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Der Betriebsleiter 10/2016

Der Betriebsleiter 10/2016

BETRIEBSTECHNIK

BETRIEBSTECHNIK Nützliches Netz Energiemanagementsoftware als Datenknotenpunkt Heike Diebler Die Energiekostenentwicklung lässt keine Entspannung erkennen und führt Unternehmen zu verstärktem energieeffizienten Handeln. Im Zeitalter von Digitalisierung und Big Data stoßen jedoch herkömmliche Erfassungsmethoden wie Excel-Tabellen an ihre Grenzen. Die Daten werden immer komplexer und verlangen nach einer Qualitätssicherung. Daher wird oft eine Energiemanagementsoftware eingesetzt. Was passiert aber, wenn diese zum Datenknotenpunkt wird? Heike Diebler, Dipl.-Wirtschaftsing. und Expertin für Energiemanagement, ccc software gmbh, Leipzig Werden über die üblichen Zähler hinaus auch andere Systeme mit der Energiemanagementsoftware verbunden, kann sie schnell zu einem Datenknotenpunkt im Unternehmen werden. Bei einigen Lösungen können zum Beispiel sämtliche Produktionsdaten mit in das System einfließen oder Verbräuche von ungewöhnlichen Medien erfasst werden. Auch andere Systeme, wie Instandhaltungs- oder Auftragsdatensysteme können mit einer Energiemanagementsoftware verbunden werden. Energiemanagement in Unternehmen Weil Energie ein großer Kostenfaktor für Unternehmen ist, führen viele das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ein. Dieses ist eine Art Leitfaden, der zeigt, wie Energie eingespart und somit Kosten gesenkt werden können. Der Energiemanager ist im Unternehmen derjenige, der dieses komplexe System der ISO 50001 durchschaut. Er sorgt dafür, dass sein Unternehmen entsprechende Maßnahmen zur Energieund Kostensenkung durchführt und diese laufend verbessert. Der Energiemanager trägt sämtliche energetisch relevanten Informationen zusammen und bereitet sie auf. Es ist deshalb wenig überraschend, dass der Verantwortliche für das Energiemanagement am meisten mit einer Energiemanagementsoftware arbeitet. Allgemein 01 Wenn eine Energiemanagementsoftware über mehr Schnittstellen als üblich verfügt, entsteht ein ganzes Datennetz 32 Der Betriebsleiter 10/2016

BETRIEBSTECHNIK unterstützt eine solche Software den Energiemanager bei der Informationssammlung und -aufbereitung. Sie erfasst die Verbräuche, stellt sie in übersichtlichen Diagrammen dar, berechnet Energiekennzahlen und gibt Berichte und Reports aus. Damit hilft sie auch, den Überblick über die Energieeffizienzmaßnahmen und deren Wirkung zu behalten und den Stand bei der Erfüllung der Energieziele zu kontrollieren. Doch es gibt einige Veränderungen, wenn eine solche Software zu einem „Datenknotenpunkt“ wird. Vorteile für den Energiemanager Erfasst eine Energiemanagementsoftware mehr Daten als üblich, kann der Energiemanager mehr als nur reine Verbräuche erfassen und dokumentieren. Er kann beispielsweise konkrete Produkte oder Herstellungsprozesse energetisch bewerten. Werden die Prozessdaten mit in das System eingebunden, kann er so auch versteckte Einsparpotenziale erkennen. Im Ergebnis kann die ganze Fertigung energetisch gesteuert und optimiert werden. Mit einer vernetzten Energiemanagementsoftware kann der Energiemanager sogar „in die Zukunft“ schauen. Durch die Verknüpfung der Energiedaten mit den Auftrags- und Prozessdaten kann er heute schon wissen, wie viel Energie in zwei Wochen verbraucht wird. Für den Energiemanager ergeben sich so viel mehr Möglichkeiten für die Durchführung von Maßnahmen zur Energie- und Kostensenkung. Eine Energiemanagementsoftware unterstützt zudem bei bereichsübergreifenden Aufgaben. Denn wenn eine solche Software zum Datenknotenpunkt wird, können viele Abteilungen damit arbeiten und eigene Vorteile daraus ziehen. Hier nur ein paar Beispiele: n Die technische Leitung kann mit Hilfe der Analyseergebnisse die Prozesse auf eine möglichst rationelle und energieeffiziente Arbeitsweise umstellen. n Für das Controlling werden eine exakte Produktpreiskalkulation und ein umfassendes Reporting möglich. n Der Einkauf kann Bedarfe realistisch ermitteln und entsprechend den Energieeinkauf anpassen. Das sensibilisiert die Mitarbeiter stärker für die wirtschaftliche Energienutzung. So wird eine Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen zum Thema Energie wesentlich einfacher, denn jeder kann den konkreten Nutzen leicht erkennen. www.ccc-software.de Im Fokus Nachhaltigkeit Effizienz Sicherheit Photo: Station Berlin © Sebastian Greuner CLEAN IS QUALITY. ARA 85ıBM 120 ^ Saugbreite: 980 mm ^ Arbeitsbreite: 840 mm ^ Frischwasservolumen: 120 l ^ LED-Leuchten für mehr Sicherheit im Betrieb www.columbus-clean.com

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