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Der Betriebsleiter 6/2015

Der Betriebsleiter 6/2015

GRÜNE PRODUKTION I

GRÜNE PRODUKTION I SPECIAL Clevere Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung Adsorptionskältetechnik für energieintensive Industriezweige 01 Für energieintensive Betriebe bietet der Einsatz der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung viele Vorteile len Bereich immer mehr Anwender. Olaf Hawlitschek, dem Geschäftsführer der 1998 gegründeten OFT Döbeln GmbH, liegt eine nachhaltige Produktion am Herzen. Neben den beiden BHKWs sorgt auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des sächsischen Betriebes dafür, dass das Unternehmen große Teile seines Strombedarfs selbst produziert. Die BHKWs wurden bereits vor sechs Jahren im Betrieb installiert. Im Mai 2014 kamen nun die passenden Adsorber hinzu. Adsorption ersetzt Kompression Die Oberflächentechnik Döbeln GmbH nutzt seit Mai 2014 eine clevere Kraft-Wärme-Kälte- Kopplung (KWKK) um Strom, Kälte und Wärme zu erzeugen. Durch die Verwendung dieser Technologie werden nicht nur hohe Energieeinsparungen erreicht, sondern es wird auch die Umwelt geschont. Mit einer Adsorptionskältemaschine wird der Nutzen des BHKWs auch auf die sonst stromintensive Kühlung der Anlagen ausgeweitet. Die Oberflächentechnik (OFT) Döbeln GmbH hat im Mai 2014 unter der Leitung von Olaf Hawlitschek eine solche Kraft- Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) realisiert. Die clevere Kombination aus zwei BHKWs und zwei InvenSor Adsorptionskältemaschinen (AdKM) erzeugt Strom, Wärme und Kälte für die zwölf Galvanik-Automaten des Unternehmens. Solche KWKK-Systeme sind nicht nur bei Serverräumen und Verkaufsräumen in Deutschland auf dem Vormarsch, sondern finden auch im industriel- Geplant wurde die gesamte Anlage vom Planungsbüro Radisch. Die wärmegeführt betriebenen BHKWs bei der OFT Döbeln hatten noch Potenzial für zusätzliche Laufzeit. Um weitere Wärme vernünftig einsetzen zu können, entschieden sich Planer Radisch und Geschäftsführer Hawlitschek für den Einsatz von Adsorptionskältemaschinen. Die großen Vorteile des Adsorptionsprozesses: Er arbeitet fast ohne Strom, wodurch eine massive Einsparung an elektrischer Energie möglich wird, und er nutzt als Kältemittel reines Wasser, was deutliche Vorteile für Umwelt und Klimaschutz hat. Auch der anstehenden Verschärfung der Regulierung von konventionellen Kälteanlagen mit teilhalogenisierten Kältemitteln konnte man so wirkungsvoll begegnen. Die Wahl fiel auf zwei InvenSor LTC 10 plus FC (Low Temperature Chiller) mit 20 kW Nennleistung. Die beiden AdKM wurden im Mai 2014 installiert und kühlen seitdem störungsfrei die wichtigen Galvanikbäder der Ober- Unternehmen mit energieintensiven Prozessen der Galvanik und Oberflächenveredelung haben nicht nur einen sehr hohen Stromverbrauch zu bewältigen, sondern brauchen für die Produktion auch erhebliche Mengen an Prozesswärme und Kälte. Hier bieten sich besonders Blockheizkraftwerke (BHKW) in Kombination mit thermisch angetriebenen Kältemaschinen an. Gerade in mittelständischen Betrieben finden solche Anlagen immer mehr Anwender. Durch eine sogenannte Kraft-Wärme- Kopplung (KWK) lassen sich günstig und effizient Strom und Wärme herstellen. Anwenderfreundliche Adsorptionskühlung Die in Lutherstadt Wittenberg und Berlin ansässige InvenSor GmbH entwickelt und produziert Adsorptionskältemaschinen in einem Leistungssegment von 5 bis 100 kW. Die Kältemaschinen von InvenSor erzeugen kaltes Wasser und nutzen dafür als Antriebsenergie Wärme statt Strom. Typische Wärmequellen sind Blockheizkraftwerke, Solaranlagen und industrielle Prozesse. Für die Kühlung gibt es vielfältige Anwendungsmöglichkeiten wie beispielsweise Rechenzentren, Büroräume, Verkaufsräume oder die Kühlung von industriellen Prozessen. Als Kältemittel in der Anlage wird reines Wasser verwendet – maximal umweltfreundlich und wartungsarm. 36 Der Betriebsleiter 6/2015

SPECIAL I GRÜNE PRODUKTION 02 Die Warmwasserpufferspeicher (rechts), die ADKM (Mitte) und der Kaltwasserspeicher (rechts) 03 Die zwei MAN BHKWs produzieren Strom und Abwärme 04 Der geschlossene trockene Rückkühler befindet sich hinter dem Gebäude der OFT Döbeln flächentechnikfirma. Die vorher eingesetzten Kompressionskältemaschinen konnten entfernt werden. Kosten- und klimagünstig Kaltwasser erzeugen Die KWKK-Anlage rechnet sich für den Betreiber in vielerlei Hinsicht. Die Abwärme der BHKWs wird nun primär dazu verwendet, kosten- und klimagünstig Kaltwasser zu erzeugen, was die Laufzeit der BHKWs signifikant erhöht hat. „Wir erwarten circa 5000 jährliche Betriebsstunden für die AdKMs, denn die Firma braucht das Kaltwasser quasi 24 Stunden am Tag, da hier im Dreischichtbetrieb gearbeitet wird.“ erläutert Holger Radisch. Bei niedrigen Außentemperaturen kann das InvenSor-System mit freier Kühlung arbeiten, so dass die Wärme aus dem BHKW dann wie gewohnt direkt zur Verfügung steht. Das gekühlte Wasser wird computergesteuert mit einer Temperatur zwischen 15 und 17°C zu den Galvanikbädergeleitet, die Rücklauftemperatur beträgt je nach Betriebsart zwischen 23 und 25°C. Holger Radisch zeigt sich sehr erfreut über die gute Zusammenarbeit mit InvenSor: „Wir haben während des gesamten Angebots- und Installationsvorgangs einen sehr professionellen Austausch mit InvenSor gepflegt. Ich bin sehr froh, einen kompetenten Partner hier an meiner Seite zu wissen.“ wwww.invensor.com Im Fokus Nachhaltigkeit Effizienz Sicherheit Energieeffizienz für Ihren Erfolg Wenn Ihnen hohe Energiekosten das Ergebnis und die Stimmung trüben, sollten Sie mit uns reden. Denn gerade für energieintensive Unternehmen sind wir der kompetente und erfahrene Partner im Bereich Energieeffizienz und bieten umfassende Energie-Services aus einer Hand. Erfahren Sie mehr unter: www.mvv-enamic.de

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