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Der Betriebsleiter 5/2019

Der Betriebsleiter 5/2019

02 Je nach Anforderung

02 Je nach Anforderung lassen sich unterschiedliche Reinigungstechnologien von Centrotherm in einem Baukastensystem kombinieren: Sowohl Reinigungssysteme zur thermischen oder nass chemischen Behandlung, als auch Trockenbettabsorber können in einer kundenspezifischen Anlagenlösung vereint werden UMWELTTECHNIK Technologien beherrscht. Nur bei einem solchen Betrieb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wirklich technologieoffen beraten wird. Anbieter mit nur einer Technologie im Portfolio werden dagegen eher prüfen, ob diese für die geforderte Reinigungsaufgabe grundsätzlich geeignet ist – das heißt, ob mit diesem Verfahren am Kundenstandort die gesetzlichen Vorschriften zur Einhaltung der Abgasgrenzwerte erfüllt werden können. Hier ist zwar davon auszugehen, dass der Anbieter über die Vorteile und Invest- sowie Betriebskosten der angebotenen Technologie Auskunft gibt. Für den Anbieter einer einzigen Technologie wird jedoch weniger relevant sein, an potenzielle Kunden zu vermitteln, dass es noch eine wirtschaftlichere Reinigungsart als diejenige im eigenen Portfolio gibt. Selbst wenn der Kunde vorab auf einem Vergleich aller relevanten Verfahren einschließlich TCO besteht, ist nicht gewährleistet, dass der Anbieter über das notwendige Knowhow für diesen Vergleich verfügt. Zum Kauf eines Systems mit ungünstiger TCO kann es jedoch auch dann kommen, wenn ein Unternehmen kontaktiert wird, das alle relevanten Abgasreinigungstechnologien anbietet. Dies ist unter Umständen dann der Fall, wenn ein Kunde ein festgelegtes Budget für die Investition in eine Anlage angibt, dieses Budget beim Kauf der Anlage eingehalten wird, aber die beauftragte Firma nicht parallel darauf hinweist, dass mit einer anderen Technologie die TCO geringer ausfallen würde. Das kann vermieden werden, wenn der Kunde einen Technologieanbieter mit Schwerpunkt auf Beratungsleistungen wählt, wie dies unter anderem bei der Firma Centrotherm der Fall ist. Häufig stellt sich dann heraus, dass zwar ein Budget vorgegeben ist, über die Vorgabe aber noch innerhalb des beauftragenden Unternehmens verhandelt werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Kunde genauer informiert hat und bei der Beratung darauf hingewiesen wird, dass es über einen längeren Zeitraum gerechnet kostengünstiger ist, wenn zunächst eine höhere Investition getätigt wird. BEISPIEL HALBLEITERINDUSTRIE Der Mehrwert einer Beratung durch Unternehmen, die alle relevanten Abgasreinigungstechnologien anbieten, lässt sich anhand eines Beispiels aufzeigen: Die Silizium-Epitaxie in der Halbleiterproduktion gehört zu den herausforderndsten Prozessen in der Industrie. Hierbei werden dünne Siliziumschichten auf ein Substrat aufgewachsen, indem Silizium aus der Gasphase mit dem erhitzten Substrat reagiert. Das Abgasgemisch besteht meist aus hohen Mengen an brennbaren Gasen sowie toxischen und korrosiven Bestandteilen. Im Wesentlichen sind dies Dichlorsilan (DCS), Trichlorsilan (TCS), Phosphin (PH 3 ), Diboran (B 2 H 6 ), Wasserstoff (H 2 ) und Chlorwasserstoff (HCl). Um eine Technologie zu bestimmen, die in einem Anwendungsfall wie diesem grundsätzlich zum Einsatz kommen kann, sollte zunächst die Art des Prozesses und damit die Art der Schadstoff-Komponenten im Abgas betrachtet werden. Wenn für eine Anwendung prinzipiell mehrere unterschiedliche Technologien geeignet sind, kann durch einen detaillierten TCO-Vergleich die wirtschaftlichste Lösung ermittelt werden. Bei diesem Vorgehen steht im vorliegenden Beispiel am Ende folgendes Ergebnis: Der Nasswäscher ist für die Silizium-Epitaxie- Anwendung nur bedingt geeignet, da er lediglich die korrosiven Gase DCS, TCS und HCl entfernt. Die Dotiergase PH 3 und B 2 H 6 sowie H 2 werden nicht behandelt. Letzterer könnte zwar – da er nicht toxisch, sondern „nur“ brennbar ist – durch Verdünnen auf Konzentrationen unterhalb der Explosionsgrenze unschädlich gemacht werden, für die toxischen Dotiergase ist dies jedoch keine Lösung. Mittels Trockenbettabsorption können prinzipiell alle genannten Gase außer H 2 entfernt werden. Die Schadstoffmengen (insbesondere der Wert für HCl) sind bei diesem Prozess jedoch so hoch, dass das Absorbergranulat sehr schnell verbraucht werden würde. Die TCO dieser Lösung wäre also sehr hoch. Das einzige Verfahren, das alle Schadgase inklusive H 2 zuverlässig entsorgen kann, ist die thermische Behandlung. Ihre TCO fällt im Vergleich mit der Trockenbettabsorption auch niedriger aus, sodass die Technologie in diesem Anwendungsfall zu bevorzugen ist. KNOW-HOW ALS VORAUSSETZUNG Essenziell für einen optimalen, kosteneffizienten Einsatz von Gasreinigungstechnologien ist somit, dass stets genau analysiert und individuell entschieden wird, welches Verfahren sich für eine bestimmte Anwendung am besten eignet. Von Verallgemeinerungen sollte Abstand genommen werden, auch wenn sich gewisse Tendenzen hinsichtlich der Eignung der verschiedenen Technologien ausmachen lassen: So ist z. B. in der Halbleiterindustrie bei kleinen Schadstoffmengen, wie sie i. d. R. in Forschung & Entwicklung sowie Kleinserienfertigung entstehen, oftmals die Trockenbettabsorption die wirtschaftlichste Lösung. Dagegen sind in der Massenproduktion bei den meisten Prozessen die anfallenden Schadstoffmengen in der Regel so hoch, dass thermische Lösungen sowohl aus technischer, als auch aus wirtschaftlicher Sicht die bessere Option darstellen. Festzuhalten bleibt jedoch: Angesichts der Komplexität vieler Prozesse kann die Beurteilung, welche Technologie sich für eine spezifische Abgasreinigungsanwendung am besten eignet, nur von Experten vorgenommen werden. Hier muss für den Kunden eine intensive Beratungsleistung erbracht werden. Zu empfehlen sind daher Betriebe, die alle gängigen Technologien anbieten, in den relevanten Bereichen bereits Referenzen vorweisen können und auf Basis dieses Know-hows in der Lage sind, technologieoffen zu beraten. Fotos: Centrotherm, Fotolia (#38154247, VanderWolf Images) www.centrotherm-cs.de S12 SUPPLEMENT 1/2019

® RECYCLING CHEMISCHER ABFÄLLE Bei der Sammlung von alten Chemikalien kann es schnell gefährlich werden: Sind einzelne Substanzen vielleicht harmlos, können unbekannte Gemische bereits ein erhebliches Gefahrenpotenzial in sich bergen. Um dieses Risiko für die Mitarbeiter zu minimieren, können separate Systemlösungen eingesetzt werden. Jede dieser Lösungen sorgt für maximale Sicherheit bei Lagerung und Umgang mit den Gefahrstoffen. Da prinzipiell brennbare, ätzende, giftige und wassergefährdende Flüssigkeiten zum Alltag gehören, musste neben Brand- PORTABLER DURCHFLUSSMESSER Der Durchflussmesser Fluxus F401 von Flexim ist für Langzeitmesskampagnen im Feld prädestiniert. Abhängig vom programmierten Messintervall kann das Gerät mehrere Monate autonom arbeiten. Dadurch eignet er sich besonders für Messkampagnen zur Leckagendetektion oder für hydraulische Untersuchungen, die regelmäßige Messungen über einen längeren Zeitraum erfordern. Das Clamp-on-Ultraschallsystem wurde speziell für die Anforderungen der Wasser- und Abwasserwirtschaft entwickelt. Die Einrichtung einer Durchflussmessstelle mit dem Fluxus erfordert keine Betriebsunterbrechung. Anschließend liefert er genaue Messergebnisse mit höchster Reproduzierbarkeit und ohne jede Messwertdrift. Dank seiner Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten (bis zu 0,01 m/s) ist das Gerät zur Überwachung von Trinkwassernetzen durch die Messung der nächtlichen Minimaldurchflüsse geeignet. Die Metallarmierung der Sensorkabelenden schützt vor Kabelbruch und sorgt für ordentliches Arbeiten ohne Kabelgewirr. www.flexim.de LACKIERANLAGE SORGT FÜR WARME PRODUKTIONSHALLEN Innovationen rund ums Heizen und Beheizen Flexible elektrische Heiztechnik • Analyseschläuche • Ex-Beheizungen • Begleitheizungen • Heizmanschetten • Sonderlösungen auch an Explosionsschutz gedacht werden. Denios fertigt z. B. ein begehbares Brandschutzlager, das nach REI 90 zertifiziert ist und als eigenständiger Brandabschnitt mitten in den Werkshallen aufgestellt werden kann. Das System bietet genügend Raum für Kleingebinde bis hin zu 1 000-l-IBC und ist mit ex-geschützter Elektrik ausgestattet. Eine integrierte Auffangwanne sichert das System zusätzlich bei austretenden Flüssigkeiten ab. Zur direkten Arbeit an den Chemikalien installiert der Hersteller in direkter Nähe zum Lager einen Freiarbeitsplatz mit Schadstofferfassung. Auch dieser ist gegen Explosionen mit Atex-konformen Komponenten ausgestattet. Eine technische Lüftung erfasst austretende Emissionen und führt diese durch einen Aktiv-Kohle-Filter. Anschließend werden die gefilterten Emissionen direkt ins Freie abgeleitet. Der Luftstrom ermöglicht zugluftfreies Arbeiten. www.denios.de Die neue Lackieranlage im Rittal-Werk Haiger ist eines der Herzstücke im Werk. Mithilfe der Anlage werden die produzierten Schaltschränke mit der nötigen schützenden Außenhülle versehen. Die beim Lackierprozess anfallende Abwärme wird konsequent genutzt, um sie an anderen Stellen wieder zu verwenden, z. B. zur Entfettung von Bauteilen in der Produktion oder zur Hallenheizung. Auch der Verbrauch von Wasser sei im Werk Haiger enorm energieeffizient. Das im laufenden Betrieb gebrauchte Wasser wird in einem Kreislaufsystem gereinigt und rückgeführt: „Hightech-Industrie und Umweltschutz schließen sich nicht aus“, sagt Jörg Kühn, bei Rittal verantwortlich für die Bereiche Sicherheit, Energie, Umwelt und Bau. Die Recyclingsysteme erfüllten nicht nur die gesetzlichen Vorgaben, sondern gehen mit Blick auf den Umweltschutz noch einige Schritte weiter: „Weil man ja mehr tun kann als man muss“, betont der Fachmann und verweist auf die Wichtigkeit eines Bewusstseins für den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. www.rittal.de KSS-FILTRATION OPTIMIEREN Ein namhafter Automobilzulieferer aus Deutschland setzt seit Kurzem das Aqon Hi-Tension-System und den Hi-Pure-Filter ein, um die Sauberkeit der Kühlschmierstoff-Kreisläufe beim Schleifen von Hartmetallen zu verbessern. Zuvor kam es zu wiederkehrenden Qualitätsproblemen durch Schleifkommas, Sedimentationsbildung und regelmäßigen KSS-Wechsel. Durch das neue System werden nun insbesondere Partikel im Bereich von 5–15 µm wirkungsvoll abfiltriert. Der Filter trennt bis zu einer Feinheit von 1 µm wirkungsvoll ab. www.aqon-gmbh.com Hillesheim GmbH Am Haltepunkt 12 D-68753 Waghäusel Tel.: 0 72 54 / 92 56-0 E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de www.hillesheim-gmbh.de

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