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Der Betriebsleiter 6/2020

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Der Betriebsleiter 6/2020

BETRIEBSFORUM I

BETRIEBSFORUM I STATEMENTS Wie smart ist Ihre Fertigung? Jeder spricht über Digitalisierung und Industrie 4.0. Doch wie sieht es mit der Umsetzung in den Unternehmen tatsächlich aus? Wir haben nachgefragt, wie smart Betriebe ihre Fertigung tatsächlich schon aufgestellt haben und wohin der Weg geht. JOHANN SODER COO, SEW-Eurodrive, Bruchsal ULRICH BALBACH CEO, Leuze, Owen Nicht erst seit dem allgemeinen Digitalisierungshype befindet sich unsere Leuze-Fertigung in einem Transformationsprozess hin zu einer digitalen Struktur, die unseren individuellen Bedürfnissen an unseren weltweiten Standorten bestmöglich gerecht wird. Wir setzen Schritt für Schritt neue Technologien strategisch ein und sehen die Digitalisierung als Chance. In unserem Technikum arbeiten wir an maßgeschneiderten Lösungen und testen sie im Praxisbetrieb, bevor sie in die Serienproduktion überführt werden. Dabei arbeiten wir uns von den Basics der Digitalisierung auf Arbeitsplatzebene zu den Themen auf Werks- und Unternehmensebene vor. Dieses Know-how nutzen wir sowohl für unsere eigenen weltweiten Produktionen, aber auch für die Entwicklung neuer Leuze-Produkte und Dienstleistungen für unsere Kunden. Denn: Digitalisierungslösungen müssen einen echten Mehrwert bieten. www.leuze.com Die Digitalisierung unserer Fertigung ist recht weit fortgeschritten. Die Keimzelle lag im Bereich der Getriebemontage in Graben-Neudorf. Hier wurde bereits 2012 ein Konzept implementiert: Autonome, intelligente, selbstorganisierende Logistikassistenten, übernehmen die logistische Andienung von Material für die Arbeitsplätze just-in-time. Auf diese Weise erfolgt die Verkettung der Small-Factory-Units, der Fabriken in der Fabrik. Mit den Erkenntnissen aus Graben-Neudorf haben wir dieses Prinzip dann sukzessive auf das ganze Werk ausgeweitet. Letztes Jahr wurde der Umzug in das Elektronikwerk abgeschlossen, das wir vorab vollständig digital und mobil vernetzt geplant hatten. Ebenso rollen wir diese Prinzipien in unsere weltweiten Niederlassungen aus. Ebenfalls 2019 haben wir die digitale Transformation für das gesamte Unternehmen gestartet. Um neue Prozesse zu erarbeiten oder neue Digitalisierungsprojekte auf den Weg zu bringen, haben wir ein Digital- Lab etabliert – ein Ideenlabor, das neue, kreative, agile und flexible Ideenentwicklungs- und Arbeitsmethoden fördern soll. Neue Geschäftsmodelle und -prozesse entstehen dort und können mit Kunden zusammen getestet werden. Wir gestalten gemeinsam mit Mitarbeitern, Partnern, Kunden oder Hochschulen die Zukunft. www.sew-eurodrive.de 10 Der Betriebsleiter 06/2020 www.derbetriebsleiter.de

ULRICH FAISST Digital Transformation Officer, Trumpf, Ditzingen www.trumpf.com Bei Trumpf ist die digitale Transformation tief verankert. Wir digitalisieren unser Unternehmen für unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner. Trumpf ist bereits heute ein führender Anwender und Anbieter vernetzter Lösungen. Wir bieten beispielsweise Apps an, mit denen sich unsere Maschinen von überall auf der Welt überwachen lassen. Unsere eigene Fertigung ist in vielen Bereichen digital vernetzt. Die nächste Stufe für die vernetzte Industrie ist künstliche Intelligenz. Sie vereinfacht es nicht nur, Prozesse sichtbar zu machen und zu verstehen. Sie erleichtert es auch, Prognosen abzugeben und befähigt die Maschinen, sich in Zukunft selbst zu optimieren. Bei Trumpf setzen wir künstliche Intelligenz bereits ein, beispielsweise um unseren Laservollautomat weiterzuentwickeln. Diesen Weg wollen wir weitergehen. In ein paar Jahren wird künstliche Intelligenz nirgendwo mehr wegzudenken sein. ANGELA JOSEPHS M.A. Director Corporate Communications, Phoenix Contact, Blomberg Als herstellendes Unternehmen mit einer hohen Fertigungstiefe setzen wir seit Jahrzehnten auf eine kontinuierliche Automatisierung der Fertigung. Seit dem Aufkommen von Industrie 4.0 verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, die Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Beschaffung bis zur Lieferung umzusetzen. Dieses Verständnis mündet im Angebot von Produkten und Lösungen für eine smarte Welt. Bereits heute kann der Kunde bei Phoenix Contact sein individuelles Produkt online in Auftrag geben – von der Konfiguration und Bestellung bis zur Bereitstellung von Daten für die Produktionssteuerung. Voraussetzung für die Digitalisierung ist die Nutzbarkeit aller Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir stellen jetzt unser Product Lifecycle Management auf eine zukunftsgerichtete Prozess- und Systemlandschaft um. Zentraler Bestandteil ist die Standardisierung unserer Stammdaten und Datenmodelle für eine effiziente Steuerbarkeit und Automatisierung unserer Prozesse. www.phoenixcontact.com www.derbetriebsleiter.de Der Betriebsleiter 06/2020 11

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