Aufrufe
vor 1 Jahr

Der Betriebsleiter 9/2016

Der Betriebsleiter 9/2016

FERTIGUNGSTECHNIK

FERTIGUNGSTECHNIK Flexible Präzisionsteilefertigung Standardisierte Werkstückspannung macht produktiver Ein wichtiger Faktor, der zum wirtschaftlichen Betrieb von CNC-Fräsmaschinen und CNC-Bearbeitungszentren beiträgt, ist die Wahl der passenden Werkstück-Spanntechnik. Gerade wenn es um die Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien geht, lohnt es sich, bei den Spannern genauer hinzuschauen, um unproduktive Nebenzeiten möglichst klein zu halten. Die Geschichte des familiengeführten Technologiebetriebs Braun Konstruktionen in Bad Wurzach/Arnach könnte für einen süddeutschen Tüftel-Mittelständler kaum typischer sein: in 25 Jahren vom Konstruktionsbüro über den eigenen Maschinen- und Vorrichtungsbau zum gefragten Fertigungstechnik-Spezialisten. Anton Braun und seine Frau Emmi nahmen im Jahr 1990 allen Mut zusammen und strebten in die Selbständigkeit. Es folgten Jahre des Aufbaus und der Weiterentwicklung. Die Brauns machten sich sowohl im Bau von Vorrichtungen und Sondermaschinen als auch in der Fertigung anspruchsvoller Teile für die Lebensmittel-, Molkerei- und Verpackungs-Industrie sowie den Elektromotoren- und allgemeinen Maschinenbau einen Namen. Gleichzeitig kam die Erkenntnis, sich im scharfen Wettbewerb auf Dauer nur dann behaupten zu können, wenn in modernste Fertigungstechnik und in leistungsfähige Peripherie investiert wird. Werkstückspannung als ein Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit Mit dem Einstieg der beiden Söhne Harald und Andreas stand im Jahr 1995 der Einstieg in die CNC-Bearbeitung an. Spätestens damit war aber auch klar, dass künftig alle Nutzen bringenden Rationalisierungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden müssen, um die hochwertigen CNC-Fräsmaschinen und CNC-Bearbeitungszentren wirtschaftlich betreiben zu können. Dazu gehört u. a. die Werkstück-Spanntechnik. Hier entschied man sich bei Braun – auf Empfehlung des langjährigen Handelspartners Nagel Werkzeug-Maschinen, Ulm – im Jahr 1998 für Präzisions-Werkstückspanner des Schweizer Spezialisten Gressel AG. Harald Braun erläutert: „Mit den Gressel- Spannstöcken vom Typ Gripos haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht und letztlich alle relevanten Maschinen damit ausgerüstet. Dadurch ersparten und ersparen wir uns viel Aufwand, weil sich die Spannstöcke für unsere im Normalfall von Einzelteilen und Kleinserien geprägte Auftragsstruktur sehr universell und hochflexibel einsetzen lassen. Zudem sind die Gripos-Spanneinheiten sehr präzise und langzeitrobust, sodass wir bezüglich reproduzierbarer Genauigkeit bestens gewappnet und hinsichtlich Prozesssicherheit auf der sicheren Seite sind.“ Ergänzend dazu meint Andreas Braun: „Wir fertigen heute Werkstücke ab wenigen Millimetern bis zu Platten im Format 1000 x 3000 mm. Da kommt es schon sehr auf einfaches, schnelles sowie sicheres Spanntechnik-Handling an, um die unproduktiven Nebenzeiten möglichst klein zu halten. Vor allen Dingen gilt dies für die höher automatisierte Teilfertigung, in die wir ab 2013 zu investieren gedachten und dies gegen Ende 2014 dann auch vollzogen.“ Präzisions-Zentrischspanner der anderen Art Konkret berdeutete dies die Beschaffung eines 5-Achsen-CNC-Hochleistungsbearbeitungszentrums vom Typ C 32 U von Hermle, das mit einem Werkstückmagazinund Beschickungssystem kombiniert ist und heute eine autark-flexible Fertigungszelle darstellt. Zunächst wurde im Januar 2015 die Maschine installiert. Einige Monate später folgte die Integration des Werkstückmagazin- und Beschickungssystems und dieses wiederum wurde mit den neuen Zentrischspannern von Gressel vom Typ C2 ausgerüstet. Denn fast parallel zur Beschaffungsphase des BAZ C 32 U präsentierte Gressel auf der Fachmesse AMB 2014 den Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit 14 Der Betriebsleiter 9/2016

01 Optimales Zusammenspiel: 5-Achsen-CNC-Hochleistungs- Bearbeitungszentrum und Zentrischspanner neuen Zentrischspanner C2 und konnte damit anlässlich einer weiteren Vorführung den langjährigen Kunden Braun voll überzeugen (s. Kasten). Prägen kann entfallen Mit der Inbetriebnahme des BAZ C 32 U kamen zunächst drei Zentrischspanner vom Typ C2 125 L-160 zum Einsatz. Mit dem Werkstückmagazin- und Beschickungssystem kamen weitere 17 Zentrischspanner desselben Typs hinzu, sodass die Fertigungszelle aktuell über 20 Spanneinheiten verfügt. Diese sind auf 16 Wechselpaletten montiert, also befinden sich teilweise zwei Zentrischspanner auf einer Palette, etwa wenn es um das Aufspannen und die 5-Seiten-Komplettbearbeitung längerer oder großdimensionierter Teile geht. Die Zentrischspanner sind mit Wendebacken Grip bestückt und erlauben somit die sofortige und formschlüssige Rohteil-Spannung (z. B. sägeraue, nicht entgratete Teile), wodurch auf den zusätzlichen Arbeitsgang Prägen verzichtet werden kann. Dazu gibt noch weitere die Wirtschaftlichkeit steigernde Vorteile, wie Harald Braun abschließend erläutert: „Die automatisierte autarke Fertigung steht und fällt u. a. auch mit der Werkstück-Spanntechnik. Wir haben alle im Speicher befindlichen Zentrischspanner C2 mit identischen Spannbacken ausgerüstet, um in nur einer Aufspannung die 5-Achsen-/Seiten-/Komplett-/Simultanbearbeitung plus die abschließende Bearbeitung der sechsten Seite vornehmen zu können, ohne die Backen wechseln zu müssen. Die Gressel-Zentrischspanner sind mechanisch so genau und stabil aufgebaut, dass selbst bei hohen Spannkräften keine Aufbiegung zu verzeichnen ist. Zudem ist die Zentriergenauigkeit so hoch, dass wir die Zentrischspanner C2 auch auf einer Wechselpalette montieren und eine hohe Fluchtgenauigkeit gegeben ist. Das können andere Zentrischspanner nicht, weil sie zu viel Spiel haben und sich konstruktiv bedingt zu weit aufbiegen.“ www.gressel.ch 02 Mit 16 Wechselpaletten und insgesamt 20 Zentrischspannern C2 125 L-160 von Gressel bestücktes Werkstückmagazin- und Beschickungssystem Erfolgreich auf dem Weg zu Industrie 4.0 10. November 2016 Bad Pyrmont Auditorium Phoenix Contact Keynote Speaker Ranga Yogeshwar Zentrischspanner C2 Der mechanische Zentrischspanner C2 zeichnet sich als rein mechanisches System durch hohe Genauigkeit, hohe Spannkraft, reproduzierbare Spannpräzision, komplette Kapselung des Spindelantriebs und angepasste Konstruktion für den optimalen Späneabfluss aus. Die mechanische Genauigkeit und das vorgespannte, spielfreie Zentrumslager sorgen in Kombination mit eingepassten Schiebern für eine hohe Wiederholgenauigkeit im Bereich von ± 0,01 mm für den C2 mit 125 mm bzw. ± 0,015 für den C2 mit 160 mm Backenbreite. Individuell anzupassende Spannkräfte von 35 kN (C2-125) bzw. 50 kN (C2-160) und die Möglichkeit der Erst- sowie Zweitseiten-Bearbeitung mit ein und demselben Zentrischspanner C2 bringen dem Anwender direkten Nutzen und Kostenersparnis, weil die ansonsten zweistufige Erstseiten-Bearbeitung und das damit verbundene Umspannen/Ausrichten sowie der eventuelle Backenwechsel entfallen. Außerdem stellen die Zentrischspanner C2 eine ideale und kostengünstige Lösung für den Einsatz in Werkstück-/Palettenspeichern dar, wie auch bei der Firma Braun praktiziert. Jetzt anmelden: effektive-fabrik.de Die MES-Experten! www.mpdv.com

© 2016 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ausgabe