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Der Betriebsleiter 5/2017

Der Betriebsleiter 5/2017

Gefährdungen allzeit im

Gefährdungen allzeit im Blick Dienstleistungen zur Unterstützung der Sicherheitsbeauftragten Die Sicherheitsbeauftragten spielen eine wichtige Rolle im Unternehmen. Sie müssen fortlaufend qualifiziert und schon vor dem Kauf einer Maschine eingebunden werden, um jegliche Gefährdung zu erkennen und auszuschließen. Phoenix Contact bietet mit vielfältigen Dienstleistungen entsprechende Unterstützung an. Autor: Frank Erbs, Leiter Customer Service Process des Competence Center Safety, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont Die folgende Situation ist den meisten Sicherheitsbeauftragen aus der täglichen Praxis geläufig: Eine Fachabteilung hat eine Maschine erworben und möchte diese nun in Betrieb nehmen. Üblicherweise wird dann die Sicherheitsfachkraft im Rahmen einer ersten Gefährdungsbeurteilung hinzugezogen. Bei der Bewertung stellt sie fest, dass für den speziellen Einsatzfall zusätzliche Schutzmaßnahmen an der Maschine erforderlich sind, die bereits in der Konstruktionsphase hätten berücksichtigt werden können. In vielen Fällen lassen sich die Schutzmaßnahmen jetzt nicht mehr umsetzen, denn die jeweiligen Nachrüstungen erweisen sich oft als unmöglich oder sind zumindest mit einem hohen Kostenund Zeitaufwand verbunden. Gefährdungsbeurteilung vor Maschinenkauf initiieren Mit der seit Juni 2015 gültigen Fassung der Betriebssicherheitsverordnung kommt der Gefährdungsbeurteilung eine größere Bedeutung zu. So wird zum Beispiel ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie schon vor der Beschaffung von Arbeitsmitteln begonnen werden muss. Der Betreiber – in der Betriebssicherheitsverordnung als Arbeitgeber bezeichnet – hat nämlich die Pflicht, seinen Beschäftigten nur sichere Arbeitsmittel zu überlassen. In diesem Zusammenhang zeigt eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Jahr 2015, dass es in rund 75 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle eine Gefährdungsbeurteilung gab. Ungefähr die Hälfte dieser Beurteilungen war vollständig respektive auf dem neusten Stand. Als interessanter erweist sich allerdings, dass wiederum 75 Prozent der unvollständigen Gefährdungsbeurteilungen nicht an aktuelle betriebliche Änderungen angepasst waren. Dies widerspricht einer zentralen Forderung der Betriebssicherheitsverordnung, die eine ständige Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung verlangt. Wenn die Verantwortlichen sie vor dem Erwerb von Maschinen initiieren, können alle relevanten Anforderungen ohne großen Aufwand umgesetzt werden. Ein von Phoenix Contact angebotenes Seminar beschreibt diese ersten wesentlichen Schritte detailliert. Informationen zwischen allen Parteien austauschen Den größten Nutzen erzielen Arbeitgeber, wenn sie die Gefährdungsbeurteilung in den Beschaffungsprozess integrieren. Dabei muss klar sein, dass der Kauf eines Arbeitsmittels dazu führt, dass dieses Produkt Bestandteil des Arbeitssystems im Betrieb des Arbeitgebers wird. Sofern die relevanten Prozess-Schnittstellen zum Hersteller des Arbeitsmittels bekannt sind, profitieren beide Parteien voneinander. Der Hersteller der Maschine kann wertvolle Informationen aus der Sicht des Anwenders erhalten. So lassen sich Trends frühzeitig erkennen und das gewonnene Wissen in die Risikobeurteilung und die Maschinenentwicklung einbeziehen. Der Maschinenbetreiber erlangt beispielsweise wichtige Erkenntnisse über verbleibende Restrisiken. Des Weiteren wird ihm unter Umständen bewusst, dass bei der Nutzung des Arbeitsmittels besondere rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten sind. Sämtliche Schritte und Abstimmungen unterstützen bei der Einhaltung der zentralen Forderung der Betriebs­ 34 Der Betriebsleiter 5/2017

SPECIAL I MASCHINENSICHERHEIT sicherheitsverordnung: Die Verwendung der Arbeitsmittel muss nach dem Stand der Technik sicher sein. Sicherheitsfunktionen umfassend überprüfen Wenn dem Maschinenhersteller oder –lieferanten alle Anforderungen vorliegen, kann bei der Übergabe der Maschine auch eine qualifizierte Wareneingangskontrolle durchgeführt werden. Diese beschränkt sich jedoch nicht auf den einfachen Abgleich des Lieferumfangs. Vielmehr sind gemäß Betriebssicherheitsverordnung auch Funktionstests notwendig. In diesem Zusammenhang müssen insbesondere die installierten Sicherheitsfunktionen überprüft werden. Dabei reicht es nicht, wenn der Sicherheitsbeauftragte lediglich den Not-Halt der Maschine testet, denn er dient allenfalls zur Absicherung der Maschine, falls die vorgesehenen Sicherheitsfunktionen versagt haben. Daher müssen zumindest die für den Bediener relevanten Sicherheitsfunktionen kontrolliert werden. Den Sicherheitsfachkräften stellt sich immer wieder die Frage, wie derartige Prüfungen vorzunehmen sind. Deshalb hat Phoenix Contact das Seminar „Maschinensicherheit für Sicherheitsfachkräfte“ konzipiert, das den Einstieg in das Thema vereinfacht. Neben den wichtigen Anforderungen aus der Maschinensicherheit erläutern die Referenten hier wesentliche Grundlagen zu Sicherheitsfunktionen. Auf diese Weise sind die Sicherheitsfachkräfte anschließend in der Lage, einfache Manipulationen an den Maschinen zu erkennen. Denn auch vor derartigen Handlungen muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter gemäß Betriebssicherheitsverordnung schützen. Konsequenzen bei Umbauten beachten Eine Untersuchung der BAuA zur Verteilung von tödlichen Unfällen in Bezug auf die jeweilige Verordnung oder Richtlinie verdeutlicht, dass Maschinen im Hinblick auf Arbeitsunfälle betrachtet werden müssen. Die bisher beschriebene Vorgehensweise befasst sich ausschließlich mit der Beschaffung von Maschinen. Deren Lebenszyklus endet allerdings nicht mit dem Erwerb und Betrieb, sondern umfasst in der Seminare je nach Kenntnisstand auswählen Im Bereich der funktionalen Sicherheit bietet Phoenix Contact unterschiedliche Seminarinhalte und -typen. Je nach Kenntnisstand erlernen die Teilnehmer die Grundlagen, frischen vorhandenes Wissen auf oder lassen sich selbst zum Experten ausbilden. Die halbtägigen kostenfreien Basic-Seminare geben einen Überblick über die Maschinenrichtlinie sowie die Anforderungen an prozessleittechnische Schutzeinrichtungen. Sie dienen als Einstieg in Theorie und Praxis, die gesetzlichen Regelungen sowie die wichtigsten Fachbegriffe. In den ein- bis dreitägigen Advanced-Seminaren eignen sich die Teilnehmer die Anforderungen der Maschinenrichtlinie sowie der harmonisierten Normen an und können eine Risikobeurteilung durchführen. Darüber hinaus zeigen die Referenten die praxisorientierte Umsetzung der Vorgaben sowie die Dokumentation der Ergebnisse. Individual-Seminare vermitteln schließlich Spezialkenntnisse zu einem bestimmten Thema. Neben der Maschinenrichtlinie und der funktionalen Sicherheit gemäß EN ISO 13849-1 stehen ein Praxis-Workshop Maschinensicherheit sowie Seminare zum Sicherheitslebenszyklus sowie zu Sistema zur Auswahl. Regel ebenso Situationen wie Instandhaltung, Wartung oder Umbau. In derartigen Fällen sind die Sicherheitsfachkräfte ebenfalls gefordert. Abhängig von der entsprechenden Situation müssen sie sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: Handelt es sich beim Umbau an der Maschine um eine wesentliche Änderung? Führt das Zusammenstellen mehrerer Maschinen zu einer Gesamtheit von Maschinen? Mit diesen Fragen sehen sich die Safety- Experten von Phoenix Contact in jüngster Zeit immer häufiger konfrontiert. Werden sie bejaht, zieht das für den Betreiber weitreichende Konsequenzen nach sich. Dann verändert sich seine Rolle und er wird zum Maschinenhersteller. Daher sollten die Sicherheitsfachkräfte bei geplanten Umbauten stets hinzugezogen werden. So ist sichergestellt, dass alle erforderlichen Sicherheitsaspekte berücksichtigt sind. Nicht selten stellen die Verantwortlichen während solcher Umbauten fest, dass die Maschinen bereits seit Jahren manipuliert oder falsch bedient worden sind. Dialog mit dem Bedien- und Wartungspersonal suchen Der beschriebene Zusammenhang zwischen Umbauten und Manipulationen tritt nicht nur bei gewollten, sondern insbesondere bei unbeabsichtigten Veränderungen auf. Deshalb ist es wichtig, dass Sicherheitsfachkräfte dies erkennen und die Modifikationen in den Maschinen finden. Im schlimmsten Fall geschieht das erst nach einem Unfall. Vor diesem Hintergrund sollten die Sicherheitsfachkräfte in einen Dialog mit dem Bedien-, Wartungs- und Instandhaltungspersonal treten, um Veränderungen zu detektieren und die jeweiligen Schritte einzuleiten. Die Safety-Experten von Phoenix Contact verfügen auch im Hinblick auf wesentliche Veränderungen an einzelnen sowie der Gesamtheit von Maschinen über umfangreiche praktische Erfahrungen. Im Rahmen eines Seminars erläutern sie beispielsweise die Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung in Bezug auf die Maschinensicherheit. Auf Basis der geltenden Vorschriften vermittelt die Veranstaltung einen umfassenden Überblick über die grundlegenden Anforderungen. Die Inhalte stellen einen ergänzenden Baustein zur Qualifikation von Sicherheitsfachkräften dar. Anhand durchgängiger Beispiele werden die normativen und technischen Zusammenhänge anschaulich erklärt. www.phoenixcontact.de Im Fokus Sicherheit Effizienz Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 5/2017 35

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