Aufrufe
vor 10 Monaten

Der Betriebsleiter 10/2017

Der Betriebsleiter 10/2017

FERTIGUNGSTECHNIK 01 Das

FERTIGUNGSTECHNIK 01 Das elektronische Schlüsselsystem ist bei Automobilherstellern und Zulieferern weit verbreitet Kontrollierter Zugriff Elektronisches Schlüsselsystem für die sichere Betriebsartenwahl steigert Produktivität Als Maßnahme zur Verringerung der Störanfälligkeit seiner Produktionsprozesse und damit zur weiteren Verbesserung der Produktqualität hat ein Hersteller von automobilen Abgasanlagen bisher an rund 100 seiner Maschinen und Produktionsanlagen weltweit ein elektronisches Schlüsselsystem installiert, das eine sichere Zugriffskontrolle auf die Prozesse und Software-Anwendungen erlaubt – mit Erfolg. Bevor wir Anfang 2015 das elektronische Schlüsselsystem EKS Light von Euchner in unserer Produktion implementierten, bestand unser Sicherheitssystem für die Eingabe qualitätsrelevanter Daten aus Passwörtern“, erklärt Achim Noll-Hussong, CoC Controls bei Eberspächer Exhaust Technology und verantwortlich für die Einführung des neuen Systems. Die Passwortverwaltung hatte jedoch den großen Nachteil, dass nach einiger Zeit jeder Mitarbeiter die Passwörter kannte, da sie entweder an der jeweiligen Maschine oder im zugehörigen Schaltschrank notiert waren oder persönlich weitergegeben wurden. Zudem seien die Passwörter häufig so simpel gewesen, dass jeder sie hätte knacken können, so Noll-Hussong. Der damit fehlende Schutz vor unbefugtem Zugriff auf die Maschine führte mit der Zeit zu einer höheren Störanfälligkeit der Prozesse und in der Folge zu einer sinkenden Produktivität sowie Qualitätseinbußen in der Produktion. Zugriffssicherung auf kritische Prozesse Da Eberspächer bereits andere Sicherheitssysteme von Euchner nutzte – darunter u. a. die Multifunctional Gate Box MGB für die Absicherung von Schutztüren – lag es nahe, auch für die Zutrittsbeschränkung ein Produkt der Experten für Sicherheitstechnik aus dem schwäbischen Leinfelden zu wählen. Die Wahl fiel zunächst auf das elektronische Schlüsselsystem vom Typ EKS Light für die elektronische Zugriffsverwaltung. Das System besteht aus dem eigentlichen elektronischen Schlüssel mit einem beschreibbaren RFID-Transponder, mit dem sich der Benutzer an der Maschine anmeldet, und der Schlüsselaufnahme, in der der Schlüssel während der Bedienung der Maschine platziert wird. Es ist bei Automobilherstellern und Zulieferern weit verbreitet, empfiehlt sich jedoch auch für alle Applikationen bei der prozessorientierten Herstellung von Lebensmitteln, Pharmazeutika oder Chemikalien, bei denen die Absiche- rung von Zugriffen auf kritische Prozesse ein elementares Thema ist. Wie für viele andere Unternehmen auch war das EKS Light für Eberspächer die Einstiegstechnologie in die Zugriffssicherung. „Seit Implementierung des Schlüsselsystems ging die Störanfälligkeit der Prozesse deutlich zurück. Gleichzeitig stiegen Produktivität und Produktqualität“, bestätigt Achim Noll-Hussong. Er konnte seine Kollegen weltweit davon überzeugen, dass eine Erweiterung von der reinen Zugriffsverwaltung hin zu einer EKS-Anwendung im Zusammenhang mit einer sicheren Betriebsartenwahl zielführend ist. System mit individuellen Berechtigungen in Pilotphase Derzeit wird bei Eberspächer für die Überbrückung von Sicherheitsfunktionen noch ein besonderer Schlüsselschalter genutzt, dessen Schlüssel nur an speziell unterwiesene Personen verteilt wird. Um diesen Prozess zu verschlanken und sicherer zu gestalten, testet Eberspächer in Deutschland aktuell in einer Pilotphase den Einsatz des EKS FSA (For Safety Applications) mit Profi- Im Fokus Sicherheit Effizienz Nachhaltigkeit 20 Der Betriebsleiter 10/2017

net-Datenschnittstelle, dem von Eberspächer als Standard definierten Bussystem. In Verbindung mit einem von Euchner entwickelten und geprüften Verfahren und einem Touchpanel als HMI erfüllt dieses Schlüsselsystem alle normativen und gesetzlichen Anforderungen für ein Zugangssystem zur sicheren Betriebsartenwahl. Speziell diese Funktionalität des Schlüsselsystems war für Eberspächer von besonderem Interesse, da der Spezialist für Abgasanlagen ausschließlich Touchpanels als Mensch-Maschine- Schnittstelle einsetzt. Bei dem EKS FSA mit Datenschnittstelle kann anders als beim EKS Light jeder Schlüssel personalisiert und mit individuellen Berechtigungen versehen werden. Auf diese Weise lassen sich Verantwortlichkeiten sichtbar machen. Zudem bietet das System neben einem hohen Kopierschutz Zusatzfunktionen wie das Regeln des Zugangs zu Parametern, von individuellen Personen, anderen Anlagen etc. So erhält beispielsweise besonders ausgebildetes Personal über den tes. Dazu zählt die Prüfung der eindeutigen unveränderbaren Seriennummer plus Prüfsumme (Key CRC), des gültigen Datums sowie des gültigen Betriebsartenlevels und des gültigen HMI-Benutzerlevels. Nur wenn dieser Check den Mitarbeiter eindeutig als zugelassenen Bediener der Maschine identifiziert, hat er die Möglichkeit, den Anmeldebildschirm zu verlassen und die Betriebsart in Abhängigkeit seines gültigen Betriebsartenwahllevels auszuwählen und zu bestätigen. Dabei kann bei Eberspächer an den mit EKS FSA ausgerüsteten Maschinen zwischen den vier Betriebsarten „Hand“, „Automatik“, „Einrichten“ und „Medien Permanent“ (zur Überbrückung von Schutzfunktionen im Einrichtbetrieb) ausgewählt werden. Mehr als nur reine Zugriffsberechtigung FÜR ALLE, DIE MEHR WOLLEN... Seit Implementierung des Schlüsselsystems ist die Störanfälligkeit der Prozesse deutlich zurückgegangen; gleichzeitig sind Produktivität und Produktqualität gestiegen Achim Noll-Hussong, CoC Controls bei Eberspächer Exhaust Technology Schlüssel die eindeutige Legitimation für die Durchführung sensibler Einricht- und Wartungsarbeiten in einer Sonderbetriebsart, durch die eine Gefahr für unerfahrene Bediener ausgehen könnte. „Die Pilotphase mit dem EKS FSA mit Datenschnittstelle erfolgt im Rahmen unseres Zukunftsprojekts ‚Lean Machine Control‘, das eine Verschlankung unserer Maschinen zum Ziel hat“, erklärt Achim Noll-Hussong und führt aus: „Mit dem EKS und der Anwahl der Betriebsartenwahl am Touchscreen entfallen alle Bedienelemente, die bisher zur Betriebsartenumschaltung erforderlich waren. Dadurch kann die Größe des Gehäuses, in denen das HMI und die Bedienelemente eingebaut sind, reduziert werden.“ Auch die Organisation und Verteilung von speziellen Schlüsseln, die für die Aktivierung der Sonder- Betriebsarten benötigt wurden, entfällt komplett. Heute steckt der jeweilige Mitarbeiter einfach seinen Schlüssel in die Schlüsselaufnahme an der Maschine und meldet sich zusätzlich mit seinem personalisierten Passwort an. Anschließend erfolgt die automatische Überprüfung des Schlüsselinhal- 02 Nur besonders ausgebildetes Personal darf an der Prüfanlage für den Abgasstrang sensible Einricht- und Wartungsarbeiten ausführen – dies stellt das elektronische Schlüsselsystem EKS sicher Über die reine Zugriffsberechtigung hinaus können weitere Daten auf den Schlüsseln gespeichert werden. Noll-Hussong reizte speziell diese Möglichkeit im Hinblick auf den globalisierten Einsatz des Systems in allen Eberspächer Produktionsstätten aus. So enthält jeder Schlüssel die Nummer des Werks, in dem er genutzt wird, sowie Informationen zum jeweiligen Werk/Produktionseinheit/Feld und Vorgaben über die verschiedenen Produktionstechnologien bei Eberspächer Exhaust Technology. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Zugriffsberechtigungen für die verschiedenen Technologien bzw. Maschinen nur in Abhängigkeit vom jeweiligen Schulungs- bzw. Ausbildungsgrad des Personals vergeben werden. Das kann u.a. dazu führen, dass einige Mitarbeiter nur eine einzige Maschine bedienen dürfen, andere dagegen mehrere Anlagen. Da jeder Schlüssel zusätzlich durch ein personalisiertes Passwort geschützt ist, kann niemand außer dem Besitzer des Schlüssels etwas mit ihm anfangen. Bei Verlust ist der Schlüssel somit praktisch sofort gesperrt und die Sicherheit der Anlage gewährleistet. Unterstützung bei der Programmierung Euchner stellt neben der Hardware auch umfangreiche Unterlagen für die Umsetzung einer Betriebsartenwahl mit EKS FSA zur Verfügung. Anhand der Applikationsbeschreibung kann der Kunde die Programmierung bzw. Einrichtung selbst vornehmen. Parallel dazu unterstützt der technische Support den Anwender bei der Einrichtung und Umsetzung des elektronischen Schlüsselsystems. Das bestätigt auch Achim Noll-Hussong: „Bei der Programmierung der sicheren Betriebswahl stand mir der technische Support jederzeit zur Verfügung und hat mich sehr gut unterstützt.“ www.euchner.de ...UND ALLE, DIE WENIGER WOLLEN. Mehr Effizienz. Mehr Kontrolle. Mehr Qualität. Weniger Verbräuche. Weniger Stillstände. Weniger Kosten. Unsere Lösungen für eine optimierte Produktion: Energiemanagement, Instandhaltung Elektronisches Schichtbuch und vieles mehr. Überzeugen Sie sich selbst! Erleben Sie unsere Lösungen live im Webinar. Jetzt Termin vereinbaren unter: contact@ccc-software.de oder +49 (341) 30547 – 30. Industriesoftware von ccc. Die richtige Software für Ihre Produktion. www.ccc-industriesoftware.de

Ausgabe

© 2018 by Vereinigte Fachverlage GmbH. Alle Rechte vorbehalten.