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Der Betriebsleiter 6/2017

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Der Betriebsleiter 6/2017

BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Selbstregelnd wie ein Siphon Spezialkreiselpumpe meistert Herausforderungen im Chemiepark Im Chemiepark Gendorf, dem größten Chemiepark Bayerns, musste eine kostengünstige Zwischenlösung für die Verund Entsorgung von unterschiedlichsten chemischen Abwässern gefunden werden. Standardpumpen konnten die komplexe Aufgabenstellung nicht bewältigen. Eine Spezialkreiselpumpe konnte schließlich überzeugen. So unterschiedlich die Rahmenbedingungen für den Pumpeneinsatz in Chemieparks sind, eine Gemeinsamkeit weisen alle auf: Immer wieder verändern Neuansiedlungen, Erweiterungen oder Umorientierungen bei der Produktpalette eines oder mehrerer Unternehmen das Geschehen. Das ist auch die Situation auf dem beinahe 200 ha großen Gelände des Chemieparks Gendorf in Burgkirchen an der Alz. Hier stellen Unternehmen der Basis-, Spezialchemie und Kunststoffindustrie ca. 1 500 chemische Produkte unterschiedlichster Art her. Die Beschäftigtenzahl liegt bei annähernd 4 000 Menschen. Instandhaltungstechnisch wird dieser Chemiepark von der InfraServ Gendorf Technik (ISGT) betreut. Aus einer Hand bietet das Tochterunternehmen des Chemieparkbetreibers InfraServ Gendorf mit über 220 Mitarbeitern einen schnellen Anlagenservice und eine optimale Instandhaltung. Der erfahrene Praktiker Dipl.-Ing. Josef Lehner leitet hier die Fachstelle Pumpen. Kostensparender Einsatz Die Situation vor Ort: Chemisch belastete Abwässer aus Produktionsprozessen der ansässigen Unternehmen mussten vorübergehend in einen anderen Bereich gefördert werden. Für diesen Abtransport von teilweise sauren und mit Feststoffanteilen beladenen Abwässern in eine Reinigungsanlage war eine kostengünstige Möglichkeit als Provisorium vorgesehen. Da zu Technische Besonderheiten der Kreiselpumpe V-AN n selbsttätig regelnde Förderung – es ist keine weitere Regelung erforderlich n selbstentlüftend – damit auch unempfindlich gegen Gasblasen n trockenlaufsicher – und dadurch außerordentlich betriebssicher n Förderung von gashaltigen oder Medien am Siedepunkt n restlose Entleerung von Behältern n Ansaugdruck im Vorlagebehälter bis auf Siedezustand gefahrlos absenkbar n bewältigt problemlos diskontinuierliche Zulaufströme n kontinuierlicher Betrieb verhindert Druckschläge n betriebssicher auch für gashaltige Medien n kostensparend und höchst zuverlässig n Einsparung von Anlagenkosten durch Verringerung der Bauhöhe und reduzierte Zulaufgefäße n keine aufwendigen Gruben oder Gerüste durch geringe Zulaufhöhe n Flüssigkeitsförderung direkt aus dem Vakuum n sehr hohe Verfügbarkeit und lange Standzeiten 24 Der Betriebsleiter 6/2017

BETRIEBSTECHNIK 01 Die Spezialkreiselpumpe wurde im Industriepark Gendorf von einer Zwischenzu einer Langzeitlösung 02 Die Pumpen werden je nach Beschaffenheit der Prozessmedien bedarfsspezifisch konstruiert und gefertigt einem späteren Zeitpunkt das ganze Verfahren umgestellt werden sollte, wurde eine zurückbaubare Variante bevorzugt. Beim Einsatz von Standardpumpen wären zur Pufferung der Abwässer zusätzlich ein großer Behälter und eine separate Standregelung notwendig geworden. Anders hingegen bei den Spezialkreiselpumpen von Bungartz: Als einzige Maßnahmen ist ein Schacht von etwa zwei Metern Durchmesser notwendig. Ungewöhnliche Selbstregelung Ein Merkmal der vertikalen Kreiselpumpen aus der Serie V-AN ist ihre einzigartige Regelcharakteristik: Sie passen sich selbsttätig regelnd an veränderliche Zulaufmengen an. Das Prinzip ist mit einem Siphon vergleichbar. Fließt ein Medium in einen Behälter, steigt der Flüssigkeitsstand so lange, bis Zufluss und Abfluss im Gleichgewicht sind – ohne mechanische oder elektrische Regeleinrichtung. Diese Pumpen arbeiten durch eine Gasausgleichleitung selbstentlüftend. Am Laufradeintritt erfolgt keine Druckabsenkung. Dadurch gibt es keinerlei Kavitationsprobleme. Auf Überwachungseinrichtungen, die häufig erst zu Fehlern führen, kann komplett verzichtet werden. Weitere Vorteile: Die Pumpen vom Typ V-AN sind absolut trockenlaufsicher und vielseitig – bis hin zu kompletten Fördersystemen. Wegen der langen Lebensdauer werden sie von Betreibern auch als „Pumpe auf Lebenszeit“ bezeichnet. Ausfallsicherheit führt zum Langzeiteinsatz Nach der Instandhaltungsstrategie der ISGT wurde eine zweite Pumpe als stand-by eingesetzt, obwohl Josef Lehner bei diesem Pumpentyp dafür keine unbedingte Notwendigkeit sieht. Er fasst das Ergebnis des Pumpeneinsatzes so zusammen: „Durch 03 Funktionspinzip der Spezialkreiselpumpe vom Typ V-AN Verfahrensumstellungen, Erweiterungen und Optimierungen in der Ver- und Entsorgung wurde das Provisorium beendet. Der angestrebte Rückbau wurde in den letzten Jahren abgewickelt, die Pumpen nach einer Laufzeit von ca. 12 Jahren ausgebaut“. Aus der Zwischenlösung wurde ein erfolgreicher Langzeiteinsatz, bei dem es weder Kavitationsprobleme noch Verschleißerscheinungen gab. Für die ausgebauten Pumpen laufen bereits neue Planungen. „Einer weiteren Verwendung der einwandfrei arbeitenden Pumpen steht nichts im Wege, denn bei den Pumpen vom Typ V-AN kann mit einer Laufzeit von 30 Jahren kalkuliert werden“, so der Experte. Mit sehr geringen Instandhaltungskosten, langjährigen störungsfreien Laufzeiten und einer Lebensdauer für die Lager von bis zu 32 000 Betriebsstunden überzeugen die Spezialkreiselpumpen nicht nur im Chemiepark Gendorf. www.bungartz.de Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Hält 20 mal länger* mit Hochleistungskeramik *mindestens - Maschinenbauteile aus Keramik. Verschleißfest, mit Antihaftwirkung und elektrisch neutral. Mehr unter doceram.com

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