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Der Betriebsleiter 5/2017

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INTRALOGISTIK Freie Hand

INTRALOGISTIK Freie Hand im Distributionszentrum Wie Wearables Lagerprozesse beschleunigen und die Mitarbeiterproduktivität steigern 01 Der kombinierte Einsatz von Kommissionierverfahren ist gängige Praxis als auch Produktivität zu steigern. Da insbesondere der Kommissionierprozess zudem fehleranfällig ist, profitieren beide Seiten von sinkenden Fehlerquoten, wenn sich die Mitarbeiter stärker auf die Waren vor ihnen konzentrieren können. Ein Blick in heutige Lager oder Distributionszentren zeigt, dass die alten Papierlisten in den meisten Fällen digitalen Lösungen weichen mussten und sogar die früheren verkabelten Scanner-Lösungen weitestgehend durch mobile, kabellose Scanner ersetzt wurden, um dem Personal eine neue Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Je nach Anwendung kann sogar eine Alternativtechnologie Sinn machen. Beim Kommissionieren von Kleinteilen mit einer entsprechend hohen Pickleistung ist es beispielsweise sinnvoll, dass der Arbeiter beide Hände frei hat. In diesem Fall bietet sich eine sprachgesteuerte Lösung an. Ein Mix aus Headsets mit funktionaler Sprachsoftware, mobilen und über Wireless-Standards wie Bluetooth verbundene Barcode-Scanner sowie zugehörigen tragbaren Computer ist immer stärker im Kommen. Sprachlösungen zu recht fest etabliert Smartwatches, digitale Fitness- Armbänder oder andere tragbare Technologien (Wearables) gehören immer häufiger zu unserem Alltag – und auch Mitarbeiter in Distributionszentren erwarten zunehmend die gleiche nahtlose Bedienbarkeit und Leistung der genutzten Technik im Job, die sie aus ihrem Alltag kennen. Voice- Lösungen oder Ring-Scanner geben ihnen diese Freiheiten und steigern zudem ihre Produktivität. Autor: Marc Dippel, Regional Sales Director DACH, Honeywell Safety and Productivity Solutions So wie wir heute kein Gerät mehr halten müssen, um einen Anruf entgegen zu nehmen oder Schritte zu zählen, suchen auch Betreiber von Lagern und Distributionszentren nach Möglichkeiten, ihrem Personal eine weitere „freie Hand“ zu gewähren und damit sowohl Arbeitskomfort Sprachgestützte Lösungen haben sich unter anderem als zuverlässige Technologie für eine effiziente und fehlerfreie Kommissionierung von Kleinteilen bereits etabliert. Das belegt die steigende Zahl an implementierten Pick-by-Voice-Lösungen im Lager, die bis 2020 noch kräftig steigen wird, so die Prognose von Honeywell und YouGov. Neben der Effizienz- und Qualitätssteigerung sind es vor allem die verbesserte Bewegungsfreiheit und flexible Anpassbarkeit, die für den Einsatz dieser Technik sprechen. Sprecherabhängige Systeme werden auf ein bestimmtes Sprachprofil hin trainiert und passen sich der Stimme und den sprachlichen Eigenheiten ihrer Nutzer wie Der Siegeszug von Wearables im Lager wird von der Notwendigkeit für eine verbesserte Effizienz in der Kommissionierung angetrieben Aussprache, Akzent und Dialekt an, aber auch den komplett unterschiedlichen Sprachen des mobilen Arbeitsmarkts. Lösungen für bis zu 35 Sprachen und Dialekte sind mittlerweile gängig. Dank eines einmaligen kurzen Sprachtrainings vor der ersten Nutzung des Systems ist die Software in der Lage, die individuelle Sprechweise seiner Nutzer abzubilden und auch Sprachanomalien, beispielsweise durch Müdigkeit am Ende eines Arbeitstages, fehlerfrei zu erkennen. Für eine einwandfreie Nutzung von Voice- Lösungen filtert die Software zudem die komplexe Geräuschkulisse im Lager heraus, die etwa durch andere Mitarbeiter, 30 Der Betriebsleiter 5/2017

INTRALOGISTIK Gabelstapler, Kühlaggregate und Förderbänder entsteht und den Spracheinsatz im Lager stört. Jeder Mitarbeiter bestimmt dabei individuell, in welchem Tempo er die Packaufträge auf sein Headset bekommt und ob ihm diese von einer Frauen- und Männerstimme durchgesagt werden. Neulinge, insbesondere temporäre Mitarbeiter im rasanten Saisonbetrieb, können somit ohne großen Trainings- und Schulungsaufwand rasch mit ihrer Arbeit beginnen. Die feste Etablierung von Sprachtechnologien in der Logistik betrifft aber nicht nur den Kommissionierprozess, sondern unterstützt auch die Inventur, Entladung, Einlagerung oder die Wartung von Produkten als Value Added Services. Ring-Scanner und Computer am Arm auf dem Vormarsch Klar ist aber auch, dass es in den meisten Logistikumgebungen nicht ohne die Datenerfassung mit Hand-Scannern funktioniert, die gedruckte Barcodes auslesen können. ind aktuell Voice- und Ring-Scanner-Lösungen in S diversen Kombinationen eine sicherere Investition für die Steigerung von Effizienz, Mitarbeiterproduktivität und -zufriedenheit, wird sich das Spektrum noch erweitern, u.a. durch Datenbrillen und Fortschritte bei Automatisierungsprozessen. Marc Dippel, Regional Sales Director DACH, Honeywell Safety and Productivity Solutions Ob sperrige oder schwere Artikel: Die Identifikation von Gütern mittels Barcode bietet sich für viele Betreiber von Distributionszentren deswegen an, da sie einfach und preiswert zu erstellen, oftmals bereits auf der Verpackung angebracht und sicher gegenüber Fehllesungen sind. Kombiniert mit Sprachtechnologie schaffen Geräte wie Ring-Scanner eine vollständig freihändige Arbeitsumgebung und erhöhen nicht nur den Komfort und die Ausdauer der Arbeiter, sondern führen auch zu mehr Produktivität, Genauigkeit und Effizienz im gesamten Betrieb. Der leichte Ring-Scanner wird dazu bequem am Finger getragen, der zugehörige tragbare Computer am Handgelenk oder an der Hüfte, sodass Mitarbeiter beim Kommissionieren, Einlagern oder Verladen von Waren stets beide Hände frei haben. Dabei erreicht der Scanner Waren in bis zu 10 Metern Entfernung vom Hostgerät und erkennt auch beschädigte oder schlecht gedruckte Barcodes problemlos. Dank Bluetooth-Technologie gewähren aktuelle Modelle ein weiteres Plus an Be- wegungsfreiheit. Die Scanner können mit Bluetooth-fähigen PCs, Laptops und Mobilgeräten unter Apple-, Android- oder Windows-Betriebssystemen gekoppelt werden. Der Vorteil: der direkte Anschluss an ein zentrales Informationssystem wie das Lagerverwaltungssystem, in das die Daten in Echtzeit einfließen. Unternehmen wie Honeywell betrachten diese Interoperabilität zwischen verschiedenen vernetzten Geräten zukünftig als noch wesentlich wichtiger für den Prozessablauf. Das Hostgerät kann inzwischen aber auch selbst am Arm oder an der Hüfte angebracht werden. Robuste mobile Computer spielen im Logistik- und Transportbereich eine zunehmend wichtige Rolle, um den Mitarbeiter mit allen relevanten IT-Systemen zu verbinden. In Kombination mit einem Ring-Scanner am Arm können auch diese die eingescannten Daten direkt an ein zentrales Lagerverwaltungssystem senden. Darüber hinaus ermöglichen sie weitere Interaktionen mit Kollegen oder IT-Systemen, ohne dass der Mitarbeiter den Standort wechseln muss, etwa um zum stationären PC im Lager zu gelangen. In welcher Kombination auch immer, die Ergonomie spielt bei den körperlich anstrengenden Tätigkeiten im Lager eine wichtige Rolle. Ring-Scanner müssen klein genug sein, damit sie der Nutzer bequem am Finger tragen kann, ohne dass diese verrutschen oder bei der Arbeit stören, während der Rest der Unit stramm auf dem Arm oder an der Hüfte sitzt. Wird die ergonomische Passform oder geeignete Widerstandsfähigkeit der Geräte bei der Implementierung im Lager nicht berücksichtigt, können keine optimalen Ergebnisse erzielt werden. Datenbrillen momentan noch in den Kinderschuhen Das Interesse an intelligenten Datenbrillen ist zwar in den letzten Jahren gestiegen, aber die Technologie steckt immer noch in den Kinderschuhen und ist noch nicht bereit für einen Einsatz in rauen Logistikumgebungen. Die Industrietauglichkeit scheitert an der Datenbrille selbst, die den permanenten Hochleistungsanforderungen einer professionellen Lagerumgebung noch nicht gewachsen ist. Dafür ist sie nicht robust genug und die Akkulaufzeiten sind bei Weitem nicht ausreichend. Auch Arbeiten 02 Der Mitarbeiter kann ungestört freihändig arbeiten 03 Sprachtechnologien eignen sich insbesondere für die Kommissionierung von Kleinteilen in Tiefkühllagern bei Temperaturbedingungen von bis zu -30°C werden für die Brille zur Belastungsprobe. Viele Unternehmen testen momentan verschiedene Prototypen in Testumgebungen und die breite kommerzielle Einführung von Augmented-Reality-Technologie wird die Adaption der Datenbrille und die Entwicklung von AR-Anwendungen im Industrieumfeld sicherlich fördern. Allerdings wird dies Zeit erfordern, sodass die Brille vermutlich erst in einigen Jahren eine eventuelle Alternative zu bewährten Kommissioniermethoden darstellen wird. www.honeywellaidc.com Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 5/2017 31

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