Aufrufe
vor 1 Jahr

Der Betriebsleiter 3/2015

Der Betriebsleiter 3/2015

DATENMANAGEMENT I

DATENMANAGEMENT I SPECIAL Wettbewerbsfähigkeit gezielt steigern Präzisionsteilefertiger optimiert mit ERP-System seine Produktionsprozesse Ein Präzisionsteilefertiger suchte ein zukunftssicheres ERP-System, das die besonderen Anforderungen eines Lohnfertigers in Bezug auf Auftragsverwaltung, Maschinenparkauslastung, Qualitätsmanagement und Material- und Chargenverfolgung beherrschen und vor allem mit der enormen Teile- und Losgrößenvielfalt zurechtkommen sollte. Man entschied sich schließlich für ein System, das nicht nur mit seinem Funktionsumfang überzeugte, sondern auch mit hoher Flexibilität. erfüllen wird. Außerdem wollten wir eine nahtlos integrierte Lösung für alle relevanten Geschäftsprozesse von der Beschaffung über Produktionsplanung und -steuerung und Vertrieb bis hin zu Personalwesen, Buchhaltung und Kostenrechnung.“ Denn das Altsystem hatte auch keine Schnittstelle zur Buchhaltungssoftware – deshalb mussten Stammdaten für Kunden und Lieferanten doppelt gepflegt und per Hand zwischen den Systemen synchronisiert werden. Wollte man die Philosophie der Havlat GmbH mit einem einzigen Wort charakterisieren, so wäre das wohl „Präzision“. „Für uns gibt es schon seit Jahren keine einfachen Produkte mehr. Um am Markt zu bestehen, fokussieren wir uns auf komplexe Präzisionsprodukte, mit denen wir uns von den Wettbewerbern abheben können“, erklärt Geschäftsführer Konrad Havlat. Er hat aus dem 1980 in Großschönau, im Dreiländereck zwischen Deutschland, Tschechien und Polen, gegründeten Einmannbetrieb ein international agierendes Unternehmen mit ca. 300 Mitarbeitern und Millionenumsätzen gemacht. Havlat produziert in Lohnfertigung Präzisionsteile für den Maschinen- und Anlagenbau sowie Komponenten für die Energie- und Kraftwerkstechnik. Außerdem liefert ein eigener Bereich Klein- und Kleinstteile in höchster Präzision im Mikrometer-Bereich für Anwendungen in Medizintechnik, Uhrenindustrie, Automotive und Sensorik. Ein ERP-System, das mitwächst Das beständige Wachstum brauchte Raum: 2002 bezog Havlat neue, moderne Fertigungsgebäude im nahe gelegenen Zittau, das nun zum Hauptfirmensitz wurde. Hier knüpfte man auch erste Kontakte zur Fakultät Maschinenwesen der Hochschule Zittau/Görlitz (FH), mit der Havlat seitdem eng zusammenarbeitet. Auch das erste PPS- System von Havlat wurde zusammen mit Hochschulmitarbeitern entwickelt – eine Individualsoftware, die genau auf die damaligen Prozesse des Unternehmens zugeschnitten war. Doch die Vorteile einer maßgeschneiderten Individuallösung wurden schon bald zu einem Nachteil, denn Havlat wuchs weiter und die Anforderungen veränderten sich. Der Geschäftsbereich Energiewirtschaft entstand: Das Unternehmen begann mit der Produktion von Turbinenschaufeln für die Energiewirtschaft, später kamen Turbinengehäuse und andere Komponenten hinzu. Die Teilevielfalt wuchs, ebenso der Ressourcenbedarf. „Es gab immer häufiger Engpässe beim Datenbankzugriff“, erinnerte sich Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Karsten Keller-Sefrin, bei Havlat als Projektingenieur für ERP-bezogene Projekte verantwortlich. „Wir brauchten dringend ein flexibles, skalierbares System, das mit unseren Anforderungen mitwächst und auch zukünftige Hard- und Softwareanforderungen Überzeugend durch Funktionsumfang und Flexibilität Anfang 2008 begannen die Oberlausitzer also mit der Suche nach einem zukunftssicheren ERP-System. Die neue Lösung sollte die besonderen Anforderungen eines Lohnfertigers etwa in Bezug auf Auftragsverwaltung, Maschinenparkauslastung, Qualitätsmanagement oder die Material- und Chargenverfolgung beherrschen und musste vor allem mit der enormen Teile- und Losgrößenvielfalt von Havlat zurechtkommen. Denn das Produktspektrum reichte inzwischen von Kraftwerks- und Turbinenteilen in Einzelfertigung und mit bis zu 45 Tonnen Werkstückgewicht über Maschinenbauteile und Turbinenschaufeln in Klein- und Mittelserienfertigung bis hin zu kleinsten Uhrenteilen mit weniger als einem Zehntel Gramm Gewicht in fünfstelligen Losgrößen. Nach einer gründlichen Marktsondierung wurden fünf ERP-Anbieter zu Live- Präsentationen eingeladen, und im April 2008 fiel die Entscheidung für das System PSIpenta der Berliner PSIPENTA Software Systems GmbH. „Die Lösung hat uns nicht nur mit ihrem Funktionsumfang überzeugt, sondern auch mit ihrer hohen Flexibilität – wir können sie an unsere Prozesse an-

SPECIAL I DATENMANAGEMENT Das neue ERP-System musste vor allem mit der enormen Teile- und Losgrößenvielfalt des Präzisionsteilefertigers zurechtkommen passen und müssen uns nicht den Strukturen des Systems unterordnen“, erzählt Karsten Keller-Sefrin. „Zudem ist PSIPEN- TA ein vertrauenswürdiger, seit Jahrzehnten im ERP-Markt etablierter Partner. Auch unsere Besuche bei Referenzkunden haben uns in unserer Entscheidung sehr geholfen.“ Die Einführung der neuen Lösung begann im Juli 2008 und verlief bemerkenswert reibungslos und zügig. „Natürlich gab es dabei einige Herausforderungen, zum Beispiel die schwierige Migration der Stamm- und Bewegungsdaten aus dem Altsystem in die neue Lösung“, kommentiert Projektleiter Keller-Sefrin. „Aber dank einer straffen Projektorganisation und der guten Unterstützung durch PSIPENTA konnten wir termingerecht am 1. Januar 2009 produktiv gehen.“ Mehr Effizienz, weniger Aufwand unsere Empfehlung ebenfalls PSIpenta ein – und wir unterstützen sie dabei.“ Die Zusammenarbeit in der Anwender- Community PSIng ist für Karsten Keller-Sefrin ebenfalls sehr wichtig. „Über PSIng haben wir Zugang zu wertvollen Informationen und Nutzererfahrungen“, berichtet er begeistert. „Wir sehen, wie andere das System einsetzen, und wir erhalten Anregungen für eigene Problemlösungen. Inzwischen können wir uns auch direkt in PSIpenta mit anderen Anwendern online austauschen.“ Systematische Prozessoptimierung Um wettbewerbsfähiger zu werden, hat Havlat seit 2013 damit begonnen, seine organisatorischen Strukturen und Fertigungsprozesse Schritt für Schritt zu optimieren. Dafür wurde in Zittau eine eigene Arbeitsgruppe Projektmanagement ins Leben gerufen. „Unsere Aufgabe ist es, problematische Prozesse zu erkennen, gemeinsam mit den Fachabteilungen Lösungen für „Die ERP-Lösung hat uns nicht nur mit ihrem Funktionsumfang überzeugt, sondern auch mit ihrer hohen Flexibilität“ Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Karsten Keller-Sefrin, Projektingenieur für ERP-bezogene Projekte bei Havlat Zum Beispiel hatten die Kollegen in der Produktion früher kaum einen Überblick über den Materialbestand im Lager. Eine systematische Fertigungsplanung war so nur schwer möglich; Fertigungsaufträge wurden immer dann abgearbeitet, wenn aus dem Lager die Meldung kam, dass das dafür benötigte Material eingetroffen war. Mit PSIpenta kann die Produktion in Abhängigkeit von Dringlichkeit, Maschinenauslastung und Materialbestand flexibel geplant und gesteuert werden. Nach Abschluss eines Fertigungsauftrages erfolgt eine automatisierte Fertigmeldung aus der Qualitätssicherung an die Materiallogistik – ein weiterer Schritt in Richtung papierloses Büro. Im Rahmen des betrieblichen Vorschlagwesens ist die gesamte Belegschaft in diesen Optimierungsprozess einbezogen: Der Einsatz von Barcode-Scannern ebenso wie die automatisierte Generierung von Fertigmeldungen ist von Mitarbeitern initiiert worden. „Mit PSIpenta verfügen wir über das geeignete Werkzeug, um unsere Wettbewerbsfähigkeit gezielt zu steigern“ resümieren Anne Heinrich und Karsten Keller-Sefrin. „Jetzt planen wir, den Einsatz des ERP-Systems auf weitere Unternehmensprozesse auszuweiten, darunter die Kapazitätsplanung, die Betriebsmittelverwaltung, die Instandhaltung und die Dokumentensteuerung.“ www.psipenta.de Inzwischen hat sich PSIpenta im täglichen Einsatz vielfach bewährt. Datenredundanzen gehören der Vergangenheit an, die interne und externe Kommunikation läuft viel effizienter, und zahlreiche Prozesse laufen schon weitgehend automatisiert ab. Zum Beispiel werden jetzt auch die Daten aus der Personalzeiterfassung vollautomatisch an die Personalabrechnung übermittelt, und Auftragsdaten sind sofort im Rechnungswesen verfügbar, ohne dass die Mitarbeiter erst mühsam Lieferscheine abtippen müssen. Die neue Lösung erlaubt auch die einfache Anbindung von Barcode-Scannern, die vor allem bei Bestandsverwaltung und Inventur bereits zu einem deutlich reduzierten Personal- und Zeitaufwand geführt hat. Zudem verfügt Havlat mit PSIPENTA jetzt über einen jederzeit ansprechbaren kompetenten Support. Früher war dafür ein Dozent der Hochschule Zittau/Görlitz (FH) zuständig, der oft erst nach einiger Zeit auf dringende Anfragen reagieren konnte. „Jetzt ist das sozusagen umgekehrt“, schmunzelt Karsten Keller-Sefrin. „Die Hochschule hatte das alte ERP-System auch als Demo-System in der Studierendenausbildung genutzt. Jetzt setzen sie dafür auf Verbesserungen zu erarbeiten und die dafür nötigen Maßnahmen zu definieren und zu begleiten“, sagt Dipl.-Ing. (FH) Anne Heinrich, die Leiterin der Arbeitsgruppe. „PSIpenta mit seinen Möglichkeiten zum automatisierten Informationsaustausch und zur Workflow-Steuerung spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit Der Betriebsleiter 3/2015 33

© 2016 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ausgabe