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Der Betriebsleiter 5/2017

Der Betriebsleiter 5/2017

SPEZIALEINSATZ I SERIE

SPEZIALEINSATZ I SERIE Fliegen ohne Pilotenschein Innovative Maschinenelemente sichern Endlagen der größten Zipline in den Alpen Minimalvoraussetzungen für maximalen Spaß: Mindestgewicht 30 kg, Mindestgröße 120 cm, Mindestalter 8 Jahre. Mit der Zipline, einer Seil-Gleitfluganlage im österreichischen Abenteuerpark Gröbming, kommt man dem Traum vom Fliegen ganz nah – und das ohne Pilotenschein und ohne Risiko, auch weil Strukturdämpfer der Tubus-Familie von ACE mit im Spiel sind. Strukturdämpfer verzögern in der Endlage der Zipline den Aufprall bei Ankunft wirkungsvoll Die nach Aussagen des Betreibers größte Zipline in den Alpen bietet 2500 m Flugspaß bei bis zu 115 km/h Tempo. Eine Gurt- Träger- Konstruktion sorgt für maximale Sicherheit und Komfort. Diese Aspekte sind in letzter Zeit von der Engineering-Mechatronics GmbH aus Österreich noch einmal gesteigert worden. Denn in der Vergangenheit war das Abbremsen nicht so komfortabel wie heute. Am Ende des Weges warteten Autoreifen auf die Piloten ohne Schein. Auch wenn die Fahrt zu diesem Zeitpunkt bei weitem nicht mehr so rasant verlief wie in den steilsten Abschnitten, war der Rückpralleffekt doch massiver als bei den Gondeln für Kinder. Das war nicht gefährlich, aber zuweilen etwas unangenehm und hinterließ einen nicht so schönen letzten Eindruck. Um dies zu beheben, nahm der mit der Optimierung beauftragte Ing. Thomas Liebmann, Geschäftsführer von Engineering-Mechatronics, Kontakt zur ACE Stoßdämpfer GmbH auf. Strukturdämpfer sichern doppelt Aufgrund ähnlicher Einsatzfälle schlug ihm Hans-Jürgen Greindl, der in Linz beheimatete und für die Alpenrepublik zuständige ACE Spezialist für Brems- und Dämpfungslösungen aller Art, die Strukturdämpfer Tubus vor. Ein ausschlaggebender Vorteil dieser Maschinenelemente war deren Kompaktheit. Diese ermöglichte neben der Installation in den Endlagen eine zusätzliche Absicherung an den zur Beförderung dienenden Rollen selbst. Aus Co-Polyester Elastomer gefertigt, sind die wartungsfreien, einbaufertigen Konstruktionselemente in der Lage, 23 Nm/Hub bei Dauerbelastungen bzw. 33 Nm/Hub bei Notstopp-Anwendungen aufzunehmen. Obwohl gerade das Abbremsen im Tal fest eingeplant ist, kann dieser Vorgang dennoch in die Kategorie Notstoppen eingeteilt werden. Denn der Flug dauert zwar nur rund eine Minute, aufgrund des längeren Rückholens der Seilrutsche und des Eincheckens der nächsten Passagiere kommt das Anfahren der mit einer platzsparenden Bauform (67 mm Außendurchmesser bei 40 mm Hub) versehenen Elemente nur alle 45 Minuten vor – und das bei maximalen Öffnungszeiten der Anlage von sieben Stunden am Tag. Verglichen mit einem rund um die Uhr vorgesehenen Einsatz in der Automation kann hier deshalb nicht von einer Dauerbelastung im eigentlichen Sinne gesprochen werden. Lange und weiche Abbremsung Die Lebensdauer der Tubus beträgt in etwa eine Million Lastwechsel. Und ihr zulässiger Temperaturbereich von -40 bis 90° C erlaubt auch den Betrieb in den Wintermonaten. Radial dämpfend sorgen sie für eine sehr lange und weiche Abbremsung. Für andere Fälle hält ACE Produkte mit degressiven und annähernd linearen Kennlinien bereit. Allen Mitgliedern der umfangreichen Tubus-Familie ist dabei gemein, dass sie immer dann als kostengünstige Alternative zu hydraulischen Dämpfern zum Einsatz kommen können, wenn kein punktgenaues Abstoppen verlangt wird. Dann profitiert man wie in Österreich von Lebensdauern, die konkurrierende Lösungen mit Urethan, Gummidämpfungen und Stahlfedern um ein Vielfaches übertreffen. Die Zipline funktioniert denn auch nicht nur zum Vergnügen der Piloten ohne Flugschein einwandfrei, sondern hat auch den Segen des TÜV. www.ace-ace.de www.roperunner.at 38 Der Betriebsleiter 5/2017

SPECIAL I MASCHINENSICHERHEIT Neue Schlagsicherung macht das Arbeiten mit Druckluftwerkzeugen sicherer Gerade im Bereich der Druckluftverteilung lässt sich mit geringem Aufwand ein großes Plus an Arbeitssicherheit erzielen: mit den neuen Schlauchbruchsicherungen von Atlas Copco Tools. Bereits seit einigen Jahren bietet Atlas Copco Tools unter dem Namen „Block“ Schlauchbruchsicherungen an, die jetzt für Betriebsdrücke von 0 bis 18 bar überarbeitet und verbessert wurden. Für alle gängigen Schlauchdurchmesser von 1/4" (Zoll) über 3/8" und 1/2" bis zu 3/4-zölligen Größen stellen die neuen Block-Sicherungen eine einfache und sichere Lösung dar, um Verletzungsgefahren zu mindern. Die Atlas-Copco-Schlauchbruchsicherungen lassen die für den ordnungsgemäßen Betrieb von Druckluftwerkzeugen benötigte Luftmenge ungehindert durch. Sollte sich schlagartig das Durchströmvolumen erhöhen, wenn etwa ein Schlauch reißt, drosselt die Sicherung auf mechanischem Wege – über einen federbeaufschlagten Kolben – sofort die Zuleitung zum Luftschlauch. Dieser Quasi-Verschluss vermeidet den Peitscheneffekt, weil praktisch keine Luft mehr nachströmen kann. Sobald die Leitung nach der Reparatur oder dem Wechsel des schadhaften Schlauchs wieder unter Druck steht, öffnet die Schlauchbruchsicherung automatisch, ohne dass ein Bedienoder Wartungsmitarbeiter eingreifen müsste. Als Medien sind geölte sowie ungeschmierte Druckluft zugelassen. Der freigegebene Temperaturbereich für die stabilen Sicherungen reicht von –20 °C bis zu +80 °C. Alle Block-Sicherungen entsprechen den Normen EN 983-1996 sowie ISO 4414:2009 (5.4.5.11.1) und haben die Tüv-Zulassung AR 12-0145. Außerdem sind die Schlauchbruchsicherungen vom Tüv gemäß AZ 77318 2 für den Einsatz in der Lebensmittel- und pharmazeutischen Industrie zugelassen. www.atlascopco.de Mehr als eine reine Schutztürabsicherung Euchner, der Spezialist für industrielle Sicherheitstechnik, präsentiert die neue Generation der bewährten Schutztürabsicherung Multifunctional Gate Box MGB. Die MGB2 zeichnet sich durch ein überarbeitetes Design, neue und erweiterte Funktionen sowie einen modularen Aufbau aus. Die MGB2 ist mehr als eine reine Schutztürabsicherung. Sie vereint Türgriff, Türanschlag, Sicherheitsschalter sowie Bedienstation in einem Gerät. Ihr modularer Aufbau erlaubt die flexible Anpassung an die unterschiedlichen Anforderungen der jeweiligen Schutztür. In der Version MGB2 Modular sind bis zu sechs Bedienelemente mittels Submodulen integrierbar, die jederzeit ausgetauscht oder angepasst werden können. Zudem verfügt sie über ein Busmodul (MBM) mit integriertem Profinet/Profisafe. Dieses kann entweder direkt an die MGB2 angeschlossen oder bei beengten Platzverhältnissen abgesetzt montiert und mit Kabeln verbunden werden. Die MGB2 Modular erfüllt die Anforderungen aller relevanten Normen wie z. B. der EN ISO 13849-1 und der EN ISO 14119. www.euchner.de Smart schalten – Energie einsparen: neue Familie Not-Halt-Taster Mit PITestop active bietet Pilz eine neue Familie von Not-Halt- Tastern an, die elektrisch aktiviert werden können. Sie signalisieren durch Beleuchtung, ob sie aktiv sind oder nicht. So sorgen sie für mehr Flexibilität und Modularisierung ganz im Sinne von Industrie 4.0. Anwender profitieren außerdem von Einsparungen bei Energiekosten: Denn nun muss nicht mehr die komplette Anlage unter Strom gehalten werden, um die Not-Halt-Funktion aufrecht erhalten zu können. PITestop active bringt Vorteile für Anlagen und Maschinenparks, in denen Anlagenteile verschoben werden: Die Maschinenteile lassen sich mit ihm gemäß ISO 13850 je nach Bedarf sicher aktiv oder inaktiv schalten. Im Zusammenspiel mit den Steuerungssystemen PNOZmulti von Pilz, die bereits den modularen Aufbau von Anlagen unterstützen, sind flexible Sicherheitskonzepte einfach umsetzbar, wie sie vor allem auch die Smart Factory fordert. PITestop active steht in verschiedenen Varianten für den Ein- und Aufbau an der Maschine zur Verfügung: die Einbauvariante mit Schutzklasse IP65 und die Aufbauvariante mit M12-Anschluss. www.pilz.com Zertifizierte Sicherheitslösung für Kran-Modernisierung Der Demag Service erhält als erstes Unternehmen die Zertifizierung für das Softwarepaket, mit dem vorhandene Krane sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Anwender profitieren von hohen Sicherheitsstandards und einer beschleunigten Abnahme der Krane. Krananlagen sind – nicht nur wenn es sich um Demag Krane handelt – außerordentlich langlebig. Daraus ergibt sich jedoch die Notwendigkeit, im Bedarfsfall eine Modernisierung der Steuerungstechnik vorzunehmen. Das gilt insbesondere für die sicherheitsrelevanten Funktionen. Diese Aufgabe steht zurzeit auch deshalb im Fokus vieler Kranbetreiber, weil die neueste Arbeitsmittelrichtlinie der EU – die in Deutschland durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) umgesetzt wird – den Bestandsschutz für vorhandene Maschinen und Anlagen aufgehoben hat. Das bedeutet: Auch ältere Krananlagen müssen an den aktuellen Stand der (Sicherheits-)Technik angepasst werden. Bisher mussten die Kranbetreiber hier erheblichen Aufwand nicht nur für die Umsetzung, sondern auch für die Zertifizierung der neuen Sicherheitsfunktionen betreiben. Dieser Aufwand kann nun entfallen. Denn mit der „Demag Advanced Safety Solution“ (kurz D.A.S.S.) steht eine Software für die sicherheitsgerichtete Nachrüstung von bestehenden Krananlagen zur Verfügung, die von der Berufsgenossenschaft, Fachbereich Holz und Metall gemäß den Anforderungen von EN ISO 13849 zertifiziert wurde. www.demagcranes.de Der Betriebsleiter 5/2017 39

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