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Der Betriebsleiter 6/2018

Der Betriebsleiter 6/2018

MONTAGE- UND

MONTAGE- UND HANDHABUNGSTECHNIK Proaktiv statt reaktiv Vorausschauende Service- Leistungen optimieren Roboter-Performance Eine deutliche Effizienzsteigerung bei gleichzeitig reduzierten Kosten: Das ist das erfreuliche Ergebnis des Einsatzes vorausschauender, proaktiver Service-Leistungen für die in der Fertigung eines Automobilzulieferers eingesetzten Roboter. Damit kann der Spezialist für Schaltsysteme Störungen der Roboter um bis zu 25 Prozent und die Reaktionszeiten um 60 Prozent reduzieren. Koki ist ein Produktionsunternehmen und Zulieferer für namhafte nationale und internationale Automobilhersteller. Um seine führende Marktstellung zu halten, stellt Koki Fertigungsprozesse ständig in allen Details auf den Prüfstand. Die gelebte Verbesserungskultur bewegte das Unternehmen auch dazu, bei der Suche nach optimierten Maintenance-Lösungen auf ABB Ability Connected Services zu setzen. „Bei der Auditierung durch Automobilhersteller werden wir stets gefragt, wie wir die Sicherheit der Anlagen garantieren können. Wartung, Monitoring, Service und Support für Roboter spielen dabei eine wichtige Rolle und fließen häufig in die Entscheidung mit ein”, sagt Sven Sparmann, Site Manager Maintenance, Repair and Overhaul bei Koki. Datenauswertung für höhere Verfügbarkeit und Lebensdauer ABB Ability Connected Services sind eine Weiterentwicklung der Remote Services für Roboter. Das Service-Portfolio enthält fünf Bausteine, die mit flexiblen Robot-Care-Servicevereinbarungen auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kunden zugeschnitten werden: Condition Monitoring & Diagnostics, Backup-Management, Remote Access, Fleet Assessment und Asset Optimization. Auf den Punkt gebracht Mit ABB Ability Connected Services sind ABB-Roboter Teil eines vernetzten 24/7-Systems mit sofortigem Support. Der vorausschauende und proaktive Support gestaltet Serviceeinsätze effizienter und erhöht die Verfügbarkeit sowie Lebensdauer der Roboter. Bei Koki profitieren inzwischen rund 60 Roboter von dem vernetzten System. Mit den im Rahmen der ABB Ability Connected Services gewonnenen Daten lässt sich die jährlich von ABB durchgeführte Inspektion und Wartung deutlich effektiver gestalten. Darüber hinaus können mit den zur Verfügung stehenden Live-Daten selbst Ad-hoc-Reparatureinsätze schneller und zielgerichteter geplant werden. Damit lassen sich alle laufenden Aktivitäten so priorisieren, dass die wichtigsten Kundenprozesse stets verfügbar bleiben. „Wir werden über drohende Probleme schon im Vorfeld informiert: Die Fehlererkennung erlaubt uns, Anpassungen in der produktionsfreien Zeit vorzunehmen, ohne dass der Fertigungsprozess unterbrochen werden muss”, berichtet Maintenance-Spezialist Sven Sparmann. Um unnötige Produktionsausfälle zu vermeiden, sind alle wichtigen Informationen zu den vernetzten Robotern sowohl für den Anwender wie auch das ABB-Serviceteam jederzeit auf einem Alarm-Dashboard einsehbar. Zudem stehen auf der sicheren MyRobot- Homepage auch zahlreiche Filtermöglichkeiten, Detailreports und andere hilfreiche Features zur Verfügung. „Über den Fernzugriff sehen wir sofort, ob es sich um einen Roboterfehler handelt oder andere Komponenten der Anlage kritisch sind. Wir können unnötige Serviceeinsätze vermeiden, Kunden schneller bei der Problemlösung unterstützen und damit auch Kosten einsparen”, erklärt Andre Dehlan, Gebietsverkaufsleiter Customer Service bei ABB Robotics. Ergänzt wird dieser proaktive Remote-Service durch den klassischen Support über eine 24-Stunden-Telefon-Helpline oder den Einsatz vor Ort. Praxistest offenbart die Potenziale Vor der Anbindung aller Roboter wurden die ABB Ability Connected Services an einem ausgewählten Roboter getestet. Dafür wurde am Standort Glauchau eine Anlage ausgewählt, die in der Vergangenheit bereits Probleme bereitet hatte. „Die Testphase hat uns gezeigt, dass ABB Ability Connected Services ein sehr hilfreiches Mittel ist, drohenden Ausfällen von Anlage und Komponenten vorzubeugen”, erläutert Sven Sparmann. „Für uns ist klar, dass alle neuen Roboter – auch an den internationalen Standorten – an ABB Ability Connected Services angebunden werden“. Digitaler Service erhöht Wettbewerbsfähigkeit „Eine bessere Leistung und eine höhere Verfügbarkeit von Robotern sind ein direktes Ergebnis der Digitalisierung der Fabrik. Es werden nicht nur mehr Dienstleistungen digitalisiert oder auf digitalem Wege erbracht, sondern auch über digitale Kanäle verfügbar gemacht”, betont Jörg Rommelfanger, Global Product Manager bei ABB Robotics. Auf dem Portal MyABB finden Kunden schnell und zu jeder Zeit Informationen zu Ersatzteilen, technische Dokumentationen, Performance-Statusberichte, Gerätelebenszyklen, Wartungsempfehlungen und Serviceverträge. „Dank dieser digitalen Tools wird ein zuvor reaktiver Ansatz bei der Wartung des Roboterbestandes von einem vorausschauenden und proaktiven Ansatz abgelöst“, ergänzt Andre Dehlan. Automatica: Halle B5.334 www.abb.de/robotics Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit 8 Der Betriebsleiter 6/2018

MONTAGE- UND HANDHABUNGSTECHNIK Mensch-Roboter-Kollaboration mit künstlicher Intelligenz Im BionicWorkplace von Festo arbeitet der Mensch mit einem bionischen Roboterarm sowie zahlreichen Assistenzsystemen und Peripheriegeräten zusammen, die miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren. Die Technik unterstützt den Werker bei seiner Aufgabe und entlastet ihn bei anstrengenden oder gefährlichen Tätigkeiten. Sensoren und Kamerasysteme erfassen die Positionen von Werker, Bauteilen und Werkzeugen, so dass der Mensch den BionicCobot über Bewegung, Berührung oder über die Sprache intuitiv steuern kann. Eine Software verarbeitet gleichzeitig sämtliche Kamerabilder und Inputs der verschiedenen Peripheriegeräte. Aus diesen Informationen leitet sie den Anzeige optimalen Programmablauf ab. Das System lernt mit jeder gelösten Aktion dazu und optimiert sich so selbst. So gelangt man von einem gesteuerten, programmierten und festen Ablauf nach und nach zu einem wesentlich freieren Arbeiten. Die einmal gelernten und optimierten Prozesse und Fertigkeiten des BionicWorkplace lassen sich in Echtzeit auf andere Systeme dieser Art übertragen und global zur Verfügung stellen. So ist es möglich, Arbeitsplätze als weltweit vernetzten Verbund aufzubauen und Wissensbausteine zu teilen. Automatica: Halle A5.111 und 310 www.festo.com Roboter nach dem Legoprinzip Mit Förderung der EU und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Hochschule Stralsund im Verbundprojekt ‚Productive4.0‘ einen Arbeitsschwerpunkt auf „Mobile wandlungsfähige Robotersysteme“ gelegt, bei denen künstliche Intelligenz eingesetzt wird. „Wir entwickeln Roboter, die sich nach dem ‚Legoprinzip‘ mit verschiedenen Werkzeugen modular kombinieren lassen und sowohl stationär als auch mobil einsetzbar sind“, so Deutschländer. Mittels fahrerloser Transportfahrzeuge werden die Roboter an den jeweils erforderlichen Standort der Produktion bereitgestellt und kommen dort temporär Servicerobotik zum kleinen Preis gbo.indd 1 09.05.2018 11:33:19 Dem Thema der kollaborativen Robotik – Interaktion zwischen Mensch und Maschine – hat sich igus jetzt mit seiner Low-Cost-Robotic-Sparte robolink angenommen. Leicht und kostengünstig lauteten die Anforderungen an die Komponenten. Herausgekommen ist das ReBeL-Gelenk. Das neue Low-Cost-Robotic-Konzept unterscheidet sich grundlegend von den vorherigen robolink Gelenken und ermöglicht neue Lösungen. Anstelle von Schrittmotoren kommen bürstenlose Gleichstrommotoren (BLDC-Motoren) zum Einsatz, wie sie in der Servicerobotik bereits zum Stand der Technik gehören. Durch ihre geringe Größe können die BLDC-Motoren platzsparend im wartungsfreien Wellgetriebe eines ReBeL-Gelenks verbaut werden. Auch die Steuerungstechnik ist in die Achsen eingebaut und macht einen externen Schaltschrank somit überflüssig. Der ReBeL ermöglicht erstmalig die 6. Rotationsachse im robolink- Baukasten und damit die vollständige Erreichbarkeit von Positionen. Denkbar sind neben Aufgaben im privaten Bereich Hol- und Bringdienste sowie Pick-and-Place-Einsätze in Fabriken. Automatica: Halle A4.103 zum Einsatz. Die Maschinen passen sich dabei selbstständig an die verschiedenen Arbeitsaufgaben und Abläufe an. Wie in einem „Maschinenballett“ die Choreografie die Umsetzung beeinflusst, sollen sich in Zukunft durch die Digitalisierung Materialflussbewegungen und Prozessvorgänge zu einem Ganzen verbinden. www.igus.de www.hochschule-stralsund.de Licht und Schutz für Gantry-Maschinen: X-VELO – EIN CLEVERES SYSTEM Die innovative Dachabdeckung X-Velo schützt die Produktionshalle vor Verunreinigungen durch Späne und Kühlschmierstoffe. Das System passt sich dank seiner modularen Größen perfekt an jede Anwendung an und eignet sich optimal zur Nachrüstung. X-VELO schnell installiert und leicht zu reinigen Mit und ohne Motor erhältlich HEMA Maschinen- und Apparateschutz GmbH Seligenstädter Straße 82 | 63500 Seligenstadt Tel.: +49 6182 773-0 | info@hema-group.com www.hema-group.com Führung durch Traversen Stabile und leichte Konstruktion Lichtdurchlässiges Material HEMA.indd 1 07.05.2018 10:37:10 Der Betriebsleiter 6/2018 9

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