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Der Betriebsleiter 10/2017

Der Betriebsleiter 10/2017

Präzise direkt ins

Präzise direkt ins volle Material Präzisionswerkzeuge erlauben das Gewindefräsen ohne Kernlochbohrung Als Präzisionsfertiger im Highend- Bereich geht Eropräzisa bei den Fräswerkzeugen keine Kompromisse ein. Darum setzt man im Bereich des Hartfräsens schon seit einigen Jahren auf das Werkzeug- Programm von MMC Hitachi Tool. Damit werden auch die Gewinde in harten Materialien gefräst – in einem Arbeitsgang, ohne Vorbearbeitung. Wir haben uns als Fertigungsdienstleister für Highend-Präzisionsteile aus Metall und anderen Werkstoffen in einem Markt etabliert, wo es nicht selten um Genauigkeiten im einstelligen µ-Bereich geht“, erläutert Geschäftsführer Thomas Richter, der die Eropräzisa GmbH 2002 zusammen mit seinem – inzwischen ausgeschiedenen – Partner im thüringischen Hermsdorf gegründet hat. Seither stehen die Zeichen auf Wachstum. „Uns ist es eigentlich egal, wie das Teil aussieht. Wichtig ist, dass entsprechende kleine Toleranzen bzw. entsprechende Oberflächen gefordert sind.“ Also Teile, die nicht von jedem hergestellt werden können; gefertigt wird in komplett klimatisierten Räumen. Neben dem Draht- und Senkerodieren sieht man bei Eropräzisa das Fräsen – und hier speziell das hochpräzise HSC-Fräsen harter Werkstoffe – als Schlüsseltechnologie an. Die Kunden kommen längst aus ganz Europa. Branchen wie der Werkzeug- und Formenbau, die Medizintechnik, Präzisionsmechanik, Kraftwerkstechnik und die Flugzeugindustrie zählen ebenso dazu wie der Motorsport. „Und wir fertigen viele Teile für die optische Industrie”, unterstreicht Richter. Als wichtig für den Projekterfolg sieht man in Hermsdorf die enge Zusammenarbeit mit Technologiepartnern an, so zum Beispiel bei den Präzisionswerkzeugen für die HSC-Bearbeitung. „Wir wollen auf diesem Gebiet ebenfalls zu den Spitzenanbietern zählen und betreten hier auch schon mal Neuland”, betont Heiko Meyer, der als Fertigungsleiter auch für den Fräsbereich verantwortlich ist. Gewinde fräsen statt erodieren Exemplarisch dafür steht ein Auftrag, bei dem es eigentlich nur darum ging, zwei ansonsten bereits fertig bearbeitete und gehärtete Formeinsätze jeweils mit zusätzlich 32 Gewinden M6 auszustatten. „Da wurden Leisten angeschraubt, und der Formenbauer hatte die Gewinde bei der Vorfertigung wohl nicht berücksichtigt“, blickt Meyer zurück. Beide Einsätze bestanden aus dem Warmarbeitsstahl 1.2343 (X38CrMoV5-1), der auf etwa 53 HRC gehärtet war. „Damit waren die Einsätze zwar nicht besonders hart, aber eben doch hart genug, um die Gewinde zu erodieren.“ Nachteil wären extrem lange Erodierzeiten gewesen, die Bearbeitung jedes Formeinsatzes hätte mindestens 32 Stunden gedauert. Mit dem M6-Gewindefräser kann ohne Vorbearbeitung in einer Helix direkt in das volle Material gefräst werden. Denn er stellt – während die Gewindeflanken gefräst werden – mit seinen Stirnschneiden das Kernloch selbst her. Jörg Hecker, Anwendungstechniker, MMC Hitachi Tool An dieser Stelle kam nun der Anwendungstechniker von MMC Hitachi Tool ins Spiel. Eropräzisa setzt neben Werkzeugen anderer Anbieter bei der Hartbearbeitung zunehmend auch die Präzisionswerkzeuge des japanischen Herstellers ein. Die Erfahrungen, die man mit MMC Hitachi Tool gemacht hatte, waren bisher positiv. Fertigungsleiter Heiko Meyer erinnerte sich, dass Anwendungstechniker Jörg Hecker bei einem seiner Besuche das Thema Gewindefräsen angesprochen hatte. Und zwar im Zusammenhang mit der Epoch Direct Thread-Serie (EDT), die prozesssicher und maßhaltig direkt ins Harte fräsen kann. Der von MMC Hitachi Tool ist, das auf die Kernlochbohrung komplett verzichtet werden kann. Der Praxistest durch den Anwendungstechniker von MMC Hitachi Tool erfolgte Im Fokus Effizienz Sicherheit Nachhaltigkeit 26 Der Betriebsleiter 10/2017

FERTIGUNGSTECHNIK 01a+b Gewindefräsen, ohne umzuspannen: Hier die 5-achsige OPS Speed Hawk 650 und der auf dem Drehschwenktisch gespannte Formeinsatz dann mit dem passenden M6-Gewindefräser EDT-1.0-15-TH. Die EDT-Serie deckt die Standardgrößen M2 bis M16 ab sowie weitere Gewindefräser mit Steigung 0,4 bis 2 mm. Die exakt abgestimmten Schneidengeometrien, ein spezielles Feinstkornsubstrat sowie äußerst niedrige Fertigungstoleranzen – in Verbindung mit der MMC Hitachi Tool-eigenen nanokristallinen PVD-Beschichtung ATH (TH60+) – sorgen laut des japanischen Herstellers bei der EDT-Reihe für eine hohe Maßhaltigkeit der Gewinde bei gleichzeitig enormen Standzeiten. Der praxisbewährte Einsatzbereich ist breit und umfasst Materialien von weichen Metallen bis hin zu gehärteten Stahllegierungen bis 66 HRC. Mit diesem Werkzeug kann ohne Vorbearbeitung in einer Helix direkt in das volle Material gefräst werden. Denn der EDT stellt – während die Gewindeflanken gefräst werden – mit seinen Stirnschneiden das Kernloch selbst her. NC-Programmierung: nur ein paar Mausklicks Der Anwendungstechniker von MMC Hitachi Tool passte zusammen mit dem Kunden die passenden Schnittparameter für den Formeinsatz am CAM-System (Hypermill) an. „Dann standen wir alle ziemlich schnell an der Maschine”, blickt René Schaft zurück, der als Leiter der Arbeitsvorbereitung bei Eropräzisa auch für die NC-Programmierung verantwortlich ist. Die Maschine war in diesem Fall die OPS Speed Hawk 650, auf der dank der vierten und fünften Achse im Tisch der Formeinsatz nicht umgespannt werden musste. „Die eigentliche Programmierung dauerte nach den Vorarbeiten für die Makros auch dank Unterstützung des MMC-Hitachi- Tool-Anwendungstechnkers nur ein paar Mausklicks”, erklärt René Schaft. Jörg Hecker ergänzt: „Wichtig ist zudem der Linkslauf der Spindel, da die Fräser aus der EDT-Serie ausschließlich aus linksschneidigen Werkzeugen bestehen.“ So entsteht an der Schneide eine Gleichlaufbewegung, was den Schnittdruck reduziert und die Standzeit erhöht. 32 Gewinde und kein Verschleiß Heraus kam eine Lösung, die alle Beteiligten sofort überzeugte. „Wir haben alle 32 Gewinde des Formeinsatzes mit dem EDT-1.0-15-TH mit mehreren Anstellungen in einer Aufspannung direkt ins Harte gefräst“, berichtet Heiko Meyer und fügt hinzu, dass die Schneiden des Gewindefräsers auch nach dem letzten Gewinde wie neu aussahen und keinerlei Verschleiß gezeigt hätten. „Das hat uns schon schwer beeindruckt.“ Auch der Anwendungstechniker sei zufrieden gewesen, dass auf Anhieb alles glatt lief. „Bis ich es selbst gesehen habe, glaubte ich nicht, dass man in harte Materialien ohne vorzubohren prozesssicher Gewinde fräsen kann”, gibt Heiko Meyer offen zu. „Erst recht nicht bei Werkstoffen von 60 HRC und mehr.“ Genau dies wurde in Hermsdorf vor Kurzem in einem Kundenworkshop demonstriert, bei dem in ein Testwerkstück aus hoch legiertem Kaltarbeitsstahl 1.2379 (X155CrV- Mo12-1) mehrere Gewinde in den Dimensionen M6 und M8 mit den EDT-Werkzeugen gefräst wurden. „Wir haben gezeigt, dass das Gewindefräsen auch bei 60 HRC absolut prozesssicher funktioniert und sogar lehrenhaltige Gewinde reproduzierbar hergestellt werden können.“ 100 Prozent schneller Beeindruckt hat die Hermsdorfer Präzisionsspezialisten auch die enorme Zeitersparnis. Alle 32 M6-Gewinde des Formeinsatzes waren nach gut einer halben Stunde fertig gefräst, also rund eine Minute pro Loch. „Das Senkerodieren eines einzigen Gewindes hätte alleine eine Stunde gedauert, und 02 Formeinsatz und Gewindefräser EDT in Hypermill: Die meisten der heutigen CAM-Systeme – wie auch viele CNCs – unterstützen das Gewindefräsen mit der Helix-Funktion sozusagen serienmäßig 03 Der Gewindefräser EDT-1.0-15-TH 5 im Schrumpffutter zusammen mit dem – sich nicht mitdrehenden – roten Düsenkörper des Mediumverteilers wir hätten den Einsatz wegen der Gewindeanordnung umspannen müssen”, erklärt Heiko Meyer. „Mit dem Gewindefräsen waren wir also rund 100 Prozent schneller.“ Und Thomas Richter ergänzt: „Wir sind von MMC Hitachi Tool sehr überzeugt.“ Die Anwendungsberatung und Vor-Ort-Unterstützung stimme einfach, so der Eropräzisa- Chef. „Denn damit steht und fällt das Bearbeitungsergebnis.“ www.mmc-hitachitool-eu.com www.eropraezisa.de Sicherheit 4.0 ROBA ® -topstop ® — das zertifizierte Bremssystem für Vertikalachsen mit Bremsenmonitoring www.mayr.com Besuchen Sie uns auf der Motek, Halle 8 Stand 8409 Ihr zuverlässiger Partner Mayr.indd 1 28.08.2017 11:45:02 Der Betriebsleiter 10/2017 27

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