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Der Betriebsleiter 10/2017

Der Betriebsleiter 10/2017

01 Ergonomisch Gas geben

01 Ergonomisch Gas geben Vakuum-Schlauchheber erleichtern das Handling von Abgassystemen Ein Spezialist für Abgassysteme fertigt nach neuestem technologischem Standard. Damit auch die Handhabung Top-Ergebnisse erzielt, setzt das Unternehmen auf Hebetechnik der J. Schmalz GmbH. Mit Vakuum-Schlauchhebern lassen sich die Komponenten und fertigen Abgassysteme zuverlässig und schnell transportieren. Für die Mitarbeiter hat sich zudem die Ergonomie an der Produktionslinie deutlich verbessert: Sie arbeiten ermüdungsfrei und der Schlauchheber schont ihre Gesundheit. Die BAK Boysen Abgaskomponenten GmbH & Co. KG ist ein Werk der Boysen- Gruppe mit weltweit 3 600 Mitarbeitern und rund 1,6 Milliarden Euro Jahresumsatz. Am Standort Simmersfeld im Nordschwarzwald entstehen neben Katalysatoren auch Rohrkrümmer, Schalldämpfer, Endrohrblenden und komplette Abgassysteme. Jeden Tag verlassen rund 60.000 Komponenten das Werksgelände. In einem Teilbereich des Werks produziert BAK komplette Abgassysteme Just-in-Sequence für einen führenden Vakuumheber helfen, gesundheitliche Schäden durch das Heben und Bewegen schwerer Lasten zu vermeiden Automobilhersteller. Die Lieferung der Teile erfolgt direkt ans Band mit einem zeitlich engen Vorlauf. Ein Lager sucht man auf dem Werksgelände vergeblich: Die fast 4 m langen Abgassysteme gehen direkt auf den Lkw. Gefertigt werden 30 verschiedene Produktvarianten, die Reihenfolge geben die Autobauer genau vor. Das erfordert sehr flexible und exakt durchstrukturierte Prozesse – und Fehler sind absolut tabu. Ein Roboter schweißt die Baugruppe mit Katalysator aus Edelstahl in einer automatischen Anlage. Über ein Förderband gelangt das fertig geschweißte Werkstück anschließend zum Mitarbeiter. Dieser greift es mit dem Vakuumheber und legt es in eine Kontrollstation, wo eine Dichtheits- und Geometrieprüfung durchgeführt wird. Nach erfolgreicher Prüfung stellt der Mitarbeiter die Baugruppe in gekennzeichneten Gitterboxen ab. Früher erfolgten diese Tätigkeiten manuell. „Das wollten wir unseren Mitarbeitern nicht mehr zumuten. Die Arbeit war schwer und hat ihre Gesundheit gefährdet. Immerhin werden pro Schicht rund 200 Baugruppen mit einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm gefertigt“, schildert Hartmut Kübler, Technischer Leiter bei BAK. „Da wir schon bei der Planung der Produktionslinien stark auf ergonomische und flexible Abläufe achten, haben wir uns nach einer Alternative umgesehen.“ Nach kurzem Test für Vakuum- Schlauchheber entschieden Die Suche dauerte nur kurze Zeit. Die Leistungsfähigkeit und Branchenkompetenz 6 Der Betriebsleiter 10/2017

TITEL I MONTAGE- UND HANDHABUNGSTECHNIK 01 Aleksej Arusin entnimmt mit Hilfe des JumboFlex 20 die Baugruppe vom Förderband 02 Feinfühlig lässt sich die Baugruppe in die Kontrollstation legen 03 Nach der Dichtheits- und Geometrieprüfung wird die Baugruppe wieder entnommen und in Gitterboxen abgelegt oder gestellt, je nach Anforderung des nächsten Arbeitsplatzes 02 03 Ergonomisch arbeiten mit erhöhter Produktivität Muskel-Skelett-Erkrankungen sind der häufigste Grund für betriebliche Fehlzeiten. Eine Ursache ist das Heben und Tragen von Lasten bei der Arbeit. Selbst bei kleineren Lasten werden pro Schicht oft mehrere Tonnen bewegt. Experten empfehlen deshalb bei häufigerem Heben und Tragen schon bei geringen Lasten den Einsatz einer Hebehilfe. Vakuumheber von Schmalz sind ein ideales Hilfsmittel für das Handling leichter und schwerer Lasten. Die ergonomische Arbeitshaltung schont die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur und minimiert dadurch das Risiko krankheitsbedingter Arbeitsausfälle. Zudem lässt sich mit Vakuumhebern nicht nur ergonomischer, sondern auch produktiver arbeiten: Die Umschlagshäufigkeit bleibt dauerhaft auf hohem Niveau, die Mitarbeitermotivation steigt durch ermüdungsarmes Arbeiten, unproduktive Neben- und Stillstandzeiten z. B. bei der Maschinenbeladung werden reduziert, und durch materialschonende Handhabung wird der Ausschuss verringert. des Vakuum-Spezialisten Schmalz aus dem rund 30 Kilometer entfernten Glatten waren in Simmersfeld bekannt. Und die geografische Nähe machte die Entscheidung noch leichter. Die Experten empfahlen den Einsatz eines Vakuum-Schlauchhebers Jumbo- Flex 20 mit einer Tragkraft bis 20 Kilogramm. Nach einer kurzen Testphase vor Ort erfolgte die Bestellung. Im Schweißwerk von BAK arbeiten mittlerweile vier solcher Hebegeräte. Sie sind an einer Schmalz-Hängekrananlage befestigt, die im gesamten Schweißbereich installiert ist. Sie besteht aus Aluminium und ist besonders leichtgängig. Zusätzliche Säulenschwenkkrane von Schmalz werden auf der Rückseite der Schweißroboter eingesetzt, um diese mit Rohmaterial zu bestücken. Die Baugruppe, die früher manuell gehandhabt wurde, besitzt auf dem Gehäuse des Katalysators die einzige standardisierte Greiffläche: Sie ist bei allen Varianten gleich. Dort erfolgt der Zugriff mit dem Vakuumheber. Der JumboFlex 20 ist mit einem Rundsauggreifer und Schürze ausgestattet. Die Schürze passt sich den unebenen Strukturen sehr gut an und sorgt für einen sicheren Halt am Gerät. Die ergonomisch gestalteten Schlauchheber werden mit nur einer Hand bedient, sodass die andere Hand frei bleibt, um die bis zu 1,80 Meter langen Baugruppen sicher zu führen. Einfach zu bedienen und flexibel einsetzbar Von den Vorzügen der Schmalz-Lösung waren die Simmersfelder schnell überzeugt. „Vakuumtechnik hat bei dieser Anwendung den Vorteil, dass der Greifschwerpunkt der Komponente in der Mitte liegt. Damit kann einfacher gegriffen werden als mit einem mechanischen Greifer, der speziell angelegt werden muss“, sagt Achim Kase, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Leiter Instandhaltung. Er schätzt auch die hohe Flexibilität des JumboFlex 20. „Wir müssen nicht umrüsten, wenn andere Produkt-Varianten gehandhabt werden. Das spart Zeit.“ Überzeugend als Bindeglied zwischen Mensch und Logistik Das Hebegerät fungiert bei BAK als Bindeglied zwischen Mensch und Logistik und hat die Mitarbeiter schnell überzeugt. „Meine Arbeit geht mir damit viel leichter von der Hand“, urteilt Werker Aleksej Arusin, der den Jumbo nicht mehr missen will. Selbst bei hoher Umschlagleistung laufen die Handhabungsprozesse für die Abgaskomponenten reibungslos und zuverlässig. Die Maßhaltigkeit und Oberflächen ohne Beschädigungen sind das A und O. Aus diesem Grund müssen Stöße und Erschütterungen vermieden werden, damit kein teurer Ausschuss entsteht. Der JumboFlex 20 leistet diesbezüglich ganze Arbeit: Obwohl er bei der Handhabung der Abgassysteme Gas gibt, beweist er beim schonenden Ablegen und Positionieren viel Fingerspitzengefühl. www.schmalz.com Im Fokus Nachhaltigkeit Effizienz Sicherheit Der Betriebsleiter 10/2017 7

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