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Der Betriebsleiter 7-8/2016

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INTRALOGISTIK Auf

INTRALOGISTIK Auf optischer Spur Vielseitig einsetzbares, leicht zu bedienendes fahrerloses Transportsystem Eine Neuentwicklung im Bereich fahrerlose Transportsysteme (FTS) befördert Behälter und Kartonagen mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm, lässt sich schnell und einfach implementieren und ist kurzfristig an neue Anforderungen anpassbar. Das System eignet sich für Anwendungen in der Logistik und Kommissionierung ebenso wie in der Fertigung und Montage. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) verund entsorgen Produktionsanlagen, verbinden Wareneingang, Produktion, Lager und Warenausgang. Durch den automatisierten Transport kommt es zu weniger Beschädigungen und die Mitarbeiter müssen keine schweren Lasten heben. Am Markt verfügbare FTS für Behälter oder Kartons zeichnen sich meist durch verzweigte Transportnetzwerke und eine Vielzahl zu koordinierender Transportfahrzeuge aus. Kostentreiber ist eine vergleichsweise aufwendige Sensorik, die für die Sicherheit der Mitarbeiter und der zu befördernden Waren sorgt, und sicherstellt, dass die Fahrzeuge auch zum Ziel gelangen. Dazu kommen Lastübergabeeinrichtungen, die Funk - in frastruktur und das Leitsystem. Diese gesamte Technik ist nicht nur aufwendig und kostenintensiv. Muss der Anwender das Transportnetzwerk kurzfristig an neue Routen anpassen, ist er meist wenig flexibel. Er benötigt teure Lokalisierungseinrichtungen und muss Lernfahrten durchführen. Das kostet Zeit. „Mit unserem LEO Locative profitiert der Anwender insbesondere von der einfachen Inbetriebnahme und der sehr intuitiven Bedienung“, beschreibt Dennis Ramers, Produktmanager für den Bereich Maschinen bei Bito. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen äußerst effizienten Behältertransport anzubieten, den auch kleinere und mittelgroße Unternehmen sicher beherrschen können.“ Dieser handhabt Behälter und Kartonagen mit einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm. Mit dieser Innovation steigt Bito aber nicht in die bestehende Welt der aktiv fahrenden Transportsysteme ein, sondern eröffnet ein neues Feld. „Wir sehen unser System in einem jungen und in unseren Augen wachsenden Markt angesiedelt“, sagt Dennis Ramers. Die Entwicklung fand gemeinsam mit dem IML Fraunhofer Institut in Dortmund statt. Das Sicherheitskonzept wurde in enger Abstimmung mit der Berufsgenossenschaft ausgearbeitet und getestet. Optische Spur: schnell angebracht und wieder entfernt Das Besondere an LEO Locative: Er folgt einer optischen Spur, die der Anwender einfach auf den Boden kleben und auch schnell wieder entfernen kann. Damit ist er flexibel und kann das System jederzeit erweitern und ändern. Über zusätzliche Markierungen weiß der Transporter stets, wo er sich befindet, und steuert so seine Ziele sicher an. Damit stellt das Transportsystem auch nur geringe Anforderungen an die vorhandene technische Infrastruktur. Es wird zum Beispiel kein WLAN für Navigation oder 24 Der Betriebsleiter 7-8/2016

INTRALOGISTIK 01 Das selbstfahrende Transportsystem in seinem Arbeits- und Funktionsumfeld Kommunikation benötigt. Ein Kamerasensor stellt die Spurführung sicher und kann Data-Matrix-Codes erkennen. „Dazu werden auf der Strecke Fahrbefehle angebracht, sogenannte Marker“, erläutert Dennis Ramers. Dabei handelt es sich um Aufkleber mit Codierung. Die Layout-Marker zeigen an, wo sich welche Station befindet: Der Transporter erfährt zum Beispiel, dass er an der nächsten Abzweigung rechts zu Station zwei f ahren muss. Befinden sich Ziel-Marker auf der Strecke, übermitteln diese ihm Befehle wie: Fahr bitte Station drei an. „Diese Codes können auch dynamisch sein“, erklärt Dennis Ramers. Der Mitarbeiter kann während des Betriebs den Zielort über ein Display entsprechend ändern. Die Aufkleber können zudem Fahrbefehle beinhalten und dem Transporter mitteilen, dass er seine Geschwindigkeit verringern soll. Dies bietet sich an, wenn sich sehr viele Personen in der Halle befinden. Zwei Elektromotoren treiben das Fahrzeug an. Dieses erreicht eine Geschwindigkeit von maximal 0,8 Metern pro Sekunde. Damit es rechtzeitig stoppt, wenn sich ein Gegenstand oder eine Person auf der Fahrbahn befindet, ist das System mit einem Sensor ausgerüstet. Dieser schafft auch die 02 Das fahrerlose Transportsystem LEO Locative lässt sich sehr einfach einführen und ist bereits nach wenigen Stunden für den Grundbetrieb einsatzbereit Im Betriebsalltag bereits bewährt Zu den Kunden, die das Bito-System erfolgreich im Echtbetrieb getestet haben, gehört in-Tec im südhessischen Bensheim. Das Unternehmen startete 1996 zunächst mit der Produktion von Instrumentenschläuchen und Kabeln für den Dentalbereich. Seitdem hat sich der Systemlieferant, OEM- und Auftragshersteller auf die Montage von Baugruppen, Kabelkonfektionierung und die Herstellung einbaufertiger sowie hochwertiger Bauteile spezialisiert. Dazu gehören medienführende Schlauchsysteme. Um beispielsweise fertig konfektionierte Dentalschläuche in Kartonagen zu verpacken, holt LEO Locative diese direkt an den Arbeitsplätzen ab und bringt sie ins Lager. Dort durchfährt er eine Übergabestation. Ein angebauter Puffer erlaubt die Einlagerung von sechs Behältern, bevor ein manuelles Handling erforderlich ist. Halte-Befehle sorgen dafür, dass LEO Locative nach einer Leerfahrt zwölf Minuten wartet, bevor er erneut Behälter abholt. Die Abtransporte erfolgen automatisiert und damit ohne Personalaufwand. Die Wege bleiben frei, keine Fördertechnik versperrt den Weg. Und weil die Arbeitsplätze frei von Fertigware sind, spart dies Platz und die Fertigung ist aufgeräumter. nötige Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug. Sollte der Wagen nun anhalten, kann ein Mitarbeiter einfach seinen Fuß gegen den Stop-&-Go-Sensor halten, der sich auf der Rückseite des Systems befindet. LEO Locative verfolgt nun weiter unbeirrt seinen Weg. Der eingesetzte Akku erlaubt eine Betriebszeit von mindestens acht Stunden und lässt sich schnell wechseln. Patentiertes Behälterübergabekonzept Eine Besonderheit stellt das patentierte Übergabekonzept dar, das das Transportsystem ergänzt. LEO Locative fährt der Spur folgend durch eine Übergabestation, gibt seinen Behälter ab und nimmt einen neuen auf – ohne Hilfselektrik oder aufwändige Pneumatik. Und weil er dabei nicht anhält, ist das System immer im Fluss. Aufnehmen lassen sich Behälter mit den Maßen 600 x 400 sowie 400 x 300 Millimeter. Sind die kleineren Behälter quer hintereinander gestellt, kann LEO Locative zwei gleichzeitig transportieren. Anwender können die Übergabestationen zudem als Kommissionierplätze verwenden. Mit einem Aufnahmepuffer ausgestattet, nimmt die Station auch mehrere Behälter auf. Ist diese komplett belegt, erhält das System ein Signal und umfährt die Station selbstständig oder hält vor dieser an. Setzt der Betreiber weitere Fahrzeuge ein, kann er auf Auftragsspitzen schnell reagieren. Vorteile sieht Produktmanager Ramers auch darin, dass sich Hubhilfen einsparen lassen. Das Personal muss die Behälter seltener und auch nur kurz anheben. Denn Übergabestationen und Transporter arbeiten auf ergonomisch optimaler Höhe. 03 An der Doppelstation mit Entnahmepuffer erfolgen Behälterentnahme und -aufgabe mannlos Intuitiv zu bedienen und schnell im Einsatz Bito hat bei seinem Transportsystem sehr viel Wert auf eine einfache Inbetriebnahme und eine intuitive Bedienung gelegt – ohne Einweisung oder spezielle Schulung. Selbstverständlich bietet der Komplettanbieter für Lagertechnik auch hier einen umfassenden Service an. Dieser reicht von der Beratung im Vorfeld bis hin zum After Sales. „Bei der Beratung geht es nicht nur um das Gerät an sich“, beschreibt Dennis Ramers. „Bei Bedarf integrieren wir auch Regaltechnik und die passenden Behälter. www.bito.com Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 7-8/2016 25

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