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Der Betriebsleiter 7-8/2016

Der Betriebsleiter 7-8/2016

INTRALOGISTIK

INTRALOGISTIK Zweifelsfreie Identifikation Barcodebasierte Lagerkennzeichnung reduziert Durchlaufzeiten 02a 02b 02c Seit Jahren wächst ein Hersteller von Zäunen, Gittern und Toren kontinuierlich. Allein in den letzten zehn Jahren hat das Unternehmen zwei weitere Standorte sowie ein neues Zentrallager eröffnet. Im Zuge der Expansion wurde die Logistik durch mobile Datenerfassung modernisiert. Ein wichtiges Detail war dabei die Kennzeichnung der Stellplätze mit verschiedenen Barcodelösungen. Das 1926 gegründete und in dritter Generation geführte Familienunternehmen Draht Mayr GmbH liefert vom klassischen Gartenzaun über Ballfangzäune für Sportanlagen und Wellengitter zum Sichern von Fertigungsstraßen bis hin zu Spezialanfertigungen an örtliche Kleinbetriebe ebenso wie an weltweit tätige Industrieunternehmen. Seit Jahren wächst das Unternehmen und erwirtschaftete zuletzt mit rund 90 Mitarbeitern fast 40 Millionen Euro. „Trotz mehrerer Um- und Anbauten platzte unser Hauptsitz in Dielheim aus allen Nähten“, sagt Kai Baumgärtner, Leiter Logistik der Draht Mayr GmbH. „Um vor allem mehr Lagerkapazitäten zu schaffen, haben wir deshalb 2013 ein leer stehendes Lager in Walldorf erworben.“ In den folgenden zwei Jahren wurden die rund 7000 m² große Freifläche sowie zwei Lagerhallen mit 3000 m² bzw. 5000 m² umgebaut und ein neues Versandbüro errichtet. Im Zuge dieses Umbaus implementierte Draht Mayr eine mobile Datenerfassung und stieg mit den Kennzeichnungslösungen von ONK in die barcodierte Lagerkennzeichnung ein. Deutlich reduzierte Zugriffs- und Auftragsdurchlaufzeiten Von 6000 verschiedenen Artikeln, Sonderlösungen ausgenommen, sind mindestens 2000 immer abrufbereit auf Lager in Walldorf. Durch die neue elektronische Datenerfassung mit Richtzetteln und MDE-Geräten verringern sich bei Draht Mayr vor allem Zugriffs- und in der Folge Auftragsdurchlaufzeiten. „Statt wie bisher Zettel schreiben – rausgeben – abarbeiten – Verlader sucht Ware, wird kommissionierte Ware nun direkt lagerplatzbezogen bereitgestellt und mittels EDV automatisch im Auftrag hinterlegt“, beschreibt Baumgärtner die Vorteile. Das Versandbüro sieht so just in time, ob ein Auftrag zur Auflieferung bereit ist. Voraussetzung für beschleunigte Prozesse, aber auch minimierte Fehlerraten sowie Rückverfolgbarkeit ist eine systematische Barcodekennzeichnung jedes einzelnen Stellplatzes – umso mehr, als dass Kommissionslager und Teilbereiche des Hochregallagers chaotisch strukturiert sind. „Das war komplettes Neuland für uns. Mit ONK haben wir einen Partner gefunden, der 26 Der Betriebsleiter 7-8/2016

INTRALOGISTIK 01 Draht Mayr hat seine Logistik durch mobile Datenerfassung modernisiert 02a-c Zur zweifelsfreien Identifikation der rund 2000 Stellplätze in Blocklagern sowie Paletten-, Hochregal- und Kragarmregallagern kommen u. a. barcodierte Man-down-Etiketten, Magnetetiketten, Palettenspangen und selbstklebende Bodenmarkierungen von ONK zum Einsatz 03 Auf Paletten gelagerte Wellengitter und Rundrohre werden durch Palettenspangen eindeutig identifiziert 03 uns von der Planung bis zur Umsetzung unserer Lagerkennzeichnung begleitet hat“, betont Baumgärtner. Im Vorfeld inspizierte ONK ausführlich die Gegebenheiten vor Ort, um die Kennzeichnungslösungen auf vorhandene Technik, Strukturen und Prozesse anzupassen. „Dort, wo Standardlösungen nicht möglich waren, wurden uns kreative Lösungen aufgezeigt. Und selbst bei Lieferschwierigkeiten eines Vorlieferanten konnten wir kurzfristig eine gemeinsame Lösung finden“,so Baumgärtner. Zur zweifelsfreien Identifikation der rund 2000 Stellplätze in Blocklagern sowie Paletten-, Hochregal- und Kragarmregallagern kommen Regalzeilenschilder, Man-down- Etiketten, Magnetetiketten, Palettenspangen und selbstklebende Bodenmarkierungen zum Einsatz. Auf Paletten gelagerte Wellengitter der Eigenmarke Ranko und Rundrohre zum Beispiel werden jetzt durch Palettenspangen eindeutig identifiziert. Die witterungs- und kaltbruchbeständigen Spangen lassen sich auf rechtem, linkem oder Mittelklotz von euronormierten Holzund Kunststoffpaletten aufstecken. Das macht die Kennzeichnung einerseits variabel, andererseits können Barcodes jederzeit abgelesen werden, egal ob die Palette längs-, quer-, front- oder rückseitig abgestellt ist. Hohe Regalbereiche vom Boden aus lesen Erstmals betreibt Draht Mayr in Walldorf auch ein Hochregallager. Um selbst die oberen der insgesamt sieben Regalebenen auf über sechs Metern Höhe fehlerfrei und ohne Long-Range-Scanner lesen zu können, kommen mehrfarbige Man-down-Etiketten zum Einsatz. Sie bestehen aus zwei Etiketten mit jeweils identischer Farbgebung und Barcodes. Eines der beiden Etiketten ist in der nicht scanbaren Höhe am Lagerplatz angebracht, das andere an einer für den Kommissionierer gut erreichbaren Stelle in Sichthöhe. Anders als das obere ist das untere Etikett jedoch kein Einzel-, sondern ein Mehrfachetikett. Es bildet alle Lagerplätze eines Feldes ab, wobei Farbkennzeichnung und Barcode dem jeweiligen Regalfach entsprechen. Die auf dem Mehrfachetikett direkt neben- bzw. untereinander abgebildeten Barcodes sind so gedreht, dass sie sich optimal scannen lassen. Bei der Einlagerung Kennzeichnungslösungen über den Standard hinaus ONK entwickelt, fertigt und montiert Etiketten, Schilder und Markierungen zur Kennzeichnung und Identifikation in Lagern. Das Angebot an Kennzeichnungslösungen geht weit über sonst gängige Standardprogramme hinaus. Es umfasst u. a. Blocklagerschilder mit angewinkeltem Profil und höhenverstellbarer Deckenabhängung, Aluminiumetiketten mit mittels Laser herausgeschnittener Beschriftung, retroflektierende Etiketten für die Erhöhung von Scandistanzen sowie Schilder mit Winkeln zwischen 1 und 179 Grad. Um sein Angebot an Speziallösungen auszubauen, hat ONK 2015 knapp eine halbe Million Euro in den Ausbau seiner Produktion investiert. Ein zweiter Erfolgsfaktor sind die angegliederten Services. „Wir begleiten Kunden von der Planung bis zur Montage“, betont Geschäftsführer Thorsten Kasten. ONK berät bei der optimalen Lagerorganisation, sei es im Zuge der Reorganisation eines bestehenden oder bei der Planung eines neuen Lagers. Basis der Lagerorganisation bildet der Nummernschlüssel. Mit Hilfe dieser Koordinaten lässt sich jeder Lagerplatzeindeutig zuordnen und schnell auffinden. Die notwendigen Etiketten und Schilder passt ONK dann kundenspezifisch u.a. an die jeweilige Artikellogistik und Lagersoftware an und montiert diese europaweit. wird das Material am Lagerplatz abgelegt und der Barcode des farblich identischen Man-down-Etiketts eingelesen. Abriebfeste Barcodes in nahezu fotografischer Qualität In Bereichen des Hochregallagers, in denen Stellplätze variieren, kommen bei Draht Mayr magnetisch haftende Etiketten zur temporären Kennzeichnung zum Einsatz. Sie lassen sich in Sekundenschnelle an den eisenhaltigen Regalträgern und -traversen aufbringen und jederzeit rückstandsfrei ablösen und neu positionieren. Die Magnetetiketten bedruckt ONK direkt. Barcodes sind dadurch nicht nur abriebfest, sondern erscheinen auch in nahezu fotografischer Qualität, was das Auslesen erleichtert. Das rund 7000 m² große Freigelände nutzt Draht Mayr als Blocklager. Doppelstab matten und Viereckgeflechte, sofern nicht blank und damit bei rohem Stahl rost- und bei verzinktem Stahl weißrostanfällig, sind aufgrund ihrer guten Stapelbarkeit dort auf Paletten in bis über vier Metern Höhe gelagert. Auch größere Mengen an Toren derselben Abmessung sowie Gabionen der Eigenmarke Ranko finden im Außenlager Platz. Gekennzeichnet sind die Stellplätze mit auf Bodenmarkierungen aufgedruckten Barcodes, die dem Staplerverkehr Stand halten. Die rund 2000 Kennzeichnungslösungen haben Mitarbeiter von Draht Mayr selbst montiert. In der Winterzeit sind in der Zaunbaubranche immer ein paar Kapazitäten frei. Bei Bedarf bietet ONK aber diesen Montageservice auch an. Fazit „Wir sind äußerst zufrieden mit der Umsetzung unserer Ideen durch ONK“, resümiert Baumgärtner. Im Sommer 2015 ging das neue Lager planmäßig in Betrieb. Seine Bewährungsprobe hat Walldorf mit der Hochsaison im Frühjahr bestanden. „Kürzere Auftragsdurchlaufzeiten, das wissen unsere Kunden zu schätzen. Kundenzufriedenheit sowie Kostenersparnis durch geringere Fehlerquoten und schnellere Zugriffzeiten, das wissen wir zu schätzen“, schließt Baumgärtner. Bester Beweis hierfür ist die stark reduzierte Anzahl an Reklamationen, die Quote der Falschverladungen beispielsweise reduzierte sich um ca. 80 %. Bilder: Draht Mayr GmbH www.onk.de Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 7-8/2016 27

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