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Der Betriebsleiter 5/2017

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FERTTIGUNGSTECHNIK 4.0

FERTTIGUNGSTECHNIK 4.0 Hierfür setzen immer mehr Mittelständler MES-Lösungen ein, die die Business- mit der Fertigungsebene verknüpfen, denn die Voraussetzung für mehr Transparenz und Flexibilität in der Produktion ist die horizontale (MDE/BDE) und vertikale (vom Shopfloor bis zum ERP) Datenintegration. Fertigungsaufträge oder Arbeitsanweisungen auf Papier gehören damit der Vergangenheit an. Auftragsänderungen können umgehend in Arbeitsanweisungen umgesetzt werden, die dezentral an den jeweiligen Fertigungsplätzen zur Verfügung stehen. Umgekehrt erhält der Fertigungsleiter aktuelle Informationen über den Produktionsablauf in Echtzeit, um Kapazitätsengpässe zu vermeiden oder Rüstprozesse zu optimieren. Störungen lassen sich schnell beheben oder durch eine vorausschauende Wartung vermeiden, da der Leitstand aufgrund der aktuellen Informationen Trends ableiten und bewerten kann – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der insbesondere die Schichtübergabe vereinfacht. Mit Transparenz zur smarten Fertigung Lean MES berücksichtigt die individuellen Anforderungen in der Produktion Fertigungsleiter sehen sich im Rahmen der Digitalisierung in der Produktion immer stärker einer informationstechnologischen Herausforderung gegenübergestellt. Die Maschinen- und Betriebsdatenerfassung (MDE/BDE) sorgt für eine enorme, komplexe Datenmenge. Ein Manufacturing Execution System (MES) bringt die notwendige Transparenz über alle Produktionsabläufe. Doch auf dem Weg zu Industrie 4.0 gibt es nicht die eine goldene MES-Lösung. Der Mittelstand zeichnet sich insbesondere durch seine Heterogenität in Bezug auf den Digitalisierungsfortschritt aus. Den Unternehmen gemein ist, dass sie sich einer zunehmenden Individualisierung der Kundenanforderungen gegenübersehen. Das verlangt höchste Flexibilität in der Fertigung. Dadurch rücken Kriterien wie Rückverfolgbarkeit und Dokumentation in den Fokus. Hierzu werden unzählige MDE/BDE-Daten erfasst. Doch neben der Verfügbarkeit aktueller Produktionsdaten bedarf es vor allem ihrer Aufbereitung, damit der Fertigungsleiter die notwendige Transparenz über alle wichtigen Produktionsprozesse erhält und die richtigen Konsequenzen aus den MDE/ BDE-Daten ziehen kann. uch wenn es noch an einer globalen Schnittstellensprache fehlt, A erhalten kleine und mittelständische Unternehmen mit Lean MES bereits jetzt die notwendige Transparenz über ihre Produktion. So schaffen sie die Voraussetzungen für eine smarte Produktion. MES für die Fertigungsplanung und -steuerung Im eigenen Tempo digitalisieren Aufgrund ihrer Bedeutung für die smarte Produktion werden MES auch als Brückentechnologie auf dem Weg in die Industrie 4.0 bezeichnet. MES-Lösungen bilden den Ausgangspunkt für das intelligente Werkstück, das sich selbst den optimalen Weg durch die Produktion bahnt, indem es Kriterien wie Maschinen- und Anlagenverfügbarkeiten, Energieverbräuche, Ressourcen oder Termindringlichkeiten berücksichtigt. Allerdings wäre es fatal, das intelligente Werkstück als Ziel auszugeben und vom ihm aus den Weg ins vierte Industriezeitalter zu denken. Stattdessen muss jede MES-Lösung die individuellen Voraussetzungen des jeweiligen Unternehmens berücksichtigen, d. h., das MES muss über eine hohe Integrationsfähigkeit verfügen und sich in die vorhandene Systemlandschaft problemlos einfügen können. In diesem Fall spricht man von „Lean MES“. Dieses Konzept berücksichtigt den unterschiedlichen Digitalisierungsfortschritt produzierender Unternehmen und ermöglicht ihnen dadurch, die vertikale und horizontale Da- Michael Möller, Geschäftsführer gbo datacomp GmbH tenintegration im eigenen, angemessenen Tempo vorzunehmen – ohne ausufernde Tools, die lediglich für einen Mehraufwand in der IT-Abteilung sorgen. Hierfür muss jedoch eine wichtige Voraussetzung geschaffen werden: eine durchgängige Kommunikation zwischen dem intelligenten Werkstück, Maschinen und Materialflusssystemen. Die Crux: Zu viele Schnittstellen verwenden proprietäre Protokolle. Das soll sich mit Hilfe des Standards Open Platform Communications (OPC) ändern. Bilder: Fotolia/bounlow-pic; gbo datacomp www.gbo-datacomp.de Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit 22 Der Betriebsleiter 5/2017

FERTIGUNGSTECHNIK Dreh-Kipp-Manipulator für ein ergonomisches Werkstück-Handling Zur bewährten modulog-Reihe für die Handhabungstechnik, die die Fertigung und Montage vereinfacht und ergonomisch gestaltet, gesellt sich ein neues Mitglied: der Dreh-Kipp-Manipulator Centrick, mit dem Lasten bis 2000 kg bewegt werden können. Dies wird durch ein neuartiges Konzept mit raffiniert angeordneten Gelenkarmen umgesetzt, die Werkstücke endlos und stufenlos drehen und um bis zu 90° kippen. Innovativ ist, dass das Bauteil dabei nahe am Schwerpunkt bewegt wird. Seine Höhe ändert sich nur unwesentlich – ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Dreh-Kipp-Vorrichtungen. Diese besitzen meist nur einen Arm und schwenken über einen deutlich größeren Verfahrweg, weshalb die Arbeitshöhe stärker variiert. Der kleine Schwenkradius des Centrick sorgt zudem für eine besonders hohe Standsicherheit. Außerdem ist das kompakte Hightech-Element verfahrbar gestaltet. So kann es je nach Bedarf verschoben und anschließend mittels Haltebremsen in eine dauerstabile Montageposition gebracht werden. Bei Lasten bis 500 kg kommt ein Scherenprinzip zum Einsatz, höhere Gewichte bis 2000 kg werden mit einer Säulenkonstruktion bewegt. Beide Ausführungen sind in drei Varianten verfügbar: entweder mit Steuerung über einen Handtaster, mit elektronischer Höhenverstellung oder mit programmierbarer Steuerung für eine wiederholgenaue, ablaufgesteuerte Serienfertigung. Moulding Expo: Halle 3, Stand A15 www.roemheld-gruppe.de Nullpunktspannbolzen mit integriertem Stichmaßausgleich Bei der Bearbeitung von Strukturbauteilen aus Stahl oder Aluminium sowie bei Bauteilen mit Wärmeverzug oder Eigenspannung war es aufgrund von Stichmaßschwankungen bislang kaum möglich, die Potenziale der Direktspannung mit Nullpunktspannsystemen in vollem Umfang zu nutzen. Der Spezialist für Spanntechnik und Greifsysteme Schunk sorgt nun für Abhilfe: Schunk VeroERO-S SPD Spannbolzen gleichen Stichmaßschwankungen in einem Bereich von ± 1mm souverän aus und bahnen so den Weg zur hocheffizienten Direktspannung. Um den Effekt zu nutzen, werden die Vero-S Nullpunktspannmodule vor der Finishbearbeitung kurzzeitig geöffnet, so dass ein spannungsfreier Zustand erreicht wird. Beim Wiederverriegeln der Module verhindert dann die Nachgiebigkeit der Vero-S SPD Spannbolzen, dass es zu einer erneuten Deformation des Werkstücks kommt. Auf diese Weise lassen sich hochpräzise Ergebnisse erzielen. Die nachgiebigen Spannbolzen gibt es in zwei Varianten: Vero-S SPD-B ermöglichen den Ausgleich von ± 1mm in eine Richtung. Vero-S SPD-C gleichen ± 1 mm im Durchmesser aus. Die nachgiebigen Spannbolzen sind mit allen Schunk Vero-S NSE plus Modulen nutzbar. Über Standardschrauben (M10) werden sie mit dem Werkstück verbunden. Die Haltekraft beträgt 35 kN. Moulding Expo: Halle 3, Stand 3C21 www.schunk.com Neuer Werkzeugtaster mit multidirektionalem Messwerk Blum-Novotest, Spezialist für innovative und qualitativ hochwertige Mess- und Prüftechnologie, präsentiert auf der Moulding Expo den neuen Werkzeugtaster ZX-Speed. Damit ergänzt das Unternehmen seine 3D-Tastkopf-Serie für Werkzeugmaschinen um drei kompakte Systeme zur Werkzeugmessung in Länge und Radius sowie zur Werkzeugbruchkontrolle. Hervorzuheben beim neuen ZX-Speed ist das moderne, multidirektionale Messwerk neuester Generation: Es ist rotationssymmetrisch aufgebaut und bietet daher im Gegensatz zu handelsüblichen Tastern in allen Messrichtungen ein konstantes und präzises Messverhalten ohne Vorzugsrichtung. Dadurch können auch sehr kleine Werkzeuge ab einem Durchmesser von 1 mm mit einer Schaltpunktwiederholgenauigkeit von hochpräzisen 0,4 µm 2σ gemessen werden. Moulding Expo: Halle 5, Stand D32 www.blum-novotest.com Mess- und Prüftechnik digitalisiert Die Control steht für den Werkzeug-Dienstleister und Systemlieferanten Hahn+Kolb ganz im Zeichen der digitalen Mess- und Prüftechnik – direkt für die Fertigung sowie im Metallografie-Labor. Zu den Highlights am Messestand zählt die neue, hochauflösende 10-Megapixel-Kamera des Herstellers Qness, die gestochen scharfe und farbige Bilder an Kleinlast- Härteprüfgeräten liefert. Daneben zeigt Hahn+Kolb eine digitale Bügelmessschraube von Mahr, die mit einem kontrastreichen Display und besonders großen Ziffern überzeugt und die Messdaten drahtlos auf den PC überträgt. Control: Halle 5, Stand 5305 www.hahn-kolb.de BAZ für den Highend-Formenbau Der Hersteller von Bearbeitungszentren AXA Entwicklungs- und Maschinenbau GmbH erweitert mit dem neuen Bearbeitungszentrum TMP aus der Portal- Baureihe sein Spektrum und orientiert sich nun auch Richtung Highend-Formenbau für groß - volumige Werkstücke. Das 5-Achs-Portalbearbeitungszentrum findet seinen Einsatzschwerpunkt in der Bearbeitung von Turbinen, Impellern, Zahnrädern und Peltonrädern sowie in diversen Formenbauanwendungen. Generell sind Dimensionen bis zu 1600 mm Durchmesser und einer Traglast von 5 t möglich. Mit der TMP bietet AXA eine Lösung für den Formenbauer, bei der Schruppen und Highend-Finishing nicht mehr im Widerspruch stehen. Moulding Expo: Halle 5, Stand A 62 www.axa-maschinenbau.de Der Betriebsleiter 5/2017 23

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