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Der Betriebsleiter 7-8/2015

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FERTIGUNGSTECHNIK I

FERTIGUNGSTECHNIK I INTERVIEW Disziplinübergreifend denken Ein Spezialist für Blechbearbeitung blickt in die Zukunft Die Industrie ist im Wandel. Komponenten, Systeme, Maschinen werden intelligenter. Völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Welche Auswirkungen hat das auf die Branche der Blechbearbeitung? Die Redaktion sprach mit Dr.-Ing. Mathias Kammüller, Geschäftsführer der Trumpf GmbH + Co. KG und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen. Was bedeutet in Ihren Augen Industrie 4.0 für die Welt der Blechbearbeitung? Industrie 4.0 adressiert ganz zentrale Anforderungen unserer Kunden. Die Branche der Blechbearbeiter kämpft mit sinkenden Losgrößen bei gleichzeitig steigender Variantenvielfalt. Dadurch entsteht eine ganz neue Komplexität, die ohne digitale Unterstützung kaum mehr zu bewältigen ist. Industrie 4.0 hilft dabei, Transparenz zu schaffen und die Fertigung effektiv zu steuern. Schnell liefern zu können bei Losgröße 1, darum geht es. Das ist das Ziel von Industrie 4.0 und gleichzeitig der Idealzustand einer flexiblen Blechfertigung. Neue Lösungen im Rahmen von Industrie 4.0 sollten immer den konkreten Kundennutzen im Auge haben. Dabei ist es entscheidend, die Flexibilität und die Produktivität zu steigern, und zwar bezogen auf das gesamte Werk. Wie werden sich die Maschinen von Trumpf im Zusammenhang mit Integrated Industry verändern? Die Maschine wird ein wichtiger Bestandteil eines jeden Fertigungsnetzwerks in der Blechbearbeitung bleiben und dabei über neue datenbasierte Funktionen verfügen. Beispielsweise werden die Maschinen in Echtzeit über ihren Zustand Auskunft geben können. Außerdem kennen sie eingehende Aufträge und können melden, welche aufgrund von Rüstzustand und Material am besten zu ihnen passen. Im gleichen Zug interagiert und kommuniziert die Maschine innerhalb des Fertigungsnetzwerks mit weiteren Elementen, beispielsweise aus der Intralogistik. Denn Material- und Informationsfluss müssen innerhalb einer intelligent vernetzen Produktion optimal zusammenspielen, um das Maximum an Produktivität zu erreichen. Und der Rohstoff bzw. das zu bearbeitende oder zu fertigende Produkt – wie ändert sich dessen Rolle im Produktionsprozess? Bauteile und eventuell bereits das Rohmaterial werden selbst zu Datenträgern. Sie enthalten beispielsweise Informationen über ihren Status, ihre Historie und ihre Bestimmung und lassen sich so eindeutig identifizieren und über den gesamten Produktionsprozess verfolgen. Die Informationen könnten auf Chips vorliegen oder hinter standardisierten Industriecodes hinterlegt sein. Die Codes könnten Informationen über die Prozesskette Blech enthalten wie Artikeloder Biegeprogrammnummern und dabei helfen, Prozesse zu verketten. Welche Rolle spielt dabei die Lasertechnik – ist sie aufgrund Ihrer Universalität besonders prädestiniert für die Industrie 4.0? Das Werkzeug Laser bietet ganz erhebliche Vorteile, wenn die Losgrößen sinken. Denn es ist das wohl flexibelste Werkzeug, das es gibt. Der Laser bewältigt unterschiedlichste Schneidaufgaben, die von der mikrometergenauen Schnittfuge im hauchdünnen Halbleiterchip bis zum Qualitätsschnitt im 50 Millimeter dicken Stahlblech reichen. Dabei ist der Einsatz des Lasers noch nicht einmal auf Metall beschränkt, sondern er bearbeitet auch Kunststoffe, Papier, Holz oder Glas. Insbesondere beim Datentransport auf Bauteilen ist das Lasermarkieren interessant, das hochwertige und dauerhafte Markierungen ermöglicht. Was müssen Maschinenbauer Ihrer Meinung nach tun, um in der sich verändernden Wettbewerbslandschaft erfolgreich zu sein? Neue Geschäftsmodelle, das ist ein häufig gehörtes, aber sehr wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang. Die Konsumgüterindustrie hat es uns vorgemacht und viele interessante webbasierte Tools vorgestellt. Inzwischen können sich Kunden im Internet ihr Müsli zusammenstellen. Auch Unternehmen im Fertigungsumfeld müssen sich mit diesen Themen beschäftigen. Wir suchen beispielsweise ganz gezielt das Gespräch mit Start-ups, um hier gemeinsam über mögliche Potenziale der Digitalisierung nachzudenken. Was sind die großen Herausforderungen, die es zu meistern gilt, damit Industrie 4.0 gelingt? Industrie 4.0 gelingt nur, wenn unterschiedliche Fachbereiche zusammenarbeiten und wir disziplinübergreifend denken. Denn diese Zusammenarbeit wird für die ge - steigerte Produktivität sorgen, nicht alleine schnellere Maschinen. Allerdings prallen hier durchaus auch sehr unterschiedliche Welten aufeinander wie der Maschinenbau und die Informationstechnik. Hier geht es um physische Anlagen von hoher Qualität, die zum Teil Jahrzehnte produktiv überdauern. Dort spielt sich dagegen fast alles in der virtuellen Welt ab und die Branche ist geprägt von extrem schnellen Entwicklungs- und Produktlebenszyklen. Diese Welten zu vereinen, ist eine zentrale Herausforderung, der wir uns stellen. Das Interview führte Martina Bopp. www.trumpf.com 22 Der Betriebsleiter 7-8/2015

FERTIGUNGSTECHNIK MES noch flexibler individualisieren Um effizienter produzieren zu können, brauchen Fertigungsunternehmen flexible IT-Tools – z.B. ein Manufacturing Execution System (MES). Mit dem kürzlich freigegebenen Service Pack 6 können Anwender das MES Hydra von MPDV selbst noch umfangreicher an ihren individuellen Bedürfnissen ausrichten – ganz ohne Programmierung im klassischen Sinn. Neben vielfältigen Einstellungen zur Benutzeroberfläche können auch Erfassungsprozeduren mit anwenderspezifischen Dialogen und sogar die Datenstruktur an die individuellen Anforderungen eines Fertigungsunternehmens adaptiert werden. Damit wird eine oftmals starre und aufwendig programmierte Softwareanpassung in vielen Fällen überflüssig (mehr dazu unter http://mpdv. info/hydraflexibel ). Durch die Neuerungen in Hydra haben Anwender jetzt noch mehr Möglichkeiten, das System selbst zu individualisieren. Alternativ bietet MPDV aber nach wie vor Dienstleistungen zur Konfiguration und zum Customizing an – Anwender haben also die Wahl. Damit sich die Hydra-Anwender mit den neuen Möglichkeiten schnell zurechtfinden, bietet MPDV passend zu den erweiterten Konfigurationsmöglichkeiten ein breites Feld an neuen bzw. optimierten Anwendungstrainings an. Für den tieferen Einstieg in die Welt der MES-Individualisierung stehen entsprechende Customizing-Trainings zur Verfügung (mehr dazu unter http://mpdv.info/trainingsflexibel). www.mpdv.de Planfräsen mit sechs Schneidkanten Die HX-Wendeplatten von Mapal haben sich bei Reibbearbeitungen etabliert. Dank der hexagonalen Form haben sie sechs nutzbare Schneidkanten und sorgen so für eine sehr gute Wirtschaftlichkeit bei der Bearbeitung. Dem Hersteller ist es nun gelungen, sie erstmals auch für die Fräsbearbeitung nutzbar zu machen. Wo bisher bei der Schlichtbearbeitung von Guss und gehärtetem Stahl meist nur gelötete Wendeplatten aus polykristallinem kubischem Bornitrid (PCBN) mit einer Schneidkante zum Planfräsen eingesetzt waren, können nun die sechs Schneidkanten der HX-Wendeplatte genutzt werden. Der neu gestaltete Fräser hat beispielsweise bei Durchmesser 63 mm fünf PCBN-Fräseinsätze. Durch den Einsatz bewährter Justier- und Spannsysteme ist laut Anbieter der optimale, spielfreie Sitz der HX-Wendeplatten garantiert. Da jeweils sechs Schneidkanten genutzt werden können und sowohl das Einstellen als auch das Wechseln sehr einfach realisiert werden kann, ist der neue Fräser besonders wirtschaftlich. Die Kosten pro Bauteil werden deutlich gesenkt. Zudem ist die zentrale Kühlmittelführung direkt auf die Schneiden gerichtet, um einen optimalen Spänefluss sicherzustellen. www.mapal.com 34. Motek Internationale Fachmesse für Produktionsund Montageautomatisierung Montagetechnik Handhabungstechnik Robotersysteme Zuführ- und Fügelösungen Antreiben – Steuern – Prüfen Whitepaper zu besonderen Herausforderungen bei Ein- und Abstechoperationen Sandvik Coromant bietet unter dem Titel „Abstechen & Einstechen: Der Weg zu höherer Leistung, Qualität und Standzeit im 21. Jahrhundert“ ein kostenloses Whitepaper als grundlegendes Nachschlagewerk für Fertigungsingenieure und Anwender, die mit der Optimierung von Einund Abstechoperationen beauftragt sind. Das Whitepaper deckt alle Aspekte des Ein- und Abstechens ab und gibt einen Leitfaden sowie Tipps und Tricks für verschiedene Anwendungsbereiche – von den Herausforderungen bei Bearbeitungen mit langen Überhängen bis hin zur Erhöhung der Maschinengeschwindigkeit und Standzeit. Neben Ratschlägen zur Wahl der am besten geeigneten Wendeschneidplatte zeigt Sandvik Coromant anhand von Praxisbeispielen auf, welche Verbesserungen Unternehmen durch die Implementierung von Best-Practice-Lösungen erwarten können. 05. – 08. OK T. 2015 STUTTGART www.motek-messe.de www.sandvik.coromant.com/make-the-switch

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