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Der Betriebsleiter 7-8/2019

Der Betriebsleiter 7-8/2019

MONTAGE UND HANDHABUNG

MONTAGE UND HANDHABUNG MARTIN LANGHOFF, GESCHÄFTSFÜHRER DER SUPERWURM E.K., DÜREN Was war der Grund dafür, dass Sie sich entschlossen haben, Ihre Wurmfarm zu automatisieren? Wettbewerbsfähigkeit. Wir haben es in Europa auch mit Ländern zu tun, in denen die Stundensätze ein Bruchteil von unseren sind. Wenn wir alles von Hand machen, sind wir nicht wettbewerbsfähig hier in Deutschland, auf keinen Fall! Die Zukunft liegt in der Automatisierung. Sie haben die Maschinen ja alle selbst gebaut, über welche Ausbildung verfügen Sie? Ich habe ursprünglich mal Maschinenschlosser bei Ford gelernt. Dann bin ich wieder auf die Schule zurück, habe mein Abitur nachgeholt und anschließend Konstruktionstechnik in Köln studiert. Dann bin ich aber abgebogen in die Softwareentwicklung hinein. Seither fasziniert mich einfach alles, was mit Technik und Software zu tun hat. Wie sind Sie auf Igus aufmerksam geworden? Ich habe nach bezahlbaren Komponenten gesucht, die auch noch mit Schmutzumgebungen zurechtkommen. Da bin ich übers Internet auf die Lager von igus aufmerksam geworden. Das Unternehmen kannte ich schon von der Hannover Messe. Welche Vorteile bieten die Igus-Komponenten in Ihren Anwendungen? Sie sind robust, wartungsfrei und schmierfrei, was in unserer schmutzigen Umgebung äußerst relevant ist. Und das Wichtigste: Sie sind für mich bezahlbar, auch in einem Experimentierstadium. Wenn ich anfange, eine Maschine zu bauen, weiß ich ja noch nicht, ob sie funktioniert. Mit den Konstruktionsdaten, die man auf dem Portal herunterladen kann, kann man bereits sehen ob die jeweilige Komponente in die Anwendung hineinpasst. Und es gibt kompetente und freundliche Mitarbeiter, die einem immer helfen, wenn es doch mal Fragen gibt. Das Interview führte Martina Klein. empfindlich. Ideal also für den Einsatz in Langhoffs FTF. Für die Bewegung der Zahnriemenachsen werden die Leitungen mit Hilfe einer E6 E-Kette geführt. So wird ihre Lebensdauer erhöht und sie sind vor äußeren Einflüssen, z.B. Quetschungen, geschützt. Sind die Container vollständig ins FTF eingezogen, wird durch einen Igus-Schrittmotor (Baugröße Nema23) eine Schranke geschlossen, um beim Transport für zusätzliche Sicherheit zu sorgen. Nur dadurch sind eine CE-Kennzeichnung und eine Zulassung für die Nutzung im Betrieb möglich. An der neuen Fütterungs- und Bewässerungsanlage angekommen, fährt das FTF die Container zum ersten Roboter, der diese nacheinander vom Rollwagen-Stapel auf ein Fließband stellt. Dabei arbeitet er mit einem intelligenten Greifer, der die Position der Container erkennt, korrigiert und diese erst anhebt, wenn ein sicherer Griff garantiert ist. „Dafür brauchten wir kostengünstige, kompakte und leichte Bauteile“, erklärt Langhoff. Zum Auf- und Zufahren des Greifers werden deshalb Wellen in Igubal-ESTM-Stehlagern gelagert. Sie halten dank speziellen Tribopolymeren hohen radialen Belastungen stand, sind selbstschmierend und somit wartungsfrei. Für die Bewegung des Roboters förderlich sind außerdem ihr schwingungsdämpfendes Material und natürlich das geringe Gewicht. Um die Leitungen bei den schnellen Bewegungen des Roboters sicher zu führen und für eine hohe Lebensdauer zu sorgen, wird eine Energiekette der Baureihe E4 eingesetzt. Zusätzlich kommen Igus-Schrittmotoren (Baugröße Nema23) mit Getriebe zum Einsatz, damit der Greifer die Container auf das Fließband bewegen kann. Auf dem Fließband werden die Container dann automatisch bewässert und es wird Futter auf die Erde gestreut. Am anderen Ende des Fließbands hebt ein zweiter Roboter die bewässerten und mit Futter versehenen Container vom Fließband zurück auf einen Rollwagen, das FTF holt sie ab und fährt sie zurück ins Lager. Sollte der FTF-Akku leer sein, fährt das Fahrzeug selbstständig zur Ladestation und ist nach 30 min wieder einsatzbereit. Nach der Optimierungsphase plant der Familienbetrieb ein zweites baugleiches FTF einzusetzen, um den Prozess zusätzlich zu beschleunigen. NOCH MEHR AUTOMATISIERUNG „Kleine Unternehmen müssen bezahlbare und einfache Automatisierungslösungen für Produktion und Lager nutzen, um mit den Großen mithalten zu können.“, erklärt Martin Langhoff. Das ist einer der Gründe, warum er die eigenen Entwicklungen auch anderen Unternehmen zur Verfügung stellen möchte. Die Langhoffs planen, ihre Automatisierungslösungen zu vertreiben und haben dafür die Firma RobCoTec gegründet. Dass in den Maschinen Igus-Produkte eingesetzt werden, ist auch hier von Vorteil: Die Komponenten sind besonders verschleißfest und wartungsfrei. So könne man sichergehen, dass die Maschinen beim Kunden lange und zuverlässig laufen, sagt Langhoff. Und Igus-Produkte sind im Notfall überall schnell verfügbar. Zahlreiche Niederlassungen ermöglichen Kunden weltweit eine schnelle Verfügbarkeit von Bauteilen. „Außerdem schätzen wir den schnellen und unkomplizierten Service von Igus. Das findet man nicht überall“, fügt Langhoff hinzu. Für die Zukunft sieht er weiteren Automatisierungsbedarf mit Hilfe von Igus-Produkten in seinem Betrieb und verspricht: „Die ersten Ideen habe ich schon im Kopf“. Bilder: igus, Martina Klein www.igus.de VIDEO Besuchen Sie mit uns die Wurmfarm und erleben Sie Low-Cost-Automation in diesem außergewöhnlichen Einsatz. http://bit.ly/Wurmfarm S16 SUPPLEMENT 2019

KNICKARMROBOTER: EX-EIGNUNG BEREITS WERKSSEITIG INTEGRIERT MASSGESCHNEIDERTE FÖRDERTECHNIK AUS DEM BAUKASTEN Knickarmroboter von Mitsubishi Electric sind ab Werk auch für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet und dank dieser Qualifikation kurzfristig mit Einzelzertifizierung lieferbar. So hat der Hersteller zwei 6-Achs-Knickarmroboter mit einer Tragkraft bis 7 kg und Schutzart IP67 durch AEP Zimmer aus Mannheim zertifizieren lassen: Der Roboter RV-7FRM-D Ex3G erreicht die Ex-Schutzklasse II 3G c IIB T3 Gc. „Die Prüfer waren hoch beeindruckt, weil an den Seriengeräten überhaupt keine Modifikationen notwendig waren“, sagt Michael Finke, Product Manager Robots bei Mitsubishi Electric. „Lediglich die Betriebsanleitung musste um ein Kapitel erweitert werden, welches besondere Hinweise zum Einsatz des Roboters in explosionsgefährdeten Bereichen enthält.“ Weil die Roboter ihre Ex-Eignung ab Werk mitbringen – einschließlich der Möglichkeit, im Gehäuse einen Unter- oder Überdruck herzustellen – sind sie kurzfristig mit Atex-Zertifizierung gemäß Zone 2 verfügbar. www.mitsubishielectric.com Die zur MK Technology Group gehörende E-M-M-A GmbH ist spezialisiert auf modulare Fördersysteme. Auf Basis standardisierter Elemente werden unter anderem Scharnierbandförderer und Spiralförderer umgesetzt. Die Scharnierbandförderer von Emma, auch Kunststoff- Kettenförderer genannt, eignen sich speziell für industrielle Einsätze. Nahezu jeder denkbare Streckenverlauf im dreidimensionalen Raum soll bei vergleichsweise geringem Platzbedarf realisiert werden können. Mithilfe von variierenden Kettenbreiten, Mitnehmern und Seitenführungen lassen sich Produkte von 10 bis 600 mm transportieren, bei Bedarf auch auf Werkstückträgern. Der kompakte Spiralförderer SV Nano eignet sich hingegen für die vertikale Beförderung von Waren über einen Höhenunterschied von bis zu 10 m ohne Steuerungsaufwand. Mit einem Durchmesser von 790 mm lässt sich das System ebenfalls gut in begrenzt vorhandene Infrastrukturen integrieren. Ergänzt wird das Emma-Portfolio durch Kurvengurtförderer und Knickförderer. www.e-m-m-a.eu SENSORIK FÜR ZUVERLÄSSIGEN BETRIEB VON LINEARFÜHRUNGEN Schaeffler DuraSense überwacht den tribologischen Zustand von Linearführungen auf Basis von Schwingungssignalen. Herzstück ist die Pre-Processing-Unit für bis zu sieben Sensoren, die einen aussagekräftigen Schmierkennwert generiert. Bei Überschreitung des Grenzwertes sendet DuraSense ein Signal an die Maschinensteuerung. Die Pre-Processing-Unit kann wahlweise digitale Signale 0 bis 24 V oder analoge Signale 4 bis 20 mA an die Maschinensteuerung ausgeben. Das digitale Signal zeigt an, ob sich der Schmierzustand des Laufwagens im Soll-Zustand befindet oder ob ein Nachschmieren notwendig ist. Das analoge ermöglicht hingegen eine differenziertere Betrachtung und bietet somit die Möglichkeit, den Schmierkennwert für weiterführende Analysen zu nutzen. Indem DuraSense den Schmierzustand der Führung transparent macht und ein kritisches Niveau anzeigt, lassen sich selbst ganze Fertigungslinien vor ungeplanten Stillständen schützen, sodass die Gesamtanlageneffektivität steigt. www.schaeffler.com So einfach wie möglich. KOMPLETTLÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE Die kompromisslose Einhaltung des Baukastenprinzips bei Vermeidung von überflüssiger Produktvielfalt und Verbindungstechnik ohne Bearbeitung sind die entscheidenden Merkmale des MiniTec-Profilsystems. www.minitec.de

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