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Der Betriebsleiter 11-12/2019

Der Betriebsleiter 11-12/2019

FERTIGUNGSTECHNIK

FERTIGUNGSTECHNIK Schlüssel zu mehr Sicherheit Komfortabel zur gesetzes- und normenkonformen Betriebsartenwahl an Maschinen Auf den Punkt gebracht Das elektronisches Schlüsselsystem EKS mit Datenschnittstelle oder auch das EKS Light werden als Zugangssystem verwendet, um den von der Maschinenrichtlinie geforderten eingeschränkten Benutzerkreis sicherzustellen. Unter Verwendung des EKS FSA wurde ein Verfahren entwickelt, das die Betriebsartenwahl ohne zusätzliche mechanische Bedienelemente auf einem Touchpanel ermöglicht. Hierbei erfüllt der Touchscreen alle Anforderungen aus der Risikobeurteilung nach einem Performance Level (PLr). Für Wartungs- und Servicearbeiten werden nach wie vor an vielen Maschinen und Anlagen vorhandene Schutzeinrichtungen überbrückt – also manipuliert – da geeignete Betriebsarten fehlen. Durch Bereitstellen einer Betriebsartenwahl erhält der Bediener die Möglichkeit, auf die benötigte Variante zuzugreifen und die geeignete Schutzeinrichtung zu aktivieren. Um dies komfortabel und allen gesetzlichen Bestimmungen entsprechend zu realisieren, ist ein elektronisches Schlüsselsystem sehr hilfreich. Um eine Betriebsartenwahl gesetzesund normenkonform einzusetzen, müssen die folgenden Anforderungen erfüllt sein: n Der Zugang zur Nutzung eines Betriebsartenwahlschalters muss auf bestimmte Personenkreise beschränkt sein: Die Maschinenrichtlinie fordert, dass die Nutzung von gefährlichen Maschinenfunktionen auf bestimmte Personenkreise zu beschränken ist. Der Betriebsartenwahlschalter muss aus diesem Grunde abschließbar sein. Passwort oder Schlüsselschalter eignen sich nur bedingt. Es ist vorhersehbar, dass ein Passwort unkontrolliert weitergegeben wird oder ein Schlüssel permanent gesteckt bleibt. n Die Betriebsartenwahl muss einen Performance Level erfüllen: Normativ wird heute vermehrt gefordert, dass die Betriebsartenwahl zumindest einen PL c nach EN ISO 13849-1 erfüllt. Einen PL nur mit einem Passwort zu erfüllen, ist sicher nicht mehr tragbar, da es bessere Lösungen gibt. n Es müssen geeignete Schutzeinrichtungen für alle notwendigen Arbeiten an einer Maschine vorhanden sein: Entsprechend einer Risikobeurteilung muss für alle notwendigen Arbeiten an einer Maschine eine entsprechende Schutzeinrichtung zum Einsatz kommen. Auch bei speziellen Serviceeinsätzen muss das eigene Personal so gut wie möglich geschützt werden. Ein Umgehen von Schutzeinrichtungen ist auch dann nicht zulässig. Hier gilt nicht nur die Maschinenrichtlinie, sondern es muss die Betriebssicherheitsverordnung sowohl vom Maschinenbauer als auch vom Anwender erfüllt werden. Beispiel aus der Praxis Jede Betriebsart (MSO) verfügt über eine oder mehrere Sicherheitsfunktionen (SF), die den Bediener bei seiner Arbeit schützen sollen. Beim Automatikbetrieb ist dies z. B. die geschlossene Schutztür, die verhindert, dass Bediener durch die laufende Maschine 14 Der Betriebsleiter 11-12/2019

FERTIGUNGSTECHNIK Elektronisches Schlüsselsystem EKS Das elektronische Schlüsselsystem EKS mit Datenschnittstelle bietet hohe Flexibilität. Der Anwender bestimmt die Datenstruktur auf dem Schlüssel und definiert, wie diese interpretiert werden soll. Hierzu wird die Verarbeitungslogik in der Steuerung nach den spezifischen Ansprüchen programmiert. Somit lässt sich eine Vielzahl an möglichen Szenarien abbilden, z. B. Steuerung von bestimmten Maschinenfunktionen, Speicherung von Prozessparametern, Nachvollziehbarkeit von Ereignissen, Schlüssel mit Ablaufdatum versehen oder unterschiedliche Berechtigungsstufen für mehrere Prozesse. Als Vorteile ergeben sich u. a. der sichere und kontrollierte Zugriff auf die Prozesse, ein automatisches An- und Abmelden durch Platzieren des Schlüssels, die einfache Integration durch unterschiedliche Schnittstellen sowie eine erhöhte Betriebssicherheit der Anlagen. Die kompakte Bauform wird dadurch erreicht, dass Schlüsselaufnahme und Elektronik in einem Gehäuse untergebracht sind. Der Schlüssel wird in die Schlüsselaufnahme gesteckt und von einer Federklammer gehalten. Die Geräteausführung FSA besitzt zusätzlich einen zweiten, redundanten Kanal, der in Form eines zusätzlichen Halbleiter-Schaltkontakts zur Verfügung steht. Dieser Schaltkontakt wird im Zusammenhang mit funktional sicheren Anwendungen genutzt. 01+02 Unter Verwendung des EKS FSA wurde erstmals ein Verfahren entwickelt, das die Betriebsartenwahl ohne zusätzliche mechanische Bedienelemente auf einem Touchpanel ermöglicht gefährdet werden. Bei der Betriebsart „Einrichten“ arbeitet der Bediener bei offener Schutztür. In diesem Fall ist die Sicherheitsfunktion nicht mehr „Schutztür geschlossen“, sondern z. B. der Einsatz einer Zustimmeinrichtung in Verbindung mit reduzierter Geschwindigkeit. Mit einer Änderung der Betriebsart wird von einer Sicherheitseinrichtung auf eine andere umgeschaltet. Da durch eine fehlerhafte und unsachgemäße Umschaltung Risiken für einen Bediener entstehen können, muss die Betriebsartenwahl einen Performance Level nach EN ISO 13849-1 erfüllen. Betriebsartenwahl mit Tasten Seit vielen Jahren werden Bedientableaus an Maschinen und Anlagen verwendet und haben sich im Alltag bewährt. Wenn bei diesen Maschinen eine zusätzliche Betriebsart EKS ist eine komfortable Alternative zu passwortbasierten Techniken für Zugriffskontrolle und -verwaltung wie die Service-Betriebsart ergänzt werden soll, bietet es sich meist an, die Betriebsartenwahl mit Tasten auszuführen. Die technische Umsetzung ist in diesem Fall besonders einfach. Das elektronisches Schlüsselsystem EKS mit Datenschnittstelle oder auch das EKS Light werden als Zugangssystem verwendet, um den von der Maschinenrichtlinie geforderten eingeschränkten Benutzerkreis sicherzustellen. Betriebsartenwahl mit Touchpanel Moderne Touchpanels finden zunehmend Einzug im HMI von Maschinen und Anlagen. Durch die Vielzahl an neuen Möglichkeiten, die ein Touchscreen bietet, liegt es nahe, auch die Betriebsart einer Maschine ausschließlich über den Touchscreen auszuwählen. Unter Verwendung des EKS FSA wurde erstmals ein Verfahren entwickelt, das die Betriebsartenwahl ohne zusätzliche mechanische Bedienelemente auf einem Touchpanel ermöglicht. Hierbei erfüllt der Touchscreen alle Anforderungen aus der Risikobeurteilung nach einem Performance Level (PLr). Bilder: Euchner www.euchner.de DOPPELTIEFE POSITIONIERVORGÄNGE PRÄZISE STEUERN MIT DEM NEUEN IPS 400 i www.leuze.de SPS 2019, Halle 7A, Stand 230

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