den Energieverbrauch bereits erfassen und auswerten, wähnen sich in Sachen ISO 50003 meist auf der sicheren Seite. Doch die Praxis zeigt, dass die Messungen oft nicht ausreichen, um die Norm zu erfüllen. Vergleicht man die Messdaten mit denen des Energieversorgers, wird häufig offensichtlich, dass nur ein Bruchteil der Verbraucher erfasst wird. Das gilt sogar für Unternehmen, die überzeugt sind, ihre Verbräuche umfassend zu kennen. Im Fokus Effizienz Nachhaltigkeit Sicherheit Reine Verbrauchsanalysen reichen nicht Doch selbst mit vollständigen Verbrauchsanalysen lässt sich eine Effizienzsteigerung nicht nachweisen. Denn wie hoch der Energieeinsatz ist, hängt auch von anderen Faktoren ab; in der produzierenden Industrie vor allem von der Produktionsmenge. Erst Kennzahlen wie KWh pro produziertem Stück oder KWh pro m² geben Auskunft über die Effizienz bzw. Effizienzsteigerung. Diese Zusammenhänge sind nicht immer eindeutig, auch können weitere Einflussfaktoren hinzukommen, z.B. die Temperatur. Eine Korrelationsanalyse gibt darüber Aufschluss. Um zu erkennen, ob die Abhängigkeit der Faktoren tatsächlich über alle Betriebszustände relevant ist, lässt sich zudem das Bestimmtheitsmaß hinzuziehen. Je geringer dessen Wert, desto geringer die Ab- hängigkeit. Mit diesen Analysen lassen sich sowohl Kennzahlen bilden als auch nachweisen, dass diese tatsächlich relevant sind. Werden Zähler händisch abgelesen, die Daten in Excel eingetragen und ausgewertet, ist dies kaum machbar, zeitintensiv und fehleranfällig. Zudem sind die Auswertungen für Auditoren nur schwer nachvollziehbar. Denn selbst wenn Kennzahlen gebildet werden, lassen sich diese nicht verifizieren. Hinzu kommt, dass Effizienzgewinne kaum auf durchgeführte Maßnahmen zurückgeführt werden können. Dies alles erschwert es den Auditoren, den von der ISO 50003 geforderten Nachweis zu erbringen. An einer automatisierten Energiedatenerfassung und -auswertung führt deshalb kaum ein Weg vorbei, wenn die ISO 50001 Zertifizierung – und die damit verbundenen Vorteile – nicht verloren gehen sollen. Sinnvolle Messstellen für sinnvolle Kennzahlen Ein solches System muss auf umfassenden Messungen inklusive Untermessungen von Autor: Knud Clausen, technischer Vertrieb und Produktmanager bei der econ solutions GmbH, Germering 16 Der Betriebsleiter 9/2018

BETRIEBSTECHNIK 01 Ideal für temporäre Messungen: Das econ case ist kostengünstig und sofort einsatzbereit 02 Messtechnik bildet die unverzichtbare Grundlage für die Erfüllung der ISO 50003 und ISO 50001. Das Energie- und Leistungsmessgerät econ sens3 lässt sich in wenigen Minuten installieren Strom und ggf. anderen Medien und Daten (z.B. Wasser, Öl, Temperatur) basieren. Um damit sinnvolle Kennzahlen zu gewinnen, gilt es, im ersten Schritt sinnvolle Messstellen zu bestimmen. Hierfür folgt man vom Ort der Energieeinspeisung dem Energiefluss im Unternehmen; beim Strom den Hauptverteilungen entlang zu den Unterverteilungen. Ist der Verlauf nicht bekannt, empfehlen sich die größten Abgänge als Messpunkte. So lassen sich die Bereiche mit dem höchsten Verbrauch identifizieren. Sie versprechen die größten Effizienzgewinne und stehen damit auch im Fokus der Zertifizierer. Bei der Bestimmung, welches die größten Abgänge sind, sollte man sich auf keinen Fall auf Vermutungen verlassen. Diese liegen oft daneben, vor allem weil Betriebsstunden oder die Auslastung einer Maschine oder Anlage falsch eingeschätzt werden. Mit der ISO 50003 kommt hinzu, dass Unternehmen in der Lage sein müssen, zu belegen, welches ihre Hauptverbraucher (Significant Energy Users, SEU) sind. Temporäre Messungen sind ideal, um die größten Abgänge zu identifizieren. Die Messtechnik ist zwar meist teurer als eine vergleichbare stationäre Lösung, doch kann sie helfen, Fehlinvestitionen für Messgeräte an falscher Stelle zu vermeiden. Und es sind nur wenige mobile Messgeräte nötig, da sie sich an verschiedenen Stellen nutzen lassen. Ein kostengünstiges mobiles Messsystem ist das econ case von econ solutions. Es kommt fertig vorkonfiguriert und ist in wenigen Minuten unterbrechungsfrei installiert. Das enthaltene Energie- und Leistungsmessgerät econ sens3 misst alle drei Phasen gleichzeitig, mit dem integrierten Webinterface können Nutzer die Messdaten sofort auswerten. Leistungs- und Verbrauchswerte werden zudem im internen Speicher abgelegt, so dass sie nach Abschluss einer Messperiode exportiert und ausgewertet werden können. Fokus auf Großverbraucher Sind die größten Verteilungen und Verbraucher bekannt, empfehlen sich hier dauerhafte Messungen. Die Daten sollten durch ein Energiemanagement-System automatisch ausgewertet werden, um Effizienzpotenziale ausschöpfen und die Effizienzsteigerung belegen zu können. Ein System, das eine einfache Installation und Bedienbarkeit mit zahlreichen Auswertungen und Berichten verbindet, ist „econ“ von econ solutions. Selbst mit vollständigen Verbrauchsanalysen lässt sich eine Effizienzsteigerung nicht nachweisen Durch seinen modularen Aufbau lässt es sich bedarfsgerecht zusammenstellen und flexibel erweitern. Alle Komponenten funktionieren herstellerunabhängig und sind ISO 50001- und ISO 50003-konform. Als Messgerät kommt hier ebenfalls das Energie- und Leistungsmessgerät econ sens3 zum Einsatz. Von diesem fließen die Messdaten in die Auswertungssoftware econ3. Sie liefert alle für die ISO 50003 relevanten Auswertungen. Für die Korrelationsanalyse und die Bildung von Kennzahlen können medienunabhängig auch Werte von bestehenden Zählern oder Fühlern sowie Daten aus Unternehmenssystemen (ERP, MDE/BDE) in die Software einfließen. Auf dieser Datenbasis lassen sich Kennzahlen relativ einfach definieren, die das System dann fortlaufend ermittelt. Der Energieeinsatz in verschiedenen Zeiträumen oder bei verschiedenen Aufträgen kann unmittelbar verglichen werden, Abweichungen sind sofort sichtbar. Dadurch können bei ungewöhnlich hohen Verbräuchen sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Werden die Auswertungen erst für die Zertifizierung erstellt, ist meist schon viel Energie verschwendet worden. Erfolg von Maßnahmen aufzeigen Um die Effizienzsteigerung nach ISO 50003 nachzuweisen, muss diese zudem auf eine Maßnahme zurückzuführen sein. Diese erfolgen üblicherweise nach dem Top- Down-Ansatz und sind deshalb in den Auswertungen kaum auszumachen unter anderen Aktivitäten, die den Energieverbrauch ebenfalls beeinflussen, wie Änderungen im Maschinenpark oder Wartungsarbeiten. Deshalb empfiehlt sich hierfür der Bottom-Up-Ansatz. Dabei werden aus den Messwerten Effizienzmaßnahmen definiert und Ziele benannt. Um dies nachvollziehbar zu dokumentieren, ist in econ3 ein Maßnahmen-Tool integriert. Es liefert eine Übersicht über alle Optimierungsmaßnahmen inklusive Nennung der zuständigen Personen, Status der Maßnahme, Vorher- Nachher-Betrachtung der relevanten Messdaten und Kennzahlen sowie dem Invest und der Einsparung. Alle Maßnahmen und Aktivitäten sind auch in den regelmäßigen Berichten vermerkt, die automatisch an Energiemanager, Betriebsleiter und Unternehmensführung gehen. So sehen alle Verantwortlichen auf einen Blick, welche Maßnahmen erfolgreich waren, wie hoch der jeweilige ROI ist und wo nachjustiert werden muss. Für Auditoren und Zertifizierer lässt sich die Effizienzsteigerung zweifelsfrei belegen. Bilder: Aufmacher Fotolia/beermedia; 1-4 econ solutions www.econ-solutions.de Der Betriebsleiter 9/2018 17

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