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Der Betriebsleiter 3/2019

Der Betriebsleiter 3/2019

DRUCKLUFTTECHNIK I

DRUCKLUFTTECHNIK I SPECIAL Effizienz allzeit im Blick Neue Steuerung macht Druckluftmanagement transparent Die übergeordneten Steuerungen von Atlas Copco stellen sicher, dass alle Kompressoren die optimale Leistung erbringen. Allen voran der neue Optimizer 4.0, den der Hersteller jetzt auf den Markt bringt. Was diese Steuerung auszeichnet und was sie dem Anwender im Detail bringt, erläutert Karsten Decker, Europäischer Energieberater (IHK) der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH, im Interview. Herr Decker, Atlas Copco bringt jetzt unter dem Namen „Optimizer 4.0“ eine neue Steuerung auf den Markt. Was war der Anlass hierfür? Karsten Decker: Früher standen für unsere Kunden vor allem Betriebssicherheit, Effizienz und die gleichmäßige Auslastung der Kompressoren im Vordergrund. Das alles gilt zwar auch heute noch; darüber hinaus aber müssen sie nachweisen, dass ihr Unternehmen den Standard für ein Energiemanagement nach ISO 50001 erfüllt. Und dafür wollen sich die Anwender jederzeit selbst ein Bild von der Auslastung der Anlage und ihrer Energieeffizienz machen können. Und sie brauchen zum Teil mehr Schnittstellen für die Konnektivität. Der Optimizer bietet jetzt neben den klassischen Schnittstellen wie Profibus DP und Modbus RTU zusätzlich Modbus TCP/IP, Ethernet IP und Profinet. Diese sind etabliert und heute Standard. Es geht also vor allem um besseren Datenfluss und bessere Visualisierung? Karsten Decker: Jederzeit Zugriff auf die Daten zu haben und sie von jedem internetfähigen Gerät der Welt über einen Webbrowser anschauen zu können, ist der wichtigste Punkt. Allein mit dem Druckluftmanagement per Optimizer kann man zum Beispiel 5 bis 7 Prozent Energie einsparen – etwa durch eine Senkung des Druckbands. Eine solche Effizienzsteigerung soll visualisiert werden können – nicht nur an der Steuerung selbst. Der Anwender möchte Datentabellen oder grafische Darstellungen in das eigene System importieren können. Und zwar ohne, dass die Daten vorher die Firma verlassen, um auf externen Servern entsprechend aufbereitet zu werden. Genau an diesem Punkt sind viele Kunden empfindlich. Unser neuer Optimizer 4.0 speichert die Daten direkt vor Ort, der Kunde kann ohne externe Umwege direkt zugreifen. Welche Daten möchten die Anwender denn konkret abrufen und wofür benötigen sie diese? Karsten Decker: Unsere Kunden wollen die Auslastung der Kompressoren analysieren: Arbeiten alle im optimalen Bereich, auch wenn der Luftbedarf schwankt? Den meisten Kunden ist das vor allem kurz vor einem Energieaudit wichtig. In das Energiemanagementsystem werden Verbrauchswerte übernommen, wie etwa der Volumenstrom in Kubikmetern pro Stunde oder die spezifische Leistung. Diese sogenannte Druckluftkennzahl, die mir sagt, wie viele Kilowattstunden mich ein Normkubikmeter Druckluft kostet, kann ich jetzt auch direkt am Optimizer ablesen. Anhand dieses Wertes kann etwa der Betriebsleiter auf einen Blick erkennen, ob alles in Ordnung ist. Die Daten können als Exceldatei oder als Bilder im JPG- oder BMP-Format eins zu Im Fokus Effizienz Nachhaltigkeit Sicherheit 34 Der Betriebsleiter 3/2019

SPECIAL I DRUCKLUFTTECHNIK 01 Karsten Decker, Europäischer Energieberater (IHK) der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH eins ins Energiemanagementsystem importiert werden. Mit Hilfe des Optimizers kann der Anwender aber auch analysieren, wie sich zum Beispiel Änderungen in der Produktion auf den Energieverbrauch auswirken. ISO 50001 bedeutet ja auch, dass Unternehmen bei der Energieeffizienz immer besser werden – das ist ein kontinuierlicher Prozess. Für welche Druckluftstationen ist der Optimizer 4.0 sinnvoll? die Kennlinien aller Maschinen vor, auch diejenigen von Fremdkompressoren. Verstehen wir das richtig? Der Optimizer regelt auch Fremdkompressoren? Jeglicher Art? Karsten Decker: In der Tat. Durch den zusätzlichen Einsatz eines Competitor- Moduls. Das ist das Besondere an unserer neuen Steuerung, dass wir jetzt sowohl Last-Leerlauf- als auch drehzahlgeregelte Transparenz im Unternehmen sind. Mit einem Update unserer Steuerung ES 16 sind der Datentransfer und die lokale Visualisierung ohne externe Umwege ebenfalls möglich. Die Nachrüstung kostet etwa die Hälfte der neuen Steuerung, man ist aber natürlich in puncto Schnittstellen und Hardware nicht auf demselben Level. Übrigens können wir mit dem Optimizer drei verschiedene Druckluftnetze im Unternehmen gleichzeitig regeln. Das ist Mit dem Optimizer 4.0 wird die Druckluftversorgung effizienter und die Effizienz transparent – ganz im Sinne von ISO 50001 Karsten Decker: Der Optimizer eignet sich für Stationen ab zwei bis drei Kompressoren und mindestens 100 Kilowatt Leistung. Darunter empfehlen wir ihn nicht, weil die Energieeinsparung nicht so groß ist, dass sich die Investition schnell amortisiert. Für kleinere Stationen passt dann zum Beispiel eher eine ES 6, die aber nur die Reihenfolge der Kompressoren vorgeben kann. Der Optimizer regelt dagegen volumenstromabhängig. Das heißt, er ermittelt in Abhängigkeit vom Volumenstrom, welcher Kompressor zum jeweiligen Zeitpunkt am effizientesten arbeitet. Dafür geben wir der Steuerung Kompressoren anderer Anbieter in Verbindung aktiv regeln können. Wir binden sie so ein, dass auch diese im optimierten Bereich fahren. Denn wir wollen ja, dass der Kunde möglichst effizient fährt, und dafür müssen wir – auch fremde – drehzahlgeregelte Maschinen perfekt auslasten können. Welchen Anwendern raten Sie, zum Optimizer zu wechseln? Karsten Decker: Man sollte sich die Frage stellen, wie wichtig Visualisierung und derzeit vermutlich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Optimizers. Wer also zum Beispiel ein Niederdrucknetz und ein normales 6- oder 7-bar-Netz hat, ist mit dem Optimizer auch bestens bedient. Dafür wird jedes Netz mit mindestens zwei Drucksensoren ausgestattet. Ihre neue Steuerung trägt das derzeit oft zitierte „4.0“ im Namen. Was bedeutet das in diesem Zusammenhang? Karsten Decker: Industrie 4.0 bedeutet beim Optimizer: Wir können Daten sammeln, diese aufbereiten und entsprechende Maßnahmen ableiten, um unsere Prozesse zu optimieren. In Verbindung mit unserem Smartlink werden als Maßnahmen etwa Nachrichten über Störungen im System an den Kunden oder direkt an uns geschickt. Der große Vorteil für den Kunden ist, dass wir früh eingreifen können und hierdurch Betriebsausfälle sowie langwierigere Reparaturen verhindert werden. Ist der Optimizer teurer als die Vorgängermodelle? 02 Der neue Optimizer 4.0 bietet bessere Visualisierung, mehr Schnittstellen und kann auch drehzahlgeregelte Kompressoren anderer Hersteller aktiv regeln Nein. Der Optimizer kostet ebenso viel wie die ES 16, die er jetzt ablösen soll. Übrigens kann auch diese Investition vom BAFA mit bis zu 25 Prozent Kostenzuschuss gefördert werden – unter dem Stichwort „effiziente Querschnittstechnologie“. Voraussetzung für die Förderung ist eine Station mit mindestens zwei Kompressoren. www.atlascopco.de Der Betriebsleiter 3/2019 35

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