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Der Betriebsleiter 1-2/2020

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Der Betriebsleiter 1-2/2020

BETRIEBSTECHNIK Messen

BETRIEBSTECHNIK Messen mit Mehrwert Mit Druckluftmesstechnik zu mehr Energieeffizienz und höherer Qualität Druckluft ist ein teures, aber auch unverzichtbares Medium in der industriellen, automatisierten Produktion. Umso wichtiger ist es für Anwender, stets die Energieeffizienz ihrer Drucklufttechnik im Blick zu haben. Und auch die Druckluftqualität ist in vielen Branchen ein wichtiges Kriterium, das es zu überwachen gilt. – Die passende Messtechnik ist gefragt. In fast jeder Produktionsstätte wird Druckluft erzeugt. Die dafür aufgewendete Energie ist beträchtlich und macht häufig bis zu 20 Prozent der betrieblichen Energiekosten aus. Gerade im Druckluftbereich gibt es oft enorme Energieverluste, die durch folgende Faktoren entstehen: Nichtnutzung der Abwärme, Leckagen bis zu 50 Prozent, fehlende Kompressorsteuerung, Druckverluste etc. Hier kann der Einsatz von Messgeräten, wie sie CS Instruments anbietet, einiges ausrichten: Sie überwachen und analysieren die Druckluftanlagen. So können diese beispielsweise über die Steuerung optimiert werden. Auch die Sanierung einer maroden oder nicht bedarfsgerechten Druckluftverteilung kann sich schon nach kurzer Zeit bezahlt machen. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Leckageortung und -bestimmung in Druckluftanlagen gelegt werden. Denn hier besteht das größte Energieeinsparpotenzial. Leckagen und Verbrauch stets im Blick Mit dem von CS neu entwickelten Leckagesuchgerät LD 500 inklusive Auswertesoftware kann der Instandhalter selbst kleinste Leckagen in der Druckluftleitung einfach und schnell finden. Das LD 500 mit Kamera errechnet gleichzeitig die Leckage in l/min und die Kosten in Euro. Darüber hinaus erhält der Anwender auch die Information zu möglicher CO 2 -Einsparung bzw. den Verbrauch. Gerade im Hinblick auf die stetig steigenden Energiekosten und der damit einhergehenden CO 2 -Reduzierung wird es für Firmen immer wichtiger, diese Einsparpotenziale zu nutzen. Druckluftqualität überwachen Eine der nicht nur im Hinblick auf Druckluft besonders qualitätssensiblen Branchen ist die Lebensmittelindustrie. Hier müssen produzierende Unternehmen bei allem, was sie tun, die HACCP-Richtlinien einhalten, um geltende Lebensmittelgesetze umzusetzen. Aus diesem Grund ist eine Risikoanalyse über den gesamten Herstellungsund Verpackungsprozess hinweg durchzuführen. Druckluft wird dabei sehr oft als potenzielle Kontaminationsquelle übersehen, da sie nur als Verbrauchsmedium bzw. Werkzeug angesehen wird. Um der Lebensmittelgesetzgebung vollständig zu entsprechen, muss das Druckluftsystem jedoch zwingend in die HACCP- Analyse einbezogen werden. Überall dort, wo Druckluft verwendet wird, muss diese als kritischer Kontrollpunkt eingestuft werden und den Empfehlungen zur Druckluftqualität gemäß ISO 8573-1 entsprechen. Druckluft in der Lebensmittelindustrie kann dabei in eine der folgenden Kategorien eingeteilt werden: n Contact: Luft, die in direkten Kontakt mit Zutaten und/oder Fertigprodukten, Verpackungsmaterialien, Lagerbehältern oder den Herstellungs-/Verpackungsmaschinen kommt. n Non-Contact: Luft, die niemals mit Zutaten, Fertigprodukten, Verpackungsmaterialien, Lagerbehältern oder den Herstellungs-/Verpackungsmaschinen in Berührung kommt. n Non-Contact High Risk: Luft, die nicht mit Inhaltsstoffen, Fertigprodukten, Verpackungsmaterialien, Lagerbehältern oder 20 Der Betriebsleiter 1-2/2020

BETRIEBSTECHNIK den Herstellungs-/Verpackungsmaschinen in Berührung kommen sollte, dies jedoch unter Umständen doch tun könnte (z. B. Druckluft, die über einen Pneumatikzylinder in der Verpackungsmaschine in die Atmosphäre entweicht und so indirekt mit dem Produkt in Kontakt kommt). Abhängig von diesen Kategorien sollten für die Zertifizierung nach ISO 8573-1 unterschiedliche Arten von Kontaminationsniveaus eingehalten werden. Daher müssen die folgenden Parameter überwacht werden: n Partikelanzahl: Die Reinheitsanforderungen für Partikel sind für Kontakt, Nichtkontakt und Nichtkontakt-Hochrisiko identisch. Für jede Klassifizierung ist die gleiche Menge an Partikelfiltration erforderlich. n Restwasser: Die Reinheitsanforderungen für Wasserdampf sind für kontaktbehaftetes und berührungsloses Wasser mit hohem Risiko identisch (Contact und Non-Contact High Risk). Dies macht die Installation von Trockenmitteltrocknern erforderlich, die einen Drucktaupunkt (PDP) von -40 °Ctpd oder weniger liefern. Die Erfüllung dieser Anforderung ist wichtig, um das Wachstum von Mikroorganismen zu bekämpfen, da Druckluft mit einem Taupunkt von -26 °Ctpd oder besser das mikrobiologische Wachstum hemmt. Die Reinheitsanforderungen +3 °Ctpd für Non-Contact hemmen das mikrobiologische Wachstum hingegen nicht (dieser Drucktaupunkt wird mit einem Kältetrockner erreicht). n Restöl: Die Anforderungen an die Reinheit der Druckluft hinsichtlich Restöl (flüssig, als Aerosol oder als Ölnebel) sind für kontaktbehaftetes (Contact), berührungsloses (Non-Contact) und berührungsloses - hohes Risiko (Non-Contact - High Risk) bei gleichem Filtrationsgrad jeweils praktisch identisch. Für die Zukunft gewappnet CS Instruments, weltweit tätiger Spezialist in der Druckluft- und Gasmessung, ist seit vielen Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Was 2002 als Zwei-Mann-Betrieb begann, hat sich zu einem der Marktführer für Messtechnik im Druckluft- und Gasbereich entwickelt. Inhaber und Geschäftsführer Wolfgang Blessing investiert kontinuierlich in sein Unternehmen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Nicht nur beim Produktportfolio, das ausnahmslos am Standort CS Süd in Tannheim entwickelt und produziert wird, sondern auch bei der Konzipierung der Firmenstandorte wird großer Wert auf Energieeffizienz gelegt. Nach der Erweiterung des Standortes CS Süd in Tannheim/Schwarzwald im Jahr 2011 und 2016 wurde das Firmengebäude mit Wärmetauschern, einer Photovoltaikanlage einem BHKW und Regenwasserzisternen als Plus-Energiehaus konzipiert. Es produziert heute mehr Energie, als es selbst verbraucht. Weiterhin wurde auch am Standort CS Nord in Harrislee bei Flensburg ein neues Firmengebäude realisiert (Bild): Nach einem Jahr Bauzeit wurde das neue 2 300 m² große Firmengebäude, das im Effizienzhaus-55-Standard inklusive 99 kWp Photovoltaikanlage errichtet wurde, am 1. Dezember 2019 bezogen. Um sicherzustellen, dass die Druckluft stets die geforderte Qualität aufweist, ist die Überwachung der qualitätsrelevanten Parameter unumgänglich. CS Instruments bietet zur Druckluftqualitätsmessung nach ISO 8573-1 sowohl mobile als auch stationäre Messgeräte an: Dazu gehören beispielsweise das Oil Check Restölmessgerät, das PC 400 Partikelmessgerät sowie das FA 510 Taupunktmessgerät. Bilder: selensergen – stock.adobe.com; CS Instruments www.cs-instruments.de Wer Entsorgungsprozesse optimiert, profitiert vielfältig Die Strautmann Umwelttechnik GmbH berichtet über den erfolgreichen Einsatz von Brikettierpressen und einem Entwässerer bei der Mineralbrunnen Krumbach GmbH in Kißlegg. Jährlich werden dort bis zu 150 Millionen Flaschen abgefüllt. Im bisherigen Entsorgungsmodell wurden volle PET-Flaschen durch einen Perforator entleert und im Anschluss über eine Kanalballenpresse verdichtet. Das betriebsinterne Handling war wegen der Ballenlagerung sehr aufwändig. Die PET-Ballen mussten häufig abgeholt werden. Aufgrund der hohen Transportkosten, des Ballenhandlings und des hohen Verschleißes des Perforators entschied sich Krumbach gegen den Kauf einer neue Kanalballenpresse und eines Perforators. Für Krumbach war es wichtig, ein zuverlässiges Gesamtkonzept für die Entsorgung von rund 2 200 t PET im Jahr zu finden. Die Anlagen sollten in die Produktion eingebunden werden und kontinuierlich PET-Flaschen verdichten. „Das Strautmann-Konzept mit zwei redundanten Brikettierpressen und einem Entwässerer hat aufgrund des logistischen Mehrwerts überzeugt. Der interne Ablauf ist jetzt wesentlich einfacher“, berichtet Krumbach- Betriebsleiter Alexander Diehm. Die BrikPress bietet eine Durchsatzleistung von bis zu 45 000 0,5 l-PET-Flaschen in einer Stunde. Die Briketts werden im Anschluss vom Entsorger abgeholt und dann zu Preform aufbereitet, die Krumbach zur Neuerstellung der PET-Flaschen nutzt. Die Recyclingquote beträgt 97 % und stellt einen geschlossenen Wertstoffkreislauf dar. www.strautmann-umwelt.de Der Betriebsleiter 1-2/2020 21

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