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Der Betriebsleiter 6/2020

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Der Betriebsleiter 6/2020

BETRIEBSFORUM JUBILÄUM

BETRIEBSFORUM JUBILÄUM IM JAHR DER KRISE Das Jahr 2020 ist ein ganz besonderes für DER BETRIEBSLEITER: Seit 60 Jahren begleiten wir die Entwicklungen in der industriellen Produktion. Es hat sich viel getan. Damals steckte die Automatisierung in den Kinderschuhen, heute stehen wir an der Schwelle zur Smart Factory. Das Jahr 2020 ist aber auch das Jahr der Krise und wird uns allen dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Die Corona- Pandemie hat uns weiterhin im Griff, und wie lange uns ihre Auswirkungen noch beschäftigen werden, ist offen. Optimistisch zu bleiben, ist aktuell nicht leicht. Dennoch bietet die Krise auch Chancen. Die Digitalisierung voranzutreiben, auf Lean Management zu setzen oder Lieferketten zu überdenken, kann gerade in diesen Zeiten Vorteile erschließen. Auf diese Weise könnte das Virus der Entwicklung zur Smart Factory einen Schub geben. Die ein oder andere Anregung zu diesen Themen finden Sie auf den folgenden Seiten. Bleiben Sie weiterhin zuversichtlich! MARTINA LAUN, Redakteurin VDMA-Blitzumfrage: Digitalisierung gerade in der Krise vorantreiben In der aktuellen Corona-Krise ist im Bereich Digitalisierung die größte Herausforderung für Maschinenbau-Unternehmen der Mangel an Digitalisierungsstrategien im Unternehmen. Dies ergab eine Blitz-Umfrage des VDMA Software und Digitalisierung unter Softwarehäusern aus dem Mitgliedsbereich des VDMA, die die Fragen mit Blick auf ihren Kundenstamm aus dem Maschinenbau beantworten sollten. Mehr als die Hälfte (53 %) der befragten Softwarehäuser geben an, dass bei ihren Kunden aus dem Maschinenbau die Verschiebung oder gar Streichung von Digitalisierungsprojekten ein großes Problem darstellt. Bei den Digitalisierungsherausforderungen wurden fehlende Kollaborationstools (47 %) sowie die fehlende oder unzureichende digitale Durchgängigkeit von Wertschöpfungsketten (43 %) als weitere Probleme genannt. Gut aufgestellt ist der Maschinenbau hingegen in der produktionsnahen Digitalisierung, „beispielsweise bei der Vernetzung innerhalb der Produktion sowie der Einbindung von Sensorik zur Optimierung der Produktion“, resümiert Prof. Claus Oetter (Bild), Geschäftsführer VDMA Software und Digitalisierung. Die befragten Softwarehäuser aus der VDMA-Mitgliedschaft sehen gerade in der Krise die Chance, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Workflows voranzutreiben. „Eine wesentliche Chance wird darin bestehen, Kundenbeziehungen aufzubauen und zu festigen, indem Distanz und Nähe verbunden werden, z.B. durch die Visualisierung von Show-Rooms oder Trainings“, erklärt Oetter. Außerdem zeigt sich, dass Digitalisierung ein wichtiger Baustein ist, um Resilienz gegen Krisen aufzubauen. „Jeder, der sein Geschäftsmodell jetzt mutig und konsequent hinterfragt, wird Chancen aus der Krise generieren. Wer beispielsweise schon virtuelle Inbetriebnahmen und das Thema Simulation beherrscht, ist bereits jetzt ein Gewinner“, sagt Oetter. sud.vdma.org Für alle, die es genau wissen wollen. BEIZEN ELEKTROPOLIEREN PASSIVIEREN Wertvolles Know-how und aktuelle Informationen zu moderner Oberflächenbehandlung zusammengestellt in unseren Whitepapers – melden Sie sich jetzt an. henkel-epol.com

Mit Lean-Maßnahmen gegen Corona In Krisenzeiten nehmen Lean-Management-Ansätze wieder an Bedeutung zu. Denn insbesondere mittelständische Fertigungsunternehmen können mit Lean-Maßnahmen vergleichsweise schnell ihre Kosten reduzieren und die Liquidität sichern und so sehr effektiv den wirtschaftlichen Auswirkungen von Krisen, wie wir sie mit Corona aktuell erleben, begegnen. Nach Lean-Prinzipien lassen sich z.B. die Arbeitsabläufe und die Arbeitsplätze effizienter gestalten. Die Lean-Regel „Erst organisieren, dann investieren“ hilft hier, mit kurzfristigen und kostengünstigen Maßnahmen erhebliche Effekte zu erzielen. So lässt sich der Mitarbeitereinsatz reduzieren oder der Durchsatz bei gleichem Personal steigern. Die mittel- und langfristig wirksamen Hebel, die Investitionen oder Neukonstruktionen erfordern, können dann später umgesetzt werden. Auch in den Prozessen der Materialbereitstellung und Intralogistik stecken kurzfristig realisierbare Einsparpotenziale. Insbesondere über Durchlaufzeitoptimierungen kann die Reaktionsgeschwindigkeit signifikant erhöht werden. In der Folge führen Bestandsreduzierungen im Lager und Supermarkt zur Freisetzung von dringend benötigter Liquidität. Softwaregestützte PPS-Systeme sind auf eingeschwungene Zustände ausgelegt. Die Einrichtung neuer Szenarien und Produktionsabläufe ist zeit- und ressourcenaufwändig. In stark volatilen Krisenzeiten hilft hier oft eine Produktionssteuerung mit Bordmitteln, z.B. mit einem Kartensystem. Ohne die Unterstützung von IT-Experten kann damit auf geänderte Anforderungen reagiert und die Produktionsplanung und -steuerung im Krisenmodus durchgeführt werden. Verständlicherweise werden in Krisenzeiten auch die meisten Neubauprojekte in die Zukunft verschoben. Entsprechend muss man länger mit den gegebenen Platzverhältnissen klarkommen. Eine methodengestützte Materialflussoptimierung – eine sog. Brownfield-Planung – macht sich in Bestandsgebäuden ebenfalls schnell bezahlt. Die Prozesse werden visualisiert und gemeinsam optimiert. Ob sich die notwendigen Änderungen im Bestandsgebäude noch rechnen, lässt sich anschließend aufgrund der Rahmenbedingungen zuverlässig bewerten. Autor: Dr. Markus Schneider, Professor für Logistik, Material- und Fertigungswirtschaft, Hochschule Landshut, wissenschaftlicher Leiter des TZ PULS, Dingolfing und Geschäftsführer der PuLL Beratung GmbH So werden Geschäftsprozesse digital Cloud statt Aktenschrank, Online-Meeting statt Geschäftsreise, Bestellungen und Rechnungsversand über Kundenportale statt per Brief und Fax: Die Digitalisierung betrifft in Unternehmen immer auch die interne Organisation und die eigenen Geschäftsprozesse. Digitale Prozesse sind in aller Regel effizienter und bilden die Voraussetzung dafür, neue Produkte und Dienstleistungen an den Markt zu bringen und in einem sich wandelnden Wettbewerbsumfeld zu bestehen. Mit einem Leitfaden hilft der Digitalverband Bitkom Unternehmen aller Branchen, ihre Geschäftsprozesse digital fit zu machen. Darin wird mit dem „Reifegradmodell Digitale Geschäftsprozesse“ ein neuartiger Ansatz vorgestellt, mit dem kleine, mittelständische und große Unternehmen sowie Organisationen schnell und einfach eine Standortbestimmung ihrer Geschäftsprozesse vornehmen können. So erkennen sie nicht nur, wo sie in Sachen Digitalisierung schon stehen – sondern vor allem auch, wo es Handlungs- und Optimierungspotenzial gibt. „Digitale Geschäftsprozesse sind für Unternehmen essenziell. Digitale Innovationen sind nur in einem Umfeld denkbar, in dem die Arbeitsabläufe, Daten und Technologien digital ausgerichtet sind“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „In der Corona-Krise zeigt sich die Bedeutung der Digitalisierung für Wirtschaft und Verwaltung mehr denn je. Der Aufbau digitaler Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle ist die Basis des künftigen Geschäfts.“ Der Leitfaden „Reifegradmodell Digitale Geschäftsprozesse“ sowie dazugehörige unterstützende Dokumente sind kostenlos im Internet verfügbar: https://bit.ly/2Xeqm6K www.bitkom.org www.pull-beratung.de Keine Sensor+Test 2020 Die Vorbereitungen für die Sensor+Test 2020 in Nürnberg liefen bereits auf Hochtouren. Vom 23. bis 25. Juni 2020 sollte es wieder heißen: Willkommen zum Innovationsdialog. Wie viele andere Veranstaltungen wird nun auch diese Messe aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht stattfinden können. „Unser Team hat bis zuletzt mit allen Kräften für die Durchführung der Sensor+Test 2020 gekämpft. Letztendlich ist es nun leider unmöglich, die Messe durchzuführen“, erklärt Veranstalter Holger Bödeker. Die nächste Sensor+Test ist für den 4. bis 6. Mai 2021 geplant. www.sensor-test.de www.ruwac.de www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 06/2020 7

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