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Der Betriebsleiter 6/2019

Der Betriebsleiter 6/2019

MONTAGE- UND

MONTAGE- UND HANDHABUNGSTECHNIK Traktor ersetzt Handarbeit Automatisierte Schweißtechnik optimiert die Produktivität bei einem Lüftungsbauer Leiter des Geschäftsfelds Metalltechnik bei Aumayr und fährt fort: „Schon bei den ersten Tests konnten wir eine bessere und vor allem gleichbleibende Qualität der Schweißnähte bei höherer Schweißgeschwindigkeit feststellen. Außerdem ist das Fahrwerk leicht zu montieren und bleibt dank seiner Führungsschienen immer in der Spur.“ Perfektion durch Prozess-Mix Ein Großauftrag mit mehreren hundert Laufmetern Schweißnaht und höchsten Qualitätsansprüchen brachte die vorhandene Schweißtechnik bei einem Hersteller von Luftleitungssystemen an ihre Grenzen. Mit einem neuen Schweißtraktor und einer Kombination verschiedener Schweißprozesse konnten die hohen Kundenanforderungen erfüllt werden. Aumayr ist auf die Herstellung von Luftleitungssystemen spezialisiert und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter an drei Standorten in Österreich und Tschechien. Das Familienunternehmen verfügt mit seinen computergesteuerten Laserschneidund Stanzmaschinen, servo-elektrischen Biegemaschinen und anderen Hightech-Anlagen über einen top ausgestatteten Maschinenpark für die Metalltechnik. Diese innovative Metalltechnik erlaubt es Aumayr, auch solche Luftleitungen herzustellen, bei denen ein konventioneller Lüftungsbauer an seine Grenzen stoßen würde. Anfang 2018 erhielt das Unternehmen einen Großauftrag zur Lieferung von geschweißten Edelstahl-Luftleitungen. Blechstärken bis zu 4 mm sollten verzugsfrei und in gleichbleibend hoher Qualität zu teilweise 6 m langen, 2,5 m hohen und 1,5 m breiten Luftleitungskomponenten verschweißt werden. Schon bei der Kalkulation des Angebots wurde klar, dass infolge hunderter Laufmeter Schweißnaht und höchster Qualitätsansprüche neue Alternativen zum bisher praktizierten manuellen Schweißen gefordert waren. Qualität und Wirtschaftlichkeit Wesentliche Ziele bei der Produktion der Lüftungskomponenten waren ein mechanisierter Schweißprozess, eine perfekte Schweißnahtqualität bei allen Komponenten sowie eine Kostenoptimierung durch den Wegfall von Nacharbeit und eine höhere Schweißgeschwindigkeit. Um diese Kriterien zu erfüllen, entschied sich Aumayr zum Kauf eines Schweißtraktors der Firma Fronius. Die Wahl fiel auf den robusten und flexiblen ArcRover 22. Die kompakte Bauweise des Schweißfahrwerks und seine Kompatibilität zu den schon im Haus vorhandenen Fronius-Schweißgeräten TPS 5000 CMT und TPS/i 500 waren die primären Gründe für die Anschaffung. „Seit März 2018 haben wir den ArcRover 22 im Einsatz. Unsere Schweißer schätzen vor allem seine Robustheit und leichte Bedienbarkeit“, erläutert Erwin Kunst, Für die bestmögliche Wurzelerfassung beim Schweißen der rund 4 mm dicken Seitenwände der Lüftungskomponenten entschieden sich die Schweißexperten für einen Puls-Prozess mit durchschnittlich 300 Ampere Stromstärke. Dieser gewährleistet die notwendige Wärmeeinbringung. Für das Segmentschweißen der Flanschplatten und Versteifungsrippen in Quer- und Längsrichtung kam der etwas „kältere“ Fronius CMT- Mix-Prozess zum Einsatz. Dieser stimmt das Verhältnis zwischen heißen Puls-Prozesszyklen und kalten CMT-Prozessphasen anwendungsspezifisch ab. Das Ergebnis sind perfekt geschweißte, nahezu spritzerfreie Metallverbindungen ohne jeden Verzug. „Die konstante Fahrgeschwindigkeit des Schweißtraktors in Kombination mit den richtigen Schweißprozessen waren die wesentlichen Faktoren für die hohe und konstant reproduzierbare Qualität der Schweißnähte“, erklärt Erwin Kunst. „Letztendlich wurden unsere Erwartungen deutlich übertroffen – vor allem auch durch die Fronius- Schweißexperten, die uns von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite standen. Gemeinsam konnten wir die Schweißqualität und die Produktionszeiten maßgeblich optimieren.“ www.fronius.com Im Fokus Effizienz Nachhaltigkeit Sicherheit 14 Der Betriebsleiter 6/2019

MONTAGE- UND HANDHABUNGSTECHNIK Roboter-Schnellwechselsystem für Handlinggewichte bis 50 kg Das pneumatisch gesteuerte Roboter-Schnellwechselsystem Schunk SWS-046 ermöglicht einen schnellen, prozesssicheren Wechsel unterschiedlichster Greifsysteme und Werkzeuge am Frontend. Mit vier Anbauflächen für Optionsmodule bietet es jede Menge Möglichkeiten, um den jeweils angekoppelten Effektor pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch zu versorgen. Hierfür stehen u. a. High- Power-Module, selbstdichtende Fluidmodule sowie Servomodule zur Verfügung. Hervorzuheben ist zudem die große Zahl von Modulen zur elektrischen Anbindung von Aktoren und Sensoren. Das Anschraubbild des SWS-046 entspricht roboterseitig ISO 9409-1-100-6-M8. Das patentierte „No-Touch-Locking-System“ ermöglicht auch dann einen zuverlässigen Werkzeugwechsel, wenn Kopf und Adapter bis zu 2,5 mm voneinander entfernt sind. Bei einem Not-Stopp oder plötzlichen Energieausfall gewährleistet das Verriegelungssystem mit seiner patentierten Selbsthemmung eine prozessstabile Verbindung zwischen Schnellwechselkopf und -adapter. Über eine serienmäßig integrierte Kolbenhubabfrage lässt sich der Verriegelungszustand des Moduls jederzeit abfragen. Die maximal zulässige Momentenbelastungen liegen bei 678 Nm (Mx, My) bzw. 882 Nm (Mz). www.schunk.com Auswahl an einbaufertigen Magnetsystemen erweitert Mit zwei neuen Produktgruppen erweitert Schallenkammer sein Portfolio an ein- und anbaufertigen Magnetsystemen für technische Anwendungen: Offeriert werden nun auch Kunststoffclip-Profilmagnete für die Nuten von Aluminiumprofilen sowie Schrauben mit Magnethaftung. Mit den neuen Profilmagneten lassen sich z. B. Abdeckungen, Verkleidungen, Werkzeuge oder Behälter einfach und jederzeit wieder lösbar an Profil- und Linearsystemen in Montagetechnik, Positioniertechnik oder im Vorrichtungsbau anbringen. Die Elemente bestehen aus einem schwarzen Kunststoffgehäuse, in dem sich ein NdFeB-Magnetkern befindet. Das Kunststoffgehäuse ist so gestaltet, dass sich das Magnetsystem passgenau und bündig von oben in die Nut des Profils einsetzen und „einclipsen“ lässt. In der Nut kann es dann an die gewünschte Stelle geschoben und mit einem Gewindestift fixiert werden. Die zweite neue Produktgruppe beinhaltet ein Sortiment von drei verschiedenen Schraubentypen mit integrierten NdFeB-Magneten. Zum einen finden sich hier klassische, verzinkte Sechskantschrauben, zum anderen kopflose und ebenfalls verzinkte Madenschrauben (Innensechskant) und darüber hinaus auch eine Auswahl an zylindrischen Schraubbolzen mit gummierten Magnethaftflächen. www.schallenkammer.de Reparaturzentrum für Systemkomponenten fügetechnischer Anlagen Atlas Copco hat am Standort Bretten ein eigenes Reparaturzentrum für Systemkomponenten fügetechnischer Anlagen aufgebaut. Dazu zählen SCA-Klebe- und Dosiersysteme sowie Henrob-Stanznietsysteme. Angeboten werden zwei Reparaturpakete zur Auswahl: Bei der Individualreparatur erhält der Kunde ein individuelles Angebot und hat volle Transparenz hinsichtlich der Kosten und der verwendeten Ersatzteile. Die sogenannte Easy Repair hingegen bietet eine einfache und schnelle Abwicklung zum Festpreis. Die Arbeiten werden von zertifizierten Technikern mit Original-Ersatzteilen ausgeführt, die reparierten Komponenten werden umfangreichen Funktions-, Hochspannungs- sowie Drucktests unterzogen. Kunden erhalten nach Abschluss der Arbeiten einen qualifizierten Reparaturbericht, und auf jede Reparatur gibt Atlas Copco sechs Monate Garantie. „Wir begleiten den Kunden über den kompletten Lebenszyklus seiner Anlage und bieten ihm maximale Flexibilität“, sagt Dominik Nüske, Teamleiter des Reparaturzentrums bei der Atlas Copco IAS GmbH in Bretten. Das Reparaturzentrum sei neben dem Kundendienst vor Ort ein weiterer wichtiger Baustein für eine maßgeschneiderte Instandhaltungsstrategie. Außer am Hauptstandort Bretten baut Atlas Copco aktuell weitere Reparaturzentren in Shanghai sowie in New Hudson in den USA auf. www.atlascopco.de Digitalisierte Montage mit WLAN-fähigen Akkuschraubern Desoutter hat seine Akkuschrauber der E-LIT-Baureihe um WLAN-fähige Modelle ergänzt. Die neuen Werkzeuge lassen sich in die innovative Prozesssteuerungslösung PivotWare des Herstellers einbinden. Damit steht Anwendern nun eine einfache und wirtschaftliche Variante zur Verfügung, um auch untergeordnete Schraubfälle in den Prozess einzubinden, zu zählen und damit digital zu erfassen. Die ELC-W-Werkzeuge bauen auf den bisherigen Akkuschraubern der E-LIT-Baureihe auf. Die neue Serie umfasst verschiedene Pistolen- und Winkelschrauber mit WLAN-Funkschnittstelle. Sie können per WLAN ohne weitere Hardware an die Prozesssteuerungslösung PivotWare angebunden werden. Die Werkzeuge verfügen jeweils über drei programmierbare Drehzahlen und Drehzahleinstellung. Zu den verfügbaren Funktionen gehören ferner eine Einschraubüberwachung, ein Verschraubungs- und Teilezähler, Wartungsalarm und Wartungskommentare, eine Re-Hit-Überwachung sowie das Sperren des Werkzeugs bei Abbruch der WLAN-Verbindung. Die Winkelschrauber decken Drehmomente von 3 bis 60 Nm und Drehzahlen von 50 bis 880 min -1 ab. Die Pistolenschrauber bedienen eine Bandbreite von 0,8 bis 12 Nm bzw. 120 bis 1 000 min -1 . www.desoutter.de Der Betriebsleiter 6/2019 15

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