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Der Betriebsleiter 7-8/2019

Der Betriebsleiter 7-8/2019

INTRALOGISTIK Tradition

INTRALOGISTIK Tradition und Moderne Wie sichere Gefahrstofflagerung mit neuen Anforderungen Schritt hält Traditionell produzierte Typenschilder oder modern mit 3D-Druck erzeugte Metallkeramiken – bei der Herstellung beider Produkte kommen entzündliche Gefahrstoffe zum Einsatz – Lösemittel oder Metallpulver – die einer sicheren Lagerung bedürfen. Doch obwohl von beiden Stoffen im Grunde dieselbe Gefahr ausgeht, könnten sie und die Bedürfnisse der Anwender nicht unterschiedlicher sein. Das wirkt sich auf die Sicherheitslösung aus. 01 Die Firma Ernst Wenzelmann aus Unnau im Westerwald benötigt zur Herstellung ihrer langlebigen Typenschilder viele verschiedene Arten von Farben und Lösemitteln. Diese flüssigen Arbeitsmaterialien sind meist in kleineren Behältern bevorratet und kommen nach dem Gebrauch in einen Typ-90-Sicherheitsschrank mit Auszugswannen von asecos. Damit ist nicht nur der vorgeschriebene Brandschutz gewährleistet, sondern auch ein hohes Lagervolumen geboten, das ideal zur Lagerung kleiner Gebinde geeignet ist und eine gute Übersicht über die einzelnen Gefäße erlaubt. Anstelle des früher erforderlichen separaten Farbraumes hat man sich für Schränke in Arbeitsplatznähe entschieden, auch weil sie immer wieder neu platziert werden können, wenn sich die Anforderungen an die Räume ändern. Über die Hallendecke sind die Schränke mit einer flexiblen Frischluftanlage verbunden. Dadurch können sie bei einem Umbau ohne weiteres als frei zu bewegende Module verschoben werden. „Wir brauchen die asecos-Gefahrstoffschränke dann einfach nur mit einer Ameise zu verschieben. Sie lassen sich mit einem Wickelfalzrohr ganz einfach an anderer Stelle im Raum an unsere zentrale Abluft­ 30 Der Betriebsleiter 7-8/2019

anlage anschließen. Damit ersparen wir uns sehr viel Aufwand und auch die Genehmigungsverfahren, die bei der Einrichtung eines neuen Farbraums erforderlich wären“, erläutert Ernst Ludwig Wenzelmann. Neue Fertigungsverfahren bringen neue Anforderungen Die Anforderungen an die Gefahrstofflagerung bei additiven Fertigungsverfahren, wie z. B. bei der Herstellung von Metallkeramiken, sind andere. Denn die eingesetzten Metallpulver, Pulvergemische und Legierungen sind mit großer Vorsicht zu behandeln. Mögliche Risiken wie Toxizität, Entflammbarkeit, Instabilität und Reaktivität müssen vorab für die verwendeten Materialien identifiziert werden. Meist messen die Partikel nicht mehr als 100 µm und stellen dadurch eine erhöhte Gefahr bei Hautkontakt und Einatmung dar. Unabhängig vom spezifischen Herstellungsprozess kön­ 01 Für die sichere Lagerung von Pulvermaterialien für additive Fertigungsverfahren gibt es bereits Lösungsmöglichkeiten 02 Bei der Lagerung von Farben und Lösemitteln ersetzen heute Typ-90-Sicherheitsschränke die früher erforderlichen Farbräume Sicher lagern: VDI-Entwurf zur additiven Fertigung Weil Fertigungsverfahren mit Metallpulvern noch sehr neu sind, sind technische Regeln und Richtlinien rund um das Thema gerade erst am Entstehen. Ein Entwurf des VDI zu additiven Fertigungsverfahren (VDI 3405 Blatt 6.1:2018-06 - Entwurf) gibt „Empfehlungen für die arbeitssichere Prozessgestaltung“. Darunter auch zur Lagerung von Pulvermaterialien, die sich auf die TRGS 510 beziehen: „Es werden Sicherheitsschränke, wie sie auch für die Lagerung von Chemikalien üblich sind, für die Einlagerung kleinerer Pulvermengen empfohlen (vgl. TRGS 510, Abschnitt 1, Tabelle 1, 4.2(9)2., 12.1(3), Anlage 3). Weisen die Sicherheitsschränke eine Feuerwiderstandsfähigkeit von über 90 Minuten auf, gelten diese als Lagerabschnitt und können auch für die Einlagerung größerer Mengen (bis zu 200 kg) genutzt werden.“ nen sich reaktive Metallpulver auch entzünden oder als Staub-Luft-Gemisch explodieren. Eine mögliche Explosionsfähigkeit besteht ab einer Korngröße kleiner als 67 µm – garantiert explosionsfähig ist ein Pulver bei 3 bis 13 µm. Die Gefährdung kann dann bereits von einer erhöhten Raumtemperatur ausgehen oder Behälter können infolge einer elektrostatischen Entladung in Brand geraten. Für die Lagerung der Pulver ist ebenfalls ein Sicherheitsschrank mit 90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit wichtig. Doch im Unterschied zur Kleingebindelagerung der Wenzelmann GmbH ist zum Lagern von Metallpulvern eine ganz andere Innenausstattung notwendig. Denn die verschiedenen Metallpulverarten sind aufgrund ihrer Dichte äußerst schwer. Der neu entwickelte Metallpulver-Schrank von asecos ist deshalb mit Schwerlast-Gitterrosten mit einer maximalen Traglast von je 180 kg ausgestattet. Zudem signalisiert – neben der Standard-Kennzeichnung DIN EN 14470-1 – ein spezieller Metallpulver-Aufkleber dem Anwender bereits bevor er den Schrank öffnet, dass entzündbare und gesundheitsgefährdende Metallpulver gelagert werden dürfen. Fazit Ob traditionelle oder neue Verfahren – im Vordergrund steht beim Umgang mit gefährlichen Stoffen stets die Sicherheit bei Lagerung und Handling, um Mensch und Umwelt zu schützen. asecos schafft dafür frühzeitig Lösungen und entwickelt Sicherheitstechniken, die auf die speziellen Anforderungen aus dem Markt eingehen. Bilder: Jag_cz/Fotolia.de; asecos; Wenzelmann www.asecos.com 02 Im Fokus Sicherheit Effizienz Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 7-8/2019 31

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