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Der Betriebsleiter 6/2015

Der Betriebsleiter 6/2015

Mit grünem Beispiel

Mit grünem Beispiel voran Umweltschutz ist ein komplexes Thema, das idealerweise ganzheitlich gelebt werden sollte. Doch jeder einzelne Schritt bringt Vorteile, ökologisch und ökonomisch – oft unmittelbar, in jedem Fall aber langfristig. Diese Firmen gehen mit grünem Beispiel voran … Award für nachhaltige Unternehmensführung Schmalz hat den Axia-Award 2014 als herausragendes Unternehmen des deutschen Mittelstandes erhalten. Mit dem Preis zeichnete das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte den Vakuum-Spezialisten für seine nachhaltige und vorausschauende Unternehmensführung aus. „Die Auszeichnung bestätigt das, was wir bei Schmalz schon lange wissen und täglich vorleben: Ökologie, Ökonomie und Soziales stehen nicht im Widerspruch. Unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten bündeln wir im Schmalz EcoSystem“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Kurt Schmalz bei der Preisverleihung in Stuttgart. Damit zeigt das Unternehmen, dass es bei Kunden, Mitarbeitenden, Lieferanten und Partnern auf langfristige Stabilität setzt, für ressourceneffiziente Produkte und Prozesse steht und darüber hinaus jederzeit ein fairer Partner ist. Der Vakuum-Spezialist aus Glatten setzte sich damit gegen zahlreiche namhafte Firmen durch, insgesamt hatten sich 38 Unternehmen aus ganz Baden-Württemberg beworben. „Die Teilnehmer am Axia-Award belegen, dass sich eine pflichtbewusste Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden und der Umwelt als eine lohnenswerte Nachhaltigkeitsstrategie bewährt, die langfristigen Erfolg sichert. Die ausgezeichneten Unternehmen zeigen nachdrücklich, welche beeindruckende Innovationskraft sie haben und welche Impulse sie damit freisetzen können“, erklärte Dr. Hans-Rudolf Röhm, Partner bei Deloitte. Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen vergibt den Axia-Award bereits seit 2007. www.schmalz.com Bauverbundfolien-Spezialist reduziert CO 2 -Ausstoß Die Dörken GmbH & Co KG, eine Tochtergesellschaft der Ewald Dörken AG baute eine neue ressourcen effiziente Spinnvliesproduktion in Hagen auf. Aufgrund deutlich höherer Durchsätze sinkt der spezifische Energiebedarf zur Produktion von Spinnvliesen im Vergleich zu branchenüblichen Anlagen um ca. 20 %. Zusätzlich setzte das Unternehmen weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung um: Durch ein spezielles Extru sionsverfahren werden in der Produktion die Anforderungen an das Rohmaterial gesenkt. Die Anlage kommt mit einer höheren Restfeuchte des Rohmaterials aus, was bei der Vortrocknung zu einer Energie ersparnis von ca. 40 % führt. Die neue Spinnvliesproduktion verarbeitet auch Rohstoffe, die aus Getränke flaschen aufbereitet werden. Neben der neuen Fertigungsanlage investierte Dörken in weitere Effizienz-Maßnahmen am neuen Standort, wie z. B. den Einsatz effizienter Transformatoren mit geringen Leerlaufverlusten. „Insgesamt können wir mit der neuen Anlage und dem umgesetzten Maßnahmenpaket ca. 1 912 000 kWh pro Jahr gegenüber üblichen Verfahrenstechniken einsparen“, sagt Ralf Vossius, Leiter Finanzen/Controlling bei Dörken. Das Klima profitiert ebenfalls: Der Kohlendioxid-Ausstoß sinkt im Vergleich um über 1000 t im Jahr. Das Vorhaben wurde im Rahmen des KfW-Energieeffizienz-Programms mit einem Darlehen gefördert. www.doerken.de 34 Der Betriebsleiter 6/2015

SPECIAL I GRÜNE PRODUKTION Ökologie, Ökonomie und soziales Engagement Seit 2002 hat die Michael Koch GmbH ein Umweltmanagementsystem nach der europäischen Norm EMAS implementiert. „Wir wollen Verantwortung für die Umwelt und die Ressourcen übernehmen und integrieren dies in unsere tägliche Arbeit und alle Prozesse im Unternehmen“, sagt Michael Koch, Geschäftsführender Gesellschafter. „Zudem werden wir auch außerhalb der Firma, in der nahen Region, mit Umweltaktivitäten, wie z. B. im Artenschutz aktiv“. Aber nicht nur die Umwelt liegt Koch am Herzen, sondern das gesamte Thema Nachhaltigkeit in allen seinen drei Komponenten, nämlich Ökologie, Ökonomie und soziales Engagement. Damit schafft Koch Werte für alle. Eine Übersicht der Ergebnisse des jüngsten EMAS-Audits und der von der Michael Koch GmbH umgesetzten Umweltmaßnahmen liefert die aktuelle Nachhaltigkeits- und Umwelterklärung, abrufbar auf der Website unter: http://www.bremsenergie.de/de/unternehmen/ umwelt. Unter anderen konnte in den letzten Jahren durch die Installation einer Photovoltaikanlage und dem Einbau einer Wärmepumpe eine beachtliche Reduzierung der CO 2 -Emission von jährlich 13,9 auf 6,9 t erreicht werden – eine Reduzierung um 50 %. Darüber hinaus geht der Bericht auf die bis 2020 angestrebten Ziele und geplanten Aktivitäten im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein. Das Hauptziel ist und bleibt das klima neutrale Fabrikle, wie der Sitz der Michael Koch GmbH im badischen Ubstadt-Weiher genannt wird. www.bremsenergie.de Nachhaltige Produktionsstätte für Pulverbeschichtung Die Stobag Alufinish, Spezialist für Pulverbeschichtung von Metallen, möchte ihre Kompetenzen in Zukunft in Wutöschingen bündeln. Als Planungs- und Baupartner steht dem Unternehmen Freyler Industriebau zur Seite – gemeinsam wurde ein Masterplan für ein komplettes Werk entwickelt. Der erste Bauabschnitt wurde inzwischen realisiert, mit einer 4623 m 2 großen Halle für die Horizontalbeschichtung. Mit der richtigen Kombination einzelner Komponenten, wie Gebäudehülle und Haustechnik, lassen sich auf lange Sicht Betriebs- und Energiekosten senken. Die neue Stobag-Produktionshalle wurde bewusst so ausgeführt, dass sie die geforderten Werte der Energieeinsparverordnung unterschreitet und damit auch von der KfW gefördert werden konnte. Der Heizenergiebedarf des gesamten Gebäudes liegt mit 167,7 kWh/(m 2 a) deutlich unter dem Anforderungswert von 341,7 kWh/(m 2 a). Beheizt wird über ein eigenes Blockheizkraftwerk. Dessen Dimensionen sowie die der Wärme- und Kältetauscher wurden im Zusammenspiel mit allen anderen baulichen und technischen Komponenten exakt berechnet. Außerdem wird die Produktionsabwärme für andere Betriebsprozesse genutzt: Die Abwärme der Druckluftkompressoren heizt beispielsweise die Wasserbäder vor. Das Hallendach ist zudem vorgerüstet für die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Abgerundet wird der Neubau durch intelligente Lösungen der Gebäudeautomation. Stobag wird in Zukunft zudem sämtliche Maschinendaten auslesen und visualisieren, um deren Einsatz mit Hilfe eines Energiemanagement-Systems zu optimieren. www.stobag-alufinish.de www.freyler.de Ökologisch vorbildliches Werk für die Produktion von Schmiersystemen In Chodov in der Nähe von Karlsbad in Tschechien hat SKF Ende letzten Jahres ein neues Werk für die Produktion von Schmiersystemen eröffnet. Der Neubau ist bei der „Öko-Zertifizierung“ gemäß LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) mit „Platin“ ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Zertifizierung werden die Auswirkungen des Objekts auf die Umwelt in verschiedenen Phasen seiner Lebensdauer bewertet. Das reicht von den Bauarbeiten bis hin zum laufenden Betrieb. Zu den entsprechenden Nachhaltigkeits-Kriterien gehören zum Beispiel die Baustoffe, der Frischwasser- und Energieverbrauch sowie innere und äußere Emissionen. Die SKF Gruppe misst der Schonung von Ressourcen, Umwelt und Gesundheit sowie der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter eine hohe Bedeutung bei. Tatsächlich hat sich der schwedische Konzern auf die Fahnen geschrieben, jeden Neubau gemäß LEED-Anforderungen zu errichten. „Es war unsere Absicht, eine moderne, umweltschonende Produktionsstätte mit angenehmem Arbeitsklima zu bauen“, sagt Werksleiter Martin Zvěřina. „Aus diesem Grund haben wir schon bei der Vorbereitung des Projekts eng mit dem Planer kooperiert. Wir wollten von Anfang an sicherstellen, dass das Gebäude sowohl für unsere Mitarbeiter als auch für die Umwelt Vorteile bietet.“ Dem Stromverbrauch von insgesamt 38 Werken wirkt die SKF Gruppe inzwischen mit Hilfe einer globalen ISO 50001-Zertifizierung entgegen. Damit gehört SKF zu den ersten Konzernen überhaupt, die ein weltumspannendes Energiemanagementsystem installiert haben. www.skf.com Der Betriebsleiter 6/2015 35

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