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Der Betriebsleiter 6/2017

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Der Betriebsleiter 6/2017

01 02 Aufgerüstet für

01 02 Aufgerüstet für die Zukunft Retrofit im Sägezentrum erhöht Zuverlässigkeit und Effizienz Seit 30 Jahren setzt der Spezialist für Stapler-Anbaugeräte Kaup in seiner Fertigung auf ein kombiniertes Lager- und Sägezentrum von Kasto. Nachdem sich Stillstandzeiten häuften, brachte Kasto nicht nur die Säge- und Lagertechnik auf den neuesten Stand, sondern installierte auch ein modernes Lagerverwaltungssystem. Kaup konnte so die Effizienz und Zuverlässigkeit in der Produktion deutlich steigern. Die Kaup GmbH & Co. KG. mit Hauptsitz in Aschaffenburg zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Anbaugeräten für Gabelstapler. Unter dem Motto „Die Hände Ihres Staplers“ verwandelt der Hersteller herkömmliche Flurförderzeuge in echte Tausendsassas. Auf Basis eines ausgeklügelten Baukastensystems entstehen individuelle Kundenlösungen, auch für ausgefallene oder besonders anspruchsvolle Handling- Aufgaben. Das mittlerweile in vierter Generation familiengeführte Unternehmen arbeitet mit sämtlichen Staplerherstellern und -händlern zusammen. „Unser Sortiment umfasst zum Beispiel Seitenschieber, Zinkenverstellgeräte, Mehrfach-Palettengeräte, Drehgeräte, Klammergabeln oder Ballenklammern“, erzählt Produktionsleiter Ernesto Martin bei einem Rundgang über das Gelände. „Außerdem stationäre Geräte, etwa für den Einsatz in Produktionslinien, und sog. Container Spreader für den Transport und das Handling von Frachtcontainern.“ Zur Anwendung kommen die maßgeschneiderten Lösungen quer durch sämt liche Branchen. „Mit unserer hohen Fertigungstiefe stellen wir sicher, dass wir auch auf außergewöhnliche oder komplizierte Herausforderungen schnell und zuverlässig eine Antwort finden“, betont der Produktionsleiter. Die Produktion, die sich über ein Areal von mehr als 75 000 Quadratmetern erstreckt, beherbergt dafür einen umfangreichen Maschinenpark. Kombiniertes Lager-Sägezentrum für schlanke Prozesse Das meiste Material, das Kaup für die Herstellung seiner Geräte benötigt, besteht aus Stählen in verschiedenen Güten und mit unterschiedlichen Abmessungen. Davon wiederum bezieht das Unternehmen einen erheblichen Teil in Form von Langgut, also Rund-, Flach-, Rohr- und Profilmaterial. Um dieses einzulagern und für die weitere Verwendung abzulängen, setzt Kaup auf ein kombiniertes Lager- und Sägezentrum der Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG – und das schon seit 30 Jahren. „Die Anlage stammt aus dem Jahr 1986 und ist bis heute in Betrieb“, berichtet Johannes Wenzel, Leitung Einzelfertigung, Großgeräte und Instandhaltung. In 93 Magazin- und 148 Kombifächern bewahrt der Hersteller hier fast 200 unterschiedliche Artikel mit Durchmessern zwischen zehn und 150 Millimetern und Längen bis zu sechs Metern auf. Ein Regalbediengerät (RBG) übernimmt die Ein- und Auslagerung, eine Kreissägemaschine ist nahtlos an die automatische Lagertechnik angebunden. Mechanisch funktionierte das Kasto- Lager auch nach all den Jahren noch einwandfrei – allerdings häuften sich auf Steuerungs- und Elektronik-Ebene die Störungen und verursachten immer wieder Stillstände. Auch die Ersatzteilbeschaffung erwies sich als zunehmendes Problem, denn viele der Komponenten waren mittlerweile veraltet. Dadurch sanken auch die Verfügbarkeit und die Leistung der Anlage – eine neue Lösung musste her. „Wir entschlossen uns daher, das bestehende Sägezentrum zu modernisieren, ohne den bestehenden Stahlbau zu ersetzen“, erklärt Wenzel. Für Kaup lag es nahe, sich mit diesem Projekt ebenfalls an Kasto zu wenden. Der Technologieführer rund um das Sägen und Lagern von Metall verfügt auch beim Retrofit in die Jahre gekommener Anlagen über umfangreiche Kompetenz. Modernisierung im laufenden Betrieb Gemeinsam mit Kaup erstellten die Verantwortlichen von Kasto einen genauen Plan, um das Sägezentrum wieder auf den neuesten Stand zu bringen. „Ganz oben auf unserer Liste stand dabei der Wechsel der kompletten Steuerungs- und Antriebstechnik“, beschreibt Kasto-Projektleiter Alfred Schwörer. „Weitere Punkte waren ein Umbau der Energiezuführung und der Austausch der bestehenden Kreissäge gegen 16 Der Betriebsleiter 6/2017

TITEL I FERTIGUNGSTECHNIK 01 Um das Metall-Langgut für die Produktion einzulagern und abzulängen, setzt Kaup auf ein kombiniertes Lager-Sägezentrum von Kasto 02 Mechanisch auch nach 30 Jahren noch einwandfrei, waren jedoch Antriebe und Steuerungen veraltet. Kasto brachte die Anlage deshalb wieder auf den neuesten Stand einen neuen Vollautomaten.“ Besondere Herausforderung: Die Modernisierung sollte im laufenden Betrieb vonstattengehen und die täglichen Abläufe bei Kaup so wenig wie möglich beeinträchtigen. Ein Zeitraum von drei Wochen wurde für das Projekt anvisiert, und im Februar 2016 ging es los: Bis zu acht Kasto-Mitarbeiter waren gleichzeitig vor Ort, um den Umbau so zügig wie möglich zu bewerkstelligen. „Hut ab vor dieser Organisation, das hätte nicht besser laufen können“, zeigt sich Produktionsleiter Martin beeindruckt. Kasto ersetzte sowohl den Einspeise- und Steuerungs-Schaltschrank wie auch den des Regalbediengeräts und installierte eine moderne Siemens S7-400-SPS. Auch die alten Gleichstrommotoren der RBG-Hub- und Fahrwerke, der Schnellwechsel- und der Einlagerstation wurden gegen zeitgemäße, präzisere und ruhigere Drehstromantriebe ausgetauscht. Zudem statteten die Experten die Anlage mit neuen Absolutwertgebern aus. „Das hat den Vorteil, dass sie bei einem Wiederstart, also etwa nach einem Not-Aus oder einem Stromausfall, sofort weiterarbeiten kann“, erläutert Kasto-Fachmann Schwörer. „Das Anfahren von Referenzpunkten ist damit nicht mehr erforderlich.“ Um die neuen Antriebe nutzen zu können, mussten auch die Energiezuführungskabel ausgetauscht werden. Kasto stellte die Anlage dabei auch gleich auf ein moderneres und langlebigeres System mit Energieketten um. „Damit sind die Kabel auch bei größeren Verfahrwegen optimal geschützt“, erklärt Schwörer. „Das hilft, Störungen zu vermeiden.“ Für die Notbedienung des RBG installierte Kasto ein funkgesteuertes Fernbedienmodul. „Der Anwender hat damit die Möglichkeit, bei einer Fehlfunktion oder bei Reparaturen die Anlage von jedem beliebigen Punkt aus zu steuern, ohne dass er dabei an ein Kabel gebunden ist“, führt Schwörer weiter aus. „Stillstandzeiten lassen sich damit deutlich verkürzen.“ Sägetechnik komplett ersetzt Auch bei der Sägetechnik rüstete Kasto die Anlage ordentlich auf: Die vorhandene Produktions-Kreissäge, die ebenfalls schon seit Nach dem Retrofit laufen Sägeaufträge nun quasi von selbst ab, der Verschnitt ist deutlich geringer, und wir haben jederzeit den vollen Über blick über unsere Lagerbestände. Ernesto Martin, Produktionsleiter bei Kaup in Aschaffenburg 30 Jahren in Betrieb war, wurde durch eine vollautomatische, CNC-gesteuerte Kreissäge vom Typ KASTOvariospeed SC 15 ersetzt. Mit einem Schnittbereich bis zu 152 mm bei Rund-,155 x 120 bei Flach- und 135 x 135 mm bei Vierkantmaterial ist diese zum Trennen von Vollmaterial, Profilen und Rohren in allen Qualitäten, einschließlich schwer zerspanbarer Werkstoffe geeignet. Die Schnellwechselstation, die durch das RBG bestückt wird, führt das Material selbstständig der Säge zu. Eine Quersortiereinrichtung entnimmt die Abschnitte aus 03 Die 30 Jahre alte Produktions-Kreissäge wurde durch eine vollautomatische, CNC-gesteuerte Säge vom Typ KASTOvariospeed SC 15 ersetzt der Maschine und legt sie automatisch in einem von drei an der Frontseite bereitgestellten Behältern ab, größere Längen landen in einem Auffanggitter auf der Maschinenrückseite. Mitarbeiter transportieren die Abschnitte dann zu den weiteren Bearbeitungsschritten. „Bei Bedarf können wir die Säge auch über einen längeren Zeitraum komplett mannlos laufen lassen“, erklärt Johannes Wenzel. Die Bedienung des Sägezentrums erfolgt nun über die Lagerverwaltungs-Software KASTOlvr. Das System managt eigenständig Artikel- und Lagerdaten, Sägeaufträge und Werkzeuge und lässt sich über eine grafische Benutzeroberfläche einfach und intuitiv steuern. Die Materialstammdaten und Bestände des alten Systems wurden komplett übernommen – das ermöglichte einen reibungslosen Übergang. Die gesamte Anlage ist zudem fernwartungsfähig: Vom Servicezentrum im badischen Achern-Gamshurst können sich die Kasto-Experten jederzeit auf den Lagerverwaltungs-Rechner sowie einzelne Steuerungen und Antriebe schalten und so Störungen beheben. „Für die Sicherheit und Anlagenverfügbarkeit ist das ein enormer Vorteil“, betont Alfred Schwörer. Reibungsloser Ablauf, perfektes Ergebnis Bei Kaup ist man von den automatischen Funktionen der Anlage begeistert: „Zwar ging es uns nicht darum, Schnittzeiten oder Kapazitäten zu optimieren – aber mit dem neuen System sind unsere Abläufe natürlich wesentlich effizienter geworden“, freut sich Ernesto Martin. Auch in punkto Zuverlässigkeit sind die Verantwortlichen mit dem runderneuerten Sägezentrum hochzufrieden: „Wir haben so gut wie keine Störungen mehr, und damit auch weniger Stillstandzeiten und einen geringeren Wartungs- und Reparaturaufwand“, beschreibt Johannes Wenzel. Beide loben zudem den reibungslosen Ablauf des Projekts: „Kasto hat den Zeitplan für die Modernisierung genau eingehalten, die Bedienung des Systems exakt an unsere Bedürfnisse angepasst und unsere Mitarbeiter eingehend geschult, so dass wir danach direkt loslegen konnten“, berichtet Martin. „Sicher hat das auch deshalb so gut geklappt, weil Kasto alles aus einer Hand liefert – problematische Schnittstellen können damit gar nicht erst entstehen.“ www.kasto.com Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 6/2017 17

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