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Der Betriebsleiter 6/2019

Der Betriebsleiter 6/2019

DATENMANAGEMENT I

DATENMANAGEMENT I SPECIAL Fehler schnell korrigieren Qualität in der Produktion mit MES steigern Um die Effizienz in der Produktion zu erhöhen, muss einerseits der Ausschuss verringert, andererseits die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden. Die Informationen aus der Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE) bilden hierfür lediglich die Grundlage. Erst ein Manufacturing Execution System (MES) ermöglicht eine durchgängige Steigerung der Produktionsqualität. Darüber hinaus dient es als sinnvolle Ergänzung zum Qualitätsmanagement (QM). Um in Zeiten individueller Kundenwünsche und steigender Komplexität in der Fertigung über sämtliche Produktionsprozesse eine gleichbleibend hohe Qualität bis zur Losgröße 1 zu gewährleisten, ist ein Qualitätsmanagement unerlässlich. Die zunehmende Automatisierung in der Fertigung führt dazu, dass die Dynamik in der Produktion zunimmt und somit der Zeitraum zwischen einem Prüfvorgang und etwaigen Korrekturen möglichst gering sein muss. Je mehr Zeit eine Korrekturmaßnahme beansprucht, je länger es dauert, bis der verantwortliche Schicht- oder Planungsleiter eingreift, desto umfangreicher fallen die Konsequenzen eines Fertigungsfehlers in der Produktion aus. Die Folge: Die Qualität gerät in Gefahr. Anders gesagt: Das Unternehmen veredelt Schrott – mit allen dazugehörigen Kosten, die durch Störungen ausgelöst werden. Die Maschinenverfügbarkeit sinkt und mit ihr die gesamte Produktionsqualität. Folgerichtig beschäftigen sich viele produzierende Unternehmen damit, auftretende Fehler in der Fertigung möglichst frühzeitig zu erkennen. Sie erarbeiten Prüfprozesse, um im Fall der Fälle schnell eingreifen zu können, damit der Schaden so gering wie möglich ausfällt. Hierbei spielt das MES eine entscheidende Rolle, um die Prozesszeiten auch für Prüfvorgänge signifikant zu verkürzen. Damit leisten MES-Lösungen einen wesentlichen Beitrag zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess in produzierenden Unternehmen. Messsysteme optimieren Das MES fungiert als Datendrehkreuz zwischen ERP, Fertigungs(fein)planung und Shopfloor. Es erfasst sämtliche Daten der Autor: Michael Möller, Geschäftsführer, gbo datacomp 38 Der Betriebsleiter 6/2019

SPECIAL I DATENMANAGEMENT tige Produktion unterbinden. Durch die gestiegene Prozess-Sicherheit erhöht sich automatisch die Fertigungsqualität und damit die Effizienz in der Produktion. Darüber hinaus kann jedes produzierende Unternehmen die Vorteile einer Traceability nutzen, um zum Beispiel umfangreichen Dokumentationspflichten nachzukommen oder sich im Fall von Haftungsfragen abzusichern. Natürlich eignen sich die MES-Daten auch für unterschiedliche Reportings vom Werker bis zum Management. Hier wird das Leistungspotenzial modular aufgebauter Manufacturing Execution Systeme wie bisoftMES von gbo datacomp deutlich. Dank ihrer Skalierbarkeit lassen sich derartige Lösungen anhand des eigenen Bedarfs und im eigenen Tempo immer tiefer ins Unternehmen integrieren. Ausweitung der Digitalisierung angeschlossenen Systeme, verknüpft diese untereinander und führt sie dem jeweiligen System in verdichteter Form automatisiert zu. Auf diese Weise werden an den Maschinen eingesetzte Messsysteme durch von einem MES gesteuerte Prüfhinweise optimiert. Im Sinne einer Steigerung der Produktionsqualität bedeutet dies konkret in der Praxis, dass eine MES-Lösung beispielsweise die Daten eines Prüfvorgangs aus dem QM übernimmt, um den Werker auf seinem Maschinenterminal rechtzeitig einen Hinweis auf einen fälligen Prüfvorgang zu geben. Ebenso dient das MES als sinnvolle Unterstützung für das QM, indem es die entsprechenden Betriebs- und Maschinendaten mit den im QM vorgegebenen Zeiten, Mengen oder anderen Grenzwerten abgleicht. So sorgt das MES für die Einhaltung von Prüfzyklen und visualisiert sie für die verantwortlichen Mitarbeiter. Mit Hilfe eines Eskalationsmanagements lassen sich auf diese Weise etwa zu lange oder zu schnelle Laufzeiten oder die Einhaltung von Prüfmargen und -werten einfach kontrollieren. Online und in Echtzeit Der große Vorteil eines MES liegt jedoch in der ortsungebundenen Verfügbarkeit von Produktionsdaten in Echtzeit. Der verantwortliche Betriebs- oder Schichtleiter erhält Der große Vorteil eines MES liegt in der ortsungebundenen Verfügbarkeit von Produktionsdaten in Echtzeit ausschließlich aktuelle Informationen in Form von Kennzahlen, die er online an jedem Ort im Unternehmen abrufen kann. So kann er Prüfergebnisse jederzeit kontrollieren und gegebenenfalls direkt in die Produktionsabläufe eingreifen. Ein weiterer Faktor bei der Steigerung der Produktionsqualität ist die durch das MES erzielte Transparenz in der Fertigung, denn eine MES-Lösung identifiziert auch die Abhängigkeiten und Auswirkungen einzelner Arbeitsschritte auf die nachgelagerten Fertigungsprozesse. So lässt sich ein Fehler bis zu seinem Ursprung zurückverfolgen, und dessen Ursachen lassen sich für die zukünf- In der Regel wird ein MES zunächst an ausgewählten Produktionslinien eingeführt. Die gbo-Lösung bisoftMES zeichnet sich insbesondere durch die Integration zahlreicher Schnittstellen wie OPC, OPC UA oder MTConnect aus, so dass mit geringem Aufwand weitere Linien ans MES angeschlossen werden können und schließlich die gesamte Produktion. Im nächsten Schritt folgen produktionsnahe Abteilungen, bis letztendlich sämtliche Unternehmensbereiche ans Datendrehkreuz MES angeschlossen sind. Nicht umsonst werden MES-Lösungen als Brückentechnologie zu einer Industrie 4.0 bezeichnet, mit denen Unternehmen die ersten Schritte der Digitalisierung in der Fertigung bewerkstelligen. Sie dienen nicht nur dazu, den heutigen Anforderungen an Prozesssicherheit und Produktionsqualität zu genügen, sondern auch, um produzierende Unternehmen fit für den Wettbewerb der Zukunft zu machen. Und zu diesem Wettbewerb gehört ganz sicher nicht die Schrott-Veredelung. Bilder: Fotolia/Gorodenkoff; Fotolia/ipopba www.gbo-datacomp.de Im Fokus Effizienz Nachhaltigkeit Sicherheit Der Betriebsleiter 6/2019 39

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