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Der Betriebsleiter 3/2015

Der Betriebsleiter 3/2015

BETRIEBSTECHNIK Umdenken

BETRIEBSTECHNIK Umdenken ist nötig Industrie 4.0 fordert bedarfsorientierte Personaleinsatzplanung Dr. Burkhard Scherf Denkt man an Industrie 4.0, denkt man an die sich selbst steuernde Produktion, Maschinen, die untereinander kommunizieren und auf Anforderung kleine Losgrößen kostengünstiger fertigen. Von Mitarbeitern ist zunächst einmal wenig die Rede. Kleine Losgrößen führen aber zu stärker schwankenden Auftragslagen und unterschiedlichen Auslastungen der Maschinen, was auch Auswirkungen auf die im Prozess beteiligten Mitarbeiter hat. Ein flexibler, bedarfsorientierter Personaleinsatz ist daher die Basis vieler Industrie 4.0-Konzepte, was oftmals vergessen wird. Gleichzeitig werden für Mitarbeiter Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer wichtiger. Gerade das Thema Work- Life-Balance nimmt einen zunehmenden Stellenwert ein, will man qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und binden. Dem steigenden Flexibilitätsbedarf steht zudem noch die Auswirkung des demographischen Wandels gegenüber. Attraktive Arbeitszeitmodelle sind daher ein Muss, will man auch morgen noch qualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen haben. Zusammengefasst bedeutet dies, dass auch in der Produktion ein Umdenken erforderlich ist. Man muss sich von den vorherrschenden fixen Schichtplänen trennen, um den Anforderungen von Industrie 4.0 Rechnung zu tragen. Je nach Flexibilisierungsbedarf in den Unternehmen bieten sich flexible Schichtpläne oder eine bedarfsorientierte Personaleinsatzplanung an, will man das Konzept auch beim Mitarbeitereinsatz entsprechend umsetzen. Flexibilisierung von Schichtplänen über Reserveschichten Je nach Flexibilitätsbedarf können Reserveschichten in die Schichtpläne aufgenommen werden. Diese können dann im Rahmen entsprechend zu vereinbarender Ankündigungsfristen entweder in tatsächliche Dr. Burkhard Scherf, Dr. Scherf Schütt & Zander GmbH, Feldkirchen bei München schicht) umgewandelt werden oder, wenn kein zusätzlicher Mitarbeiter benötigt wird, aus dem Plan (Freischicht) genommen werden. So kann die Kapazität kurzfristig an den jeweiligen Bedarf angepasst werden, ohne Zusatzschichten anzuberaumen bzw. ganze Schichten abzusagen. Schichtfreie geplante Tage bleiben frei, da bei Ersatzbedarf immer die Mitarbeiter aus der Reserveschicht genommen werden. Bedarfsorientierte Personaleinsatzplanung Kapazität muss vor allem bei Industrie 4.0 als Anzahl Stunden verstanden werden, nicht als Anzahl Schichten mit Anzahl Köpfen. Ein Umdenken ist gefordert, denn die erforderliche Kapazität wird durch die Betriebszeit einer Anlage vorgegeben. Wenn eine Anlage neun Stunden für ein Produkt laufen muss, brauchen nicht zwingend alle Mitarbeiter 9-Stunden-Schichten zu leisten, sondern man muss nur dafür Sorge tragen, dass in den neun Stunden die erforderliche Mitarbeiterzahl vor Ort ist. Diese kann im Zeitverlauf durchaus auch variieren. Nur so lassen sich zugleich eine Planbarkeit für die Mitarbeiter und ein hohes Maß an Flexibilität erreichen, Teilzeitmodelle in der Produktion werden dadurch möglich. flexible Schichtpläne vielfach auf Akzeptanzprobleme. Da es unter Industrie 4.0 aber nicht ohne ein hohes Maß an Beweglichkeit geht, ist aktive Aufklärung erforderlich, um das notwendige Umdenken in den Köpfen zu erreichen. Durch intensive Kommunikation mit den Betriebsräten, Führungskräften und Mitarbeitern lassen sich die Vorteile der flexiblen Schichtplanung und der Reserveschichten deutlich machen. Flexibilität ist nicht mit andauernder Verfügbarkeit der Mitarbeiter ohne Rechte auf verbindliche Freizeit gleichzusetzen. Fingerspitzengefühl ist bei der Umsetzung gefragt, denn nicht in jedem Unternehmen kann diese gleich erfolgen. Erst eine genauere Analyse der jeweiligen Situation führt zu einem passgenauen Arbeitszeitmodell, das auch wirklich gemeinsam mit den Mitarbeitern umgesetzt werden kann. Umdenken erfolgt im Kopf und dies zumeist nur in kleinen Schritten. Der Blick in andere Branchen zeigt, dass eine flexible Planung möglich ist. Hier ist vor allem die Logistik zu nennen. Die Produktion hat vor allem mit Blick auf Industrie 4.0 noch Nachholbedarf. www.ssz-beratung.de Schichten (je nach Bedarf Früh- oder Spät- Umdenken wird durch Im Fokus Aufklärung erreicht Flexibilität bedeutet für die meisten Fertiger eine große Veränderung. Deshalb stoßen Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit 10 Der Betriebsleiter 3/2015

BETRIEBSTECHNIK Sachkosten-Optimierung für den Mittelstand Sachkosten-Optimierung für den Mittelstand ist das Spezialgebiet der Cost-Expert GmbH. Mit Expertenblick und transparenten Kalkulationstools deckt das Unternehmen beispielsweise Kostenfallen bei Reinigungsdiensten auf, wie bei dem Porzellanhersteller BHS Tabletop. Hier ein verschmierter Boden, da eine staubige Fensterbank. Einkaufsleiter Thomas Eich wird das Gefühl nicht los, dass der Reinigungsdienst sein Geld nicht ganz wert ist. Gelegentliche Reklamationen bleiben wirkungslos. Jetzt setzt Cost-Expert mit seiner Analyse an: Auf 32 000 m² wird gewischt und geputzt. Unterhalts- und Maschinenreinigung verschwimmen. Aufwand und Leistung sind teilweise nicht definiert. Das Raumbuch weist Lücken auf. Die Dokumentation ist unvollständig. Kurz: Es läuft, aber nicht perfekt. Auf Rundgängen durch alle vier Standorte prüfen die Experten mit geübtem Blick die Qualität und schließen Lücken im Raumbuch. Mit diesen Informationen und den mitgenommenen Verträgen und Rechnungen speisen sie das Kalkulationstool. Legenden zeigen genau, welche Raumgruppen und Reinigungsturni es bei BHS Tabletop gibt. Leistungen wie Griffspuren beseitigen, über Maschinen wischen bis Abfallkorb leeren sind genau beschrieben. Das Ergebnis ist eine Ausschreibung, die alle Anforderungen, Erfahrungswerte und Wünsche von Werksleitern und dem bestehenden Reinigungsdienst erfasst. Von neun Bietern schaffen es vier in die engere Auswahl. Welche Unterschiede es gibt, zeigt eine Wertematrix. Gezielte Fragen im Bietergespräch bringen weitere Klarheit. Die Entscheidung fällt. Einer der bisherigen Dienstleister übernimmt alle vier Standorte. Nach der Planung der Objektübernahme zeichnet sich eine Einsparung von 23 Prozent ab. www.cost-expert.de App für technische Dokumentation auf dem Smartphone Technische Dokumentation ist mit dem Topic Pilot von Docufy auf Smartphones und Tablets verfügbar. Die App sucht mit Facetten nach einzelnen Informationen und stellt diese Endgerät-gerecht dar. Dabei werden multimediale Inhalte angezeigt und über die Zusatzfunktion „whats related“ weiterführende Infos angeboten. Anders als Suchmaschinen, Fileshare-Systeme, mobile Datenzugriffssysteme oder unternehmensspezifisch entwickelte Apps bietet die Lösung eine von Dokumentenstrukturen losgelöste Informationsbeschaffung – on demand. Neben der vertikalen Navigationsstruktur mit Top-Down Menüs wird ein schneller Überblick über die Art der gefundenen Information angezeigt. Die Inhalte werden durch intuitiv erkennbare Icons dargestellt, so dass der Nutzer sofort sieht, ob ein Textdokument, ein Film, ein Foto oder sonstige weitere Inhalte verfügbar sind. www.docufy.de Wärmebildkamera für das iPhone Mit dem Wärmebildzubehör Flir One lassen sich iPhones in Wärmebildkameras verwandeln. In Verbindung mit der dazugehörigen App zeigt es Live-Infrarotbilder an, so dass Anwender damit kleine Temperaturunterschiede sehen und messen können. Ausgestattet mit einem Lepton-Mikrowärmebildmodul, einer Tageslichtkamera NE und MSX-Technologie lokalisiert es zum Beispiel Energieverluste eines oder eignet sich zum Sehen und Orientieren in völliger Dunkelheit. Flir One nimmt zudem Fotos oder Videos auf, die es als Text, E-Mail oder über soziale Netzwerke weitergeben kann. Weitere Apps ermöglichen Nahaufnahmen, Zeitraffer-Videos, Panoramabilder oder Kombinationen aus Wärme- und Tageslichtbildern. www.flir.com Die „All-in-one“-Druckluftlösung für hochwertige Oberflächentechnik Klaus Buchholz, Key Account Manager Systemlösungen, BOGE Da passt alles zusammen: Mit der BOGE Paintline erzeugen Sie extrem reine, ölfreie Druckluft, die genau auf die Bedürfnisse von Industrie und Handwerk, insbesondere im Bereich der Oberflächentechnik, zugeschnitten ist. Als Systemanbieter erstellt BOGE Ihnen ein optimal abgestimmtes Gesamtsystem aus Drucklufterzeugung, Druckluftaufbereitung und Kondensatentsorgung in bewährter BOGE Premiumqualität als „Plug-and-play“-Komplettlösung. Da Sie alles aus einer Hand erhalten, können Sie sicher sein: Das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten macht Ihre Drucklufterzeugung absolut wartungsarm und effizient! Mehr Informationen unter: www.boge.de/paintline

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