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Der Betriebsleiter 6/2016

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Mission CE-Konformität

Mission CE-Konformität Beratung, Sicherheitskonzeption und CE-Kennzeichnung aus einer Hand Eine Modernisierung oder Erweiterung von Produktionsanlagen macht häufig auch ein neues Sicherheitskonzept notwendig. Bei der Umsetzung stellt sich nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG die Frage, wer am Ende die CE-Kennzeichnung übernimmt und somit verantwortlich zeichnet. Ein Chemie-Unternehmen fand einen kompetenten Partner, der nicht nur eine Sicherheitslösung entwarf, sondern auch den Zertifizierungsprozess gestaltete und die Konformität der Gesamtanlage bestätigte. Bei Sika stand im Rahmen einer Produktionszusammenlegung am Standort Sarnen die komplette Revision einer bestehenden Folienproduktionslinie an. Die Sika AG ist ein global tätiges Unternehmen der Spezialitätenchemie. Es beschäftigt rund 16 000 Mitarbeiter und ist Lieferant die Bau- sowie die Fertigungsindustrie. Das Produktsortiment umfasst u.a. hochwertige Betonzusatzmittel, Spezialmörtel, Dicht- und Klebestoffe, Dämpf- und Verstärkungsmaterialien. Die rund 40 Meter lange, 5 Meter breite und ca. 8 Meter in der Höhe messende Anlage bei Sika besteht im Kern aus einer Abwickler-, der zentralen Extrusions- und einer Aufwickler-Einheit. Mit dem Umzug nach Sarnen sollte die rund 20 Jahre alte Anlage auf den Stand der Technik gebracht werden. „Die zentrale Extrusionseinheit wollten wir erhalten, sie musste in Teilen jedoch modernisiert werden. Den Aufwickler hatte man erst kurz zuvor erneuert, der Abwickler sollte neu beschafft werden“, erinnert sich Bruno Kiser, Leiter IH-Management bei der Sika-Tochter Sika Manufacturing AG an den Beginn des Projektes. Mit dem Ergebnis, dass die optimierte Anlage einschließlich der neu zu installierenden zentralen Steuerung nunmehr aus Elementen unterschiedlichster Hersteller und Lieferanten bestand. Am Anfang steht die Risikobeurteilung Soweit kein Problem. Doch wenn sich, wie hier am Beispiel Sika, der Charakter und das Risikopotenzial einer Maschine durch wesentliche An- und Umbauten ändern, kommt die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG zum Tragen. Auch die Schweiz hat sich im Rahmen bilateraler Verträge verpflichtet, nach dieser Richtlinie zu verfahren und ihr damit gesetzliche Bindungswirkung verliehen. Auf der Grundlage einer soliden Risikobeurteilung muss dargestellt werden, welche Risiken bestehen und wie diesen begegnet werden soll, um letztlich Unfälle zu vermeiden und eine größtmögliche Sicherheit für Mensch und Maschine zu gewährleisten. 34 Der Betriebsleiter 6/2016

SPECIAL I MASCHINENSICHERHEIT 01 Pilz bietet ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen, bestehend aus Beratung, Engineering und Schulungen rund um die Maschinensicherheit an Umfassende Expertise Pilz-Services reichen von der Risikobeurteilung über das Sicherheitsdesign und -konzept bis hin zur Implementierung sowie Validierung. Pilz ist eines der wenigen Unternehmen, das als Bevollmächtigter auftreten und die Verantwortung für die Konformitätsverfahren der CE-Kennzeichnung übernehmen kann. Die Risikobeurteilung, die Ermittlung der geforderten Performance Level, die darauf aufbauende Erstellung eines Sicherheitskonzeptes und schlussendlich die CE- Kennzeichnung stellen eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die viel Fachwissen und Detailkenntnisse erfordert. Die harmonisierten Normen sind dabei das Grundhandwerkszeug zur Umsetzung der sicherheitstechnischen Mindestanforderungen, um die Maschinenrichtlinie zu erfüllen. Bei einer komplexen Anlage, die aus Maschinenelementen unterschiedlicher Hersteller besteht, muss sinnvollerweise bereits in der frühen Planungshase geklärt werden, wer schlussendlich bestätigen wird, dass die Gesamtanlage den Anforderungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entspricht. Individuelle Unterstützung durch externe Experten Nun hätten die verantwortlichen Planer von Sika den gesamten Umbau wie auch den damit verbundenen Zertifizierungsprozess einem erfahrenen Generalunternehmer (GU) übertragen oder alternativ den Lieferanten des Abwicklers mit dieser integrierten Gesamtaufgabe betrauen können. „Man hatte diese Variante im Unternehmen tatsächlich kurzfristig in Erwägung gezogen, dann aber aus gutem Grunde wieder verworfen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits in einigen Punkten schon recht konkrete Vorstellungen und wollten uns dabei die Fäden nicht aus der Hand nehmen lassen“, betont Bruno Kiser. Den gesamten Prozess selbst zu managen und die jeweiligen Projektpartner selbst zu organisieren, kam jedoch nicht in Frage. „Wir haben zum Glück rasch erkannt, dass uns dafür die Erfahrung, das Spezialwissen sowie Manpower und Zeit fehlen. Wir haben uns daher für eine individuelle Unterstützung durch einen Experten von außen entschieden“, ergänzt Bruno Kiser. Beim Thema Sicherheit besann man sich schließlich der langjährigen Partnerschaft mit Pilz. Seit 1996 ist der Komplettanbieter für die sichere Automatisierung aus Ostfildern bei Stuttgart mit einer Tochtergesellschaft in der Schweiz vertreten. 2009 führte Pilz den ersten Dienstleistungsauftrag bei Sika aus, technische Komponenten von Pilz bezieht das Unternehmen bereits seit vielen Jahren. Die Projektverantwortlichen bei Sika wussten, dass Pilz nicht nur für ein diversifiziertes Technikportfolio rund um die Automatisierung steht, sondern mit einem breiten Dienstleistungsprogramm auch ein umfassendes Beratungs- und technisches Umsetzungsangebot entlang des gesamten Lebenszyklus einer Anlage einschließlich des CE-Kennzeichnungsprozesses abdecken kann. Mit dem neuen Steuerungskonzept, so lautete die Forderung, musste ein modernes kostengünstiges Sicherheitskonzept einhergehen, das weder das Handling noch die Produktivität einschränken durfte. Großen Wert legte man bei Sika auch darauf, im Rahmen des Beratungsprozesses den Aufgabenumfang, die Zuständig- und Verantwortlichkeiten der einzelnen Projektpartner klar zu definieren sowie eigene Vorstellungen einzubringen und umsetzen zu können. Umfassende Beratung und Dienstleistungen 02 Bruno Kiser (links) von Sika und Beat Eugster, Senior Consultant, Pilz Schweiz sind mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden Auf der Grundlage der Risikobeurteilung erstellte Pilz ein leitungsfähiges Sicherheitskonzept, das nicht nur höchste Sicherheitsstandards, sondern gleichzeitig die geforderte Anlagenproduktivität erfüllt. Das Konzept beinhaltete die Erarbeitung von mechanischen, elektrischen sowie weiteren Engineering-Lösungen für die Maschinensicherheit, die Anwendung der Normen und Richtlinien nach dem aktuellen technischen Stand, die Festlegung des Performance Levels (PL) sowie die Berücksichtigung der Maschinenverfügbarkeit und Produktivität. Zum Dienstleistungs- und Beratungsangebot von Pilz zählte beim Retrofit der Folienproduktionsanlage darüber hinaus die komplette Ablaufplanung, die Beratung bei der Vertragsgestaltung mit anderen Unternehmen, die Übermittlung relevanter Sicherheitsfunktionen an den Steuerungshersteller, das Einfordern von Bedien- und Wartungsvorschriften für die einzelnen Anlagenteile, die Prüfung sämtlicher sicherheitsrelevanter Einrichtungen nach der Installation. Ein weiterer Punkt war das Zusammenführen und Ergänzen der einzelnen Betriebsanleitungen zu einer für das Gesamtsystem gültigen Betriebsanleitung. Zu guter Letzt stellte Pilz die EG-Konformitätserklärung aus. Fazit Die erneuerte Anlage ist nun CE-konform. Den aktuellen Produktivitätsanforderungen entsprechend steht sie dem Fertigungsprozess wieder für einige weitere Jahre zur Verfügung, das Sicherheitskonzept entspricht aktuellen Standards. „Das komplette Beratungs- und Leistungsangebot von Pilz war herausragend und exakt auf unsere Anforderungen zugeschnitten. Wir konnten uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren, hatten im Zuge des Prozesses jedoch stets die Möglichkeit, das Verfahren in wesentlichen Punkten mitzugestalten. Letztlich war die gewählte Lösung deutlich preisgünstiger, als wenn wir einen GU beauftragt hätten“, ist Bruno Kiser zufrieden. www.pilz.de Im Fokus Sicherheit Effizienz Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 6/2016 35

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