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Der Betriebsleiter 11-12/2019

Der Betriebsleiter 11-12/2019

DRUCKLUFTTECHNIK I

DRUCKLUFTTECHNIK I SPECIAL Bereits vier Jahre im Dauereinsatz Korrosionsschutz- und Beschichtungsspezialist setzt auf dieselbetriebene Kompressoren Die Unternehmensgruppe Krebs ist an den norddeutschen Küsten und deren Häfen als Korrosionsschutzund Beschichtungsspezialist präsent und aktiv. In Ermangelung entsprechender Kraftstromanschlüsse bei einigen Betriebsstätten greift Krebs auf per Dieselmotor betriebene Kompressoren von CompAir zur Druckluftversorgung zurück. Die günstigen Verbrauchswerte der Turbokompressoren gaben den Ausschlag für die Wahl. Die Einsatzbedingungen am Standort Rostock mit 7-Tage- und täglichem 24-Stunden-Betrieb sind sehr anspruchsvoll. Die Teams von Krebs mit ihren Maschinen im Rostocker Hafen leisten Schwerstarbeit. Dort werden bis zu 1 000 t wiegende Monopiles mit Durchmessern von über neun Metern für Offshore-Windkraftanlagen von innen und außen gestrahlt und beschichtet. Dabei wünschen die Auftraggeber unterschiedliche Ausführungen der Beschichtung. Für die Fachleute von Krebs ist das kein Problem. satz. Krebs entschied sich für Versionen mit Kufenrahmen ohne Fahrwerke, da die Kompressoren sehr selten umgesetzt werden. Energieeffiziente Bi-Turbo-Technologie Die Baureihe C200 TS-24 bis C270 TS-9 von CompAir setzt eine Bi-Turbo-Technologie ein. Durch den zweiten Turbolader erfolgt eine Vorverdichtung der Ansaugluft, wodurch der Energieaufwand über die eigentliche Verdichterstufe deutlich reduziert und Über 13 000 Betriebsstunden haben die Kompressoren am Krebs-Standort Rostock schon hinter sich Betriebsleiter Norbert Merchel von der Krebs Unternehmensgruppe ist mit der (Dauer-) Leistung seiner C 250 TS-12 Kompressoren mehr als zufrieden Durch einen Wartungsvertrag ist eine hohe Verfügbarkeit sichergestellt. Bis auf das tägliche Betanken im laufenden Betrieb führt ein Servicepartner alle Service- und Wartungsarbeiten, wie Innenreinigung, Filterwechsel, Motorservice usw. an den Maschinen aus. Ein Notdienst ist eingeschlossen. Dazu heißt es vom Anwender in Rostock: „Dank CompAir Kompressoren ist uns die Luft noch nie knapp geworden.“ Mehr als 13 000 Betriebsstunden in nur vier Jahren für die Maschinen in Rostock überraschen also nicht. Gegenüber dem Krebs-Betriebsgelände ist ein Hersteller von Hafenmobilkranen ansässig, für den man ebenfalls Strahl- und Beschichtungsarbeiten ausführt. Aktuell wird dort der weltgrößte Hafenmobilkran gebaut. Krebs ist auf die neuen Dimensionen der dann zu bearbeitenden Stahlbauteile gut vorbereitet. Gearbeitet wird ganzjährig. Mobile und beheizbare Hallen bieten eine entsprechende Arbeitsumgebung für eine hochwertige Ausführung der Strahl- und Beschichtungsarbeiten. Der Druckluftbedarf liegt bei 10 bar bei 24 l/min. Von den acht CompAir- Kompressoren des Typs C 250 TS-12, die die Unternehmensgruppe Krebs angeschafft hat, sind fünf im Rostocker Hafen im Ein- der Kraftstoffbedarf des Dieselmotors deutlich gesenkt wird. In Verbindung mit einer innovativen Steuerung kann der Kompressor damit energieeffizienter als vergleichbare Maschinen gefahren werden. Außerdem ist der Kompressor gegenüber Maschinen mit vergleichbarer Leistung leichter und deutlich kompakter in seinen Abmessungen. Als Fahrgestellversion beispielsweise bleibt das Gewicht unterhalb von 3 500 kg. Weniger Dieselverbrauch bei gleicher Leistung ist per se schon umweltbewusst. Zudem sind die TurboScrew-Kompressoren mit dem SCRT-System (Selective Catalytic Reduction Technology) ausgerüstet, das nahezu sämtliche Rußpartikel und Stickoxide aus den Dieselabgasen entfernt. Resümee Nennenswerte Stillstand- bzw. Ausfallzeiten sind ausgeblieben. Wenn es zu Störungen kam, sorgte ein lokaler Servicepartner von CompAir für schnelle Abhilfe. Die Maschinen zeichnen sich durch eine hohe Service- und Reparaturfreundlichkeit aus. Die Kraftstoffeinsparung liegt bei ca. 25 % gegenüber Maschinen mit vergleichbarer Abgabeleistung. So verwundert es auch nicht, wenn für Ersatzinvestitionen dieser Hersteller der Favorit ist. Bilder: CompAir www.compair.de 38 Der Betriebsleiter 11-12/2019

SPECIAL I DRUCKLUFTTECHNIK Nächste Generation übergeordnete Kompressorensteuerungen Unter der Bezeichnung Airleader bietet WF Steuerungstechnik eine übergeordnete Kompressorensteuerung an, mit der bereits in vielen Betrieben die Effizienz der Drucklufterzeugung optimiert werden konnte. Mittlerweile bewährt sich bereits die fünfte Airleader-Generation in der Praxis. Das aktuelle Modul Master II+ ist hard- und softwareseitig eine komplette Neuentwicklung mit vielen Verbesserungen im Detail, u.a. für den Umgang mit mehreren drehzahlgerelten Kompressoren. Da mit dem Airleader eine echte Leistungsmessung pro Kompressor möglich ist, werden energetisch ungünstige Kompressorkombinationen entlarvt und können mit Hilfe des Airleader-Simulationstools korrigiert werden. Die Fortschritte betreffen u. a. die verbesserte interne Speicherstruktur, was zu mehr Betriebssicherheit bei bisher unberücksichtigten Sondersituationen führt. Das überarbeitete Farb-Touchscreen-Display (7“) macht die Bedienung flüssiger und intuitiver. Ein Firmware-Update ist nun innerhalb von Sekunden durch den Anwender vor Ort möglich, ein Servicetechnikereinsatz ist nicht mehr erforderlich. Die Zuverlässigkeit wurde noch weiter erhöht, so dass nicht nur Stromausfälle an den Komponenten und Busprobleme die Kompressoren in den eigensicheren Vor-Ort- Betrieb versetzen, sondern auch Probleme an der Führungsgröße, dem Drucktransmitter. Die bislang aufpreispflichtige Fernbedienung und Programmierung über den Arbeitsplatzrechner ist nun bei allen Ausführungen serienmäßig im Umfang der Web-Visualisierung enthalten. Manchmal ist die Installation der aussagekräftigen Web-Visualisierung mangels verfügbarer Rechner-Hardware allerdings nicht möglich. Daher werden nun auch Peripherie-Alarmierungen (z. B. von Trocknern, Kondensatableitern, Sensorgrenzwertüberschreitungen, ...) im Display vor Ort sichtbar und quittierbar – einschließlich Abruf der Historie (Fehlerreport). Eine Benachrichtigung per E-Mail ist ebenfalls ohne Installation des Web-Servers möglich. Alle aktuell verfügbaren Airleader-Versionen haben jetzt einen WLAN-Hotspot mit an Bord. Das ermöglicht bei schwierig zugänglichen Installationen ein bequemes Konfigurieren per Smart Device (Laptop, Smartphone) vor Ort. Mit der neu eingeführten Wartungsfunktion lassen sich Kompressoren per „Klick“ oder „Touch“ temporär weg schalten, was speziell bei der Inbetriebnahme komplexer Stationen mit dezentralen Kompressorstandorten große Erleichterungen und Zeitersparnis mit sich bringt. Oftmals kann dadurch auf einen zweiten Mann verzichtet oder die Reaktion auf Ausfälle schnell getestet werden. Neben dem OPC-Server zur Ankoppelung des Airleaders an übergeordnete GLT/ZLT und Energiemanagementsysteme gibt es nun zusätzlich einen Modbus-TCP-Server. Eine komplette Neuerung ist die Modbus-Datenintegration MDI, die es ermöglicht, per Modbus-Leitung Sensordaten wie Kompressorleistungen, Taupunkte, Temperaturen usw. einzulesen. Das reduziert den Verdrahtungsaufwand erheblich. Selbstverständlich sind auch die bisherigen Sonderanwendungen wie Vakuum, Hochdruck, Halblastkompressoren oder multiple VSD/FU möglich. www.airleader.de IoT- und Cloud-Technologien in der Drucklufttechnik einsetzen Der Neusser Druckluftspezialist Beko Technologies GmbH hat eine Minderheitsbeteiligung an der optiMEAS Measurement and Automation Systems GmbH erworben, um seine Kompetenzen bei IIoT- und Cloud-Technologien zu erweitern. „Gemeinsam mit unserem neuen strategischen Partner optiMEAS wollen wir zeigen, wie man IoT- und Cloud-Technologien in der Drucklufttechnik einsetzen kann“, sagt Norbert Strack, einer der beiden Geschäftsführer von Beko Technologies. optiMEAS ist Hersteller und Dienstleister für mobile internetgestützte Datenerfassung, Tracking und Monitoring sowie Automatisierung und technische Softwareentwicklung. Mit Industrie-4.0-fähigen Software-, Hardware- und Cloud-Lösungen bedient optiMEAS Anwendungen in verschiedenen industriellen Bereichen. In einer ersten Zusammenarbeit haben die beiden Unternehmen einen Everdry-Drucklufttrockner von Beko Technologies mit einem smartMINI-Monitoring-System von optiMEAS ausgerüstet und in eine IIoT- und Cloud-Umgebung integriert. Das System überträgt Betriebszustände sowie Messwerte und Verschleißdaten in die Cloud und visualisiert die Daten in Echtzeit. „Mit der Expertise von optiMEAS stocken wir unsere Kapazitäten in Forschung und Entwicklung auf und projizieren dieses Wissen in neue Einsatzbereiche hinein. Ein erster Schritt in Richtung Industrie 4.0 ist die Entwicklung des Metpoint MEQ. Geplant ist, weitere Innovationen gemeinsam mit optiMEAS anzustoßen“, so Strack. www.beko-technologies.com Druckluftverbrauch exakt ermitteln ipf electronic stellt eine Reihe an Messgeräten zur Verbrauchsmessung von Druckluft vor. Die kompakten Neuheiten in IP65 sind in sieben Versionen mit unterschiedlichen Rohrdurchmessern der integrierten Messstrecke erhältlich und arbeiten nach dem kalorimetrischen Prinzip. Die integrierte Ein- und Auslaufstrecke erleichtert die Montage der Geräte entscheidend. Darüber hinaus sorgt die Messstrecke für eine laminare und damit beruhigte Strömung des Mediums, die für hochgenaue Messungen erforderlich ist. Die Einstellung der Verbrauchsmesser erfolgt einfach und intuitiv über zwei kapazitive Tasten am Display, das Durchfluss, Verbrauch, Geschwindigkeit und Temperatur anzeigt. Zu den weiteren besonderen Merkmalen der Geräte gehören eine Modbus-RTU-Schnittstelle zur Datenübertragung, ein frei skalierbarer Analogausgang 4–20 mA sowie ein galvanisch isolierter Impulsausgang. Über eine kostenlose Software lassen sich neben des frei skalierbaren Analogausgangs weitere Einstellungen vornehmen, darunter auch eine Sensordiagnose. Die Geräte sind für einen Betriebsdruck bis 16 bar ausgelegt. Die Einsatztemperatur des Fühlerrohres reicht von - 30 bis + 110 °C. Die Genauigkeit der Geräte beträgt ± 1,5 % vom Messwert und ± 0,3 % vom Endwert. www.ipf.de Der Betriebsleiter 11-12/2019 39

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