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Der Betriebsleiter 11-12/2019

Der Betriebsleiter 11-12/2019

DRUCKLUFTTECHNIK I

DRUCKLUFTTECHNIK I SPECIAL Kein Mehl im Getriebe Smarte Schraubenkompressoren in der Backwarenindustrie Um Mehl zu fördern, setzen Betriebe der Backwarenindustrie auf hochwertige Druckluft. Prozesssicherheit und Energieeffizienz der eingesetzten Kompressorentechnologie sind zentrale Anforderungen. Bei energieintensiven Maschinen wie Schraubenkompressoren zählt jede eingesparte Kilowattstunde. Zusätzlich ist ein zuverlässiger Betrieb wichtig, um eine möglichst hohe Produktivität zu erzielen. Dabei ist der hohe Staubanteil in der Umgebungsluft von mehlverarbeitenden Betrieben als Faktor, der Einfluss auf die Maschinenfunktionalität hat, nicht zu unterschätzen. Durch Verunreinigungen im Antrieb oder ein verstopftes Kühlsystem besteht schnell die Gefahr von Überhitzung und Maschinenausfällen. Um die Forderungen der Backwarenindustrie hinsichtlich möglichst verbrauchsarmer und langlebiger Drucklufttechnologien im Leistungsbereich 110 bis 160 kW zu erfüllen, hat Boge das Konstruktionsprinzip des ölgeschmierten Schraubenkompressors auf den Kopf gestellt. Dabei verbesserten die Entwicklungsingenieure auch die Anordnung und Funktion mechanisch relevanter Komponenten. – Dabei immer im Blick: ein geräuscharmer und energieeffizienter Einsatz. Um den hohen Anforderungen an die Lebensmittelqualität und einen sicheren Verarbeitungsprozess gerecht zu werden, stellt Boge zudem lebensmitteltaugliches Öl für den Betrieb des Schraubenkompressors S-4 zur Verfügung. Integrierter Staubschutz für das Getriebe Druckluft hat in mehlverarbeitenden Betrieben unter anderem die Funktion, das Mehl zu befördern. Aus Silos wird es in ein Förderrohr gepumpt und per Druckluftzugabe zum nächsten Prozessschritt, beispielsweise zur Mehlwaage, transportiert. Dabei bleibt es nicht aus, dass sich das zu verarbeitende Mehl in der Umgebungsluft der Werkshallen verteilt und auf den Maschinen niederschlägt. Der Schraubenkompressor S-4 ist für diese Bedingungen optimal gerüstet. Das Getriebe der Verdichterstufe Boge effilence „IntegrateDrive“ ist hermetisch gekapselt. Dadurch ist der Antrieb optimal gegen hohes Staubaufkommen in der Umgebungsluft gewappnet. Die Ergebnisse sind ein wartungsfreier und langfristiger Einsatz von über 35 000 Betriebsstunden. Die großvolumige Ausführung des Verdichters ermöglicht große Liefermengen bei niedriger Leistungsaufnahme. Auch die technische Herausforderung beim Kühlsystem haben die Boge-Ingenieure bedacht. Um die Abwärme des Verdichtungsprozesses abzuführen, saugt das Kühlsystem Umgebungsluft an. Der darin enthaltene Staub lagert sich zwangsläufig im Kühlsystem ab und setzt dieses mit der Zeit zu. Das führt zu einem relativ hohen Wartungsbedarf, bei dem die betroffenen Komponenten gereinigt werden müssen. Der S-4 ist mit einem sehr groß dimensionierten Kühler ausgestattet. Dadurch sind die Wartungsintervalle verlängert. Die Funktionsbereiche des Druckluftsystems sind zudem konstruktiv getrennt und sehr wartungsfreundlich. Für alle nötigen Wartungsarbeiten beschränkt sich der Zugang damit auf zwei Seiten. Öl- und Luftkühler sind einfach per Schubladenprinzip zugänglich. Die Stillstandzeiten des Druckluftsystems reduzieren sich dadurch deutlich. Die smarte Steuerung focus control 2.0 trägt weiterhin zu Planbarkeit und Effizienz bei. Sie informiert frühzeitig, wenn Handlungsbedarf besteht, beispielsweise weil sich Betriebszustände im kritischen Bereich bewegen. Bedarfsgerechte Drucklufterzeugung – smarter Betrieb Je nach Auftragsbestand und Backwarentyp variieren die Anforderungen an die Drucklufttechnologie in Bezug auf Einsatzdauer, -häufigkeit und Druckluftbedarf. Um eine 36 Der Betriebsleiter 11-12/2019

SPECIAL I DRUCKLUFTTECHNIK anforderungsgerechte Druckluftversorgung und jederzeit einen energieeffizienten Maschinenbetrieb zu ermöglichen, ist der Boge S-4 mit einer smarten Steuerung ausgestattet. Die Steuerung focus control 2.0 antizipiert Betriebszustände und stellt sich automatisch auf Druck- und Temperaturanforderungen ein. Ganz im Sinne von Industrie 4.0 ermöglicht das System, Betriebszustände und Wartungsintervalle von bis zu vier Kompressoren gleichzeitig zu überwachen. So wird das Potenzial der Kompressoranlage voll genutzt und die Lebensdauer deutlich verlängert. Diese Attribute qualifizieren die S-4-Schraubenkompressoren unter anderem für den Dreischichtbetrieb. Das Steuerungssystem focus control 2.0 unterstützt einen Verbundbetrieb von bis zu vier Anlagen ohne Einsatz einer zusätzlichen, übergeordneten Steuerung. Schalloptimiertes Design In lebensmittelverarbeitenden Betrieben greifen automatisierte und manuelle Arbeitsschritte oftmals ineinander. Ziel ist es, die Mitarbeiter an diesen Schnittstellen möglichst nur geringen Lärmemissionen auszusetzen. Bei den S-4-Schraubenkompressoren ist ein schwingungstechnisch entkoppelter Maschinensatz der Schlüssel zu einem besonders niedrigen Schallpegel. Mit 67 dB(A) ist die neue Generation 7 dB(A) leiser als das Vorgängermodell. „Wir haben sogar den Ölabscheider vom Grundrahmen und von der Schalldämmhaube getrennt, so dass keinerlei Schwingungen übertragen werden“, sagt Frank Hilbrink, Produkt-Markt-Manager bei Boge. „Die hohe Laufruhe ist die beste Voraussetzung, um die Maschine auch in geräuschsensibler Umgebung flexibel aufzustellen, etwa in direkter Arbeitsplatznähe.“ Um die Entkopplung zu realisieren, entwarf Boge erstmals einen vertikalen Ölabscheider mit neuer Vorabscheidung. Minimale Druckverluste und eine lange Standzeit des Das Getriebe der Verdichterstufe ist hermetisch gekapselt und damit gegen Staubaufkommen gewappnet Abscheideelements sind weitere Vorteile. Zusätzliche bauliche Schalldämmmaßnahmen entfallen. Insgesamt ist der Schraubenkompressor S-4 eine anforderungsgerechte Technologie für die industrielle Backwarenherstellung, die den Anforderungen hinsichtlich Energieeffizienz, Langlebigkeit und Arbeitsplatzkompatibilität gerecht wird. Ergebnisse sind eine verbesserte Gesamtbetriebskostenbilanz und feine Backwaren. Bilder: Boge, Fotolia/Jag_cz www.boge.de Turbogebläse für Überdruck bis 1,4 bar Trockene Brise für die Kühlung Für Niederdruckanwendungen mit Druckerhöhungen um 0,3 bis 1,4 bar stellt Atlas Copco eine neue Generation seiner Zentrifugalgebläse vor: Die direktangetriebenen, drehzahlgeregelten Maschinen der Serie ZB 5-6 VSD + zählen laut Hersteller zu den effizientesten ölfrei verdichtenden Turbogebläsen auf dem Markt. Denn mit ihrer integrierten VSD + -Technologie („Variable Speed Drive“) passen die Gebläse den erzeugten Volumenstrom stets den Anforderungen des jeweiligen Prozesses an. Dies führt zusammen mit zahlreichen konstruktiven Verbesserungen zu erheblichen Energieeinsparungen. Die ZB-Gebläse sind für ihre ölfreie Verdichtung gemäß ISO 8573-1 Klasse 0 zertifiziert und minimieren das Risiko einer Kontamination der Produktion durch eingetragenes Öl. Durch den Direktantrieb der ZB-Gebläse profitieren Anwender bei allen Niederdruckanwendungen von einem exakt und effizient geregelten sowie bei Bedarf äußerst konstanten Volumenstrom. Dazu gehören die Abwasserreinigung in Kläranlagen, die pneumatische Förderung etwa in der Lebensmittel-, Kosmetik- oder Baustoffindustrie, aber auch die Rauchgasentschwefelung – ein Prozess, der auf kontinuierliche Luftzufuhr rund um die Uhr angewiesen ist und keine Ausfallzeiten duldet. www.atlascopco.de Ob in der Fertigung, in der Montage, im Labor oder in der Qualitätssicherung – die Kühlung von Bauteilen, Oberflächen oder auch Fluiden gehört in vielen Prozessen und Verfahren zu den Grundanforderungen. Man denke nur an den Bereich der mechanischen Bearbeitung metallischer oder polymerer Werkstücke, bei der die entstehende Wärme schnell abgeführt werden muss. Gerade hierbei erweist sich aber der Einsatz von flüssigen Kühlmitteln sehr häufig als technisch und gesundheitlich problematisch. Viele industrielle und handwerkliche Anwender greifen daher inzwischen zum Colder von Kager. Dabei handelt es sich um ein vielseitig nutzbares Pneumatik-Tool zum Anschluss an das betriebliche Druckluftnetz oder alternative Druckluftaggregate (3 bis 7 bar). Der Colder wandelt die zugeführte Druckluft in einen zielgenau ausrichtbaren Strom aus sehr kalter Luft. Dabei sind Niedrigtemperaturen bis zu - 55 °C erreichbar. Aufgrund seines kompakten Designs, der elastischen Pneumatikschläuche und des Magnethalters lässt sich der Colder flexibel anwenden und überall dort positionieren, wo sein kühlender Luftstrom gefragt ist. Den Colder gibt es in vier Varianten mit Luftstrom-Volumen von 45 bis 600 l/min. www.kager.de Der Betriebsleiter 11-12/2019 37

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